Im Kader von Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen war in der Winterpause viel Bewegung. Neben sieben Abgängen haben die Nullachter für die am 21. Februar beginnende Restrückrunde vier neue Spieler verpflichten können. Da mit Duc Thanh Ngo (Karriereende) und Steven Keklik (Knieverletzung) zwei etablierte Innenverteidiger nicht mehr zur Verfügung stehen, mussten die Bissinger ihre Abwehrreihe neu aufstellen. Zentraler Spieler hierbei soll Neuzugang Marko Andric werden.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen „Für uns gibt es nur noch Endspiele“
Beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen übernimmt Neuzugang Marko Andric eine tragende Rolle in der Abwehr. Er hat sich bewusst für die Herausforderung Abstiegskampf bei Nullacht entschieden.
Wunschspieler von Zmpitas
In der Vorbereitung zeigte der 22-Jährige direkt seine Qualitäten. Der Wunschspieler von 08-Trainer Daniel Zmpitas hat mit starkem Stellungsspiel überzeugt. Dank einer Körpergröße von 1,91 Metern kann sich Andric bei Standardsituationen auch ins Offensivspiel der Nullachter einschalten. „Marko Andric bringt viel Qualität mit und hat sich sehr gut eingefügt“, betont Trainer Zmpitas. „Das Zusammenspiel mit Jona Lorch hat in der Vorbereitung sehr gut funktioniert. Vom Typ her ist Marko kein Lautsprecher, aber er gewinnt viele Duelle und ist eine wichtige Stütze in unserer neu strukturierten Abwehrkette.“
Früh bemühte sich Zmpitas um Andric, der im Sommer vom FC Nöttingen zum hessischen RW Walldorf gewechselt war. Dort fühlte sich der Kroate aber nicht wohl. „Rückblickend betrachtet war es ein Fehler, dorthin zu wechseln“, sagt Andric über seine kurze Zeit in der Hessenliga. Die Spielweise dort sei viel weniger strukturiert als in Baden-Württemberg und liege ihm nicht so. „Abgesehen von den Top-Mannschaften agieren in der Hessenliga viele Teams mit langen Bällen und es wird viel weniger kombiniert“, erklärt Andric. Nach zehn Spielen im Trikot der Walldorfer stand für ihn fest, dass er zurück ins Schwabenland wollte. Aus der Oberliga gab es einige Interessenten, auch eine Rückkehr nach Nöttingen sei eine Option gewesen, bestätigt Andric im Gespräch mit der BZ. Doch die Telefonate mit Daniel Zmpitas überzeugten ihn davon, sich den Bissingern anzuschließen.
Den Abstiegskampf in der Oberliga sieht der große Fan des FC Barcelona als zusätzlichen Anreiz. „Ich will mit Nullacht den Klassenerhalt klarmachen“, sagt er selbstbewusst. Für die Bissinger sprach zudem die geografische Lage. Andric wohnt in Ludwigsburg und studiert in Esslingen. Ein Wechsel zu Nullacht spart dem beidfüßigen Abwehrspieler viel unnötige Pendelei.
Ambitioniert ist der 22-Jährige nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch in seiner schulischen und beruflichen Ausbildung. Im Alter von 14 Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. „Ich musste erst mal die Sprache lernen und habe mich von Haupt- zu Realschule und Gymnasium hochgearbeitet“, schildert er. Jetzt studiert er im vierten Semester an der Hochschule Esslingen Technische Betriebswirtschaft.
Der Wechsel an den Bruchwald ist auch eine Rückkehr für den Kroaten. Denn in der B-Jugend spielte er kurz für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen. „Aus der Zeit kenne ich auch Jona Lorch noch“, erzählt Andric, der mit Lorch nun in der Bissinger Innenverteidigung gesetzt ist. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und ich fühle mich richtig wohl bei Nullacht.“
Schon in in jungen Jahren hat Andric in unterschiedlichen Vereinen gespielt. Auch in der U19 des FV Löchgau lief er einst auf. In seinem ersten Jahr bei den Herren feierte er den Gewinn des württembergischen Verbandspokals mit der TSG Balingen. In einem unvergesslichen Finale sicherten sich die TSG den Sieg vor mehr als 8500 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen die Stuttgarter Kickers im Elfmeterschießen. In der ersten Runde des DFB-Pokals spielte Balingen anschließend gegen den VfB Stuttgart. Marko Andric erlebte diese Partien als junger Spieler von der Ersatzbank aus. „Mein größter Erfolg war wohl, mit der U19 von Astoria Walldorf in der Bundesliga zu bleiben.“, schildert er.
„Haben es in der Hand“
Mit dem Druck im Abstiegskampf fertig zu werden, ist für den Neuzugang der Nullachter nichts Neues. „Wir verfolgen als Mannschaft ein großes, gemeinsames Ziel – und das ist der Klassenerhalt“, gibt sich Andric kämpferisch. „Wir haben viel Potenzial im Kader und müssen jetzt einfach von Spiel zu Spiel schauen.“
Im ersten Spiel der Restrückrundeist ist am Samstag (14 Uhr) der letztjährige Regionalliga-Absteiger 1. Göppinger SV zu Gast am Bruchwald. Der Nullacht-Innenverteidiger begegnet dem schweren Auftaktprogramm in der Oberliga recht gelassen. „Die Ausgangslage ist so, dass es für uns nur noch Endspiele gibt. Aber wir haben es in der Hand.“
