In der elften Saison nach dem Aufstieg droht dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen der Abstieg in die Verbandsliga. Zum zweiten Mal hintereinander kassierten die Nullachter in einem Heimspiel sechs Gegentore, dem 2:6 gegen den VfR Mannheim folgte nun ein 1:6 gegen den Karlsruher SC II. Damit sind die Bietigheim-Bissinger seit neun Spielen sieglos und weisen allein aus den letzten vier Partien die desaströse Tordifferenz von 5:21 auf.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Eine Gegentorflut erfasst Nullachter erneut
Der Oberliga-Vorletzte FSV 08 Bietigheim-Bissingen bricht nach einer guten ersten Halbzeit gegen den Karlsruher SC II nach dem zweiten Gegentreffer ein und verliert mit 1:6.
Einer trotz einiger Fehlpässen ordentlichen bis guten ersten Halbzeit mit viel Laufarbeit und einigen Chancen – zumindest im Ansatz - folgte spätestens mit dem Gegentreffer zum 1:3 in der 54. Minute nahezu der komplette Systemausfall. Die spielstarken Karlsruher mit den in der laufenden Saison auch schon im Zweitligateam eingesetzten Paul Scholl und Meiko Wäschenbach nutzten die eklatanten Defensivschwächen der Gastgeber aus, entschieden mit drei Treffern innerhalb von zehn Minuten die Partie und legten noch zwei Treffer nach.
Die Nullachter dagegen kamen nach dem 1:3 nur noch einmal gefährlich in die Karlsruher Hälfte, als Mustafa Uslu mit einem Flachschuss aus 16 Metern knapp das KSC-Tor verfehlte. Mit dem ersten Angriff in der zweiten Halbzeit hatte Alexander Götz, der den gelb-gesperrten Kevin Ikpide als Kapitän vertrat, die Riesenchance zur 2:1-Führung, er scheiterte aber an der Parade von Torhüter Aki Koch. Kurz danach brachte der zur Pause eingewechselte Sersheimer Nico Engel nach starker Vorarbeit von Niklas Behr gegen die aufgerückten Nullachter den KSC II erneut in Führung (49.). Danach ging die Partie dahin für den Tabellenvorletzten.
„Wir waren gegen eine sehr gute Mannschaft mindestens ebenbürtig und hatten in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten, haben mit dem Ball sehr gut gespielt und verdient den Ausgleich gemacht. Wir investieren viel, machen vorne unsere Tore aber nicht. Am Ende steht es 1:6. Nach dem 1:2 haben wir eklatante Fehler gemacht, das ist nicht oberligatauglich. Mit einfachen Mittel kassieren wir sechs Gegentore“, brachte der hinterher 08-Trainer Daniel Zmpitas den Spielverlauf auf den Punkt.
Ausgleich nach frühem 0:1
Seine Mannschaft hatte einen frühen Rückstand zu verdauen. Mit ihrer ersten Offensivaktion gingen die Karlsruher in Führung: Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld hob Ali Eren Ersungur den Ball über Torhüter Sven Burkhardt ins lange Eck (3.). Die Gäste hatten früh Lücken im Defensivverbund des FSV 08 ausgenutzt. Doch die Gastgeber fingen sich, Jona Lorch als Mittelmann der Fünferkette rückte etwas weiter nach vorne und stopfte Löcher gegen die spielfreudigen Gäste. Der laufstarke und gut spielende Götz wechselte häufig die Position, trieb das Spiel an und inszenierte ebenso wie Vincent Fitze über die rechte Seite zwei vielversprechende Aktionen. Justin Keklik hatte den Ausgleich auf dem Fuß, sein Schuss wurde aber im Torraum noch abgeblockt (15.). Mit dem bis dahin schönsten Spielzug gelang dem Team von Trainer Zmpitas das verdiente 1:1. Über Fitze ging es im Umschaltspiel schnell nach vorne, die präzise Hereingabe verwertete Bleart Dautaj (40.). Zuvor hatte 08-Keeper Sven Burkhardt mit einer Glanzparade noch das 0:2 gegen Ersungur verhindert (35.).
Debakel nach dem Seitenwechsel
Dem vielversprechenden Auftakt in die zweite Hälfte mit der Chance von Götz folgte das Debakel. Engel (49.), Jassin Manai per Kopfball nach einem gewonnenen Luftduell mit Dautaj nach einer Ecke (54.), Niklas Behr (59.), Efe-Kaan Sihlaroglu (81.) und nochmals Engel (86.) machten das halbe Dutzend an Toren voll. Überragender Mann bei den Gästen war der 18-jährige Niklas Behr, der über außen immer wieder nach vorne durchkam, mit einem Treffer und drei Torvorlagen. Der Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters Kadir Yagci war eine Erlösung für die Gastgeber.
Bei vier, eventuell fünf Absteigern steht den Nullachtern nun in noch zehn zu absolvierenden Partien eine Mammutaufgabe bevor, den Klassenerhalt in der Oberliga nach vielen guten Jahren seit 2015 mit der Vizemeisterschaft und der Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga 2017 als Höhepunkt, zu schaffen. Der Abstand auf Rang 14, der zum Oberliga-Verbleib reichen würde, wenn der Vizemeister den Aufstieg schafft, beträgt mittlerweile bereits acht Punkte.
Die nächste Aufgabe wartet auf das mit lediglich fünf Zählern auswärtsschwächste Team der Liga am Sonntag (14 Uhr) beim Türk. SV Singen.
