FSV 08 Bietigheim-Bissingen Für Duc Thanh Ngo beginnt ein neuer Lebensabschnitt

Von Manuel Schust
Nach 180 Einsätzen für die Nullachter endet nun Duc Thanh Ngos Zeit in Bissingen. Foto: /Bernd Leitner

Nach der Geburts seines Sohnes beendet der langjährige Leistungsträger sein Engagement bei Nullacht.

Er war ein 08-Urgestein und als Abwehrchef über viele Jahre ein wichtiger Rückhalt bei Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen. Im Jahr 2015 lief Duc Thanh Ngo erstmals für die Nullachter auf und ist dem Klub abgesehen von einem zweijährigen Gastspiel beim VfB Tamm treu geblieben. Nach der Geburt seines Sohnes hat der 32-Jährige nun aber die Weichen zugunsten des neuen Lebensabschnitts gestellt und sein Engagement bei den Bissingern schweren Herzens beendet.

Hohes Verantwortungsgefühl

Am vergangenen Freitag verkündete der FSV offiziell den Abschied des langjährigen Leistungsträgers. Ein mögliches Karriereende Ngos hatte sich einerseits schon länger abgezeichnet, kam dann aber doch etwas plötzlich. „Es war schon kurzfristig, weil er lange mit sich gerungen hat“, schildert 08-Trainer Daniel Zmpitas. „Aber wir wussten auch immer von seinen Bedenken. Vor Weihnachten gab es dann ein klärendes Gespräch.“

Der Innenverteidiger wollte damit für Klarheit sorgen. Auch aus einem sehr hohen Verantwortungsgefühl gegenüber dem Verein. Denn der beruflich in leitender Funktion im kaufmännischen Bereich ohnehin schon stark eingespannte Innenverteidiger zweifelte zunehmend daran, ob er als junger Vater noch am Training regelmäßig teilnehmen könnte. Nach Gesprächen mit seiner Frau stand für Ngo fest, dass er eine Entscheidung treffen müsse, denn: „Ich kann es dem Verein nicht antun, zur Vorbereitung zu kommen und dann doch oft absagen zu müssen“, schildert er.

Zu viele Eventualitäten standen im Raum, um mit gutem Gewissen einfach weitermachen zu können. „Denn damit hätte ich dem Trainerteam den Handlungsspielraum genommen, auf einen Ausfall von mir noch reagieren zu können, wenn das Transferfenster dann zu ist.“

Daher bot der Co-Kapitän den Nullachtern im Dezember die Auflösung seines Vertrags an. „Wir haben gemeinsam mit Ferdinand Groß eine gute Lösung gefunden, damit genügend Zeit ist, einen Nachfolger zu finden. Und das hat mit Marko Andric ja auch geklappt“, ist Ngo dem Verein sehr dankbar.

Zeit als Leistungssportler endet

Trotz der guten, gemeinsamen Lösung in einer schwierigen Situation fällt Ngo der Abschied schwer. Am Montag wurde der 32-Jährige im Kreis der Mannschaft verabschiedet und bekam einen Blumenstrauß und ein Trikot überreicht. „Als das Team dann zur Besprechung zusammengekommen ist, bin ich schnell gegangen“, erzählt Ngo, dem das Herz blutet. Denn: „Bislang war der Fußball meine Identität. Doch das Thema Leistungssport hat sich nun für mich erledigt.“

Als er im letzten Einsatz gegen den TSV Essingen seinen einzigen Saisontreffer erzielte, wusste er nicht, dass es sein letztes Spiel für Nullacht sein würde. Dem Fußball ganz den Rücken kehren will der Deutsch-Vietnamese nicht. Er suche nun nach einem neuen Verein, bei dem er einmal pro Woche trainieren kann.

Schon einmal hatte er sich aus beruflichen Gründen aus dem Leistungssport verabschiedet und von 2022 bis 2024 für den VfB Tamm in der Kreisliga gekickt. „Das war damals etwas anderes“, weist Ngo einen Vergleich von sich. „Damals hatte ich auch das Gefühl, dass bei Nullacht ein Zyklus zu Ende gegangen ist. Nun gehe nur ich.“ Die Rückkehr im Juli 2024 habe sich gut angefühlt. Doch jetzt sei endgültig Schluss.

Den Nullachtern ist Ngo treu geblieben, obwohl er oft andere gute Angebote aus der Regionalliga vorliegen hatte. Doch der FSV sei ihm immer auch eine Herzensangelegenheit gewesen. „Vor allem in meinen ersten Jahren waren wir richtig erfolgreich, haben damals aber in der Relegation den Aufstieg in die Regionalliga verpasst“, erinnert er sich zurück. Neben dem Leistungssport wird Ngo vor allem das Kabinenleben und die Kameradschaft vermissen. Als Zuschauer will er den Verein künftig weiter am Bruchwald unterstützen.

 
 
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