Wenn in der kommenden Woche die Kicker des FSV 08 Bietigheim-Bissingen wieder ins Training einsteigen, wird ein Spieler fehlen, der eine Ära am Bruchwald mitgeprägt hat. Alexander Götz hat im Jahr 2016 erstmals das Trikot der Nullachter getragen. Nur unterbrochen von einem eineinhalbjährigen Gastspiel in Pforzheim war der offensive Mittelfeldspieler neun Jahre lang eines der Gesichter der Oberliga-Jahre. In 188 Spielen lief Götz für die Nullachter in der fünfthöchsten Spielklasse auf und erzielte dabei 55 Tore. Da ihm die Bissinger keinen neuen Vertrag angeboten haben, wechselt das Nullacht-Urgestein zurück zum FV Löchgau, wo er einst das Fußballspielen lernte.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Götz behält die schönen Momente in guter Erinnerung
Für Alexander Götz endet das Kapitel FSV 08 Bietigheim-Bissingen nach neun Spielzeiten. Das Nullacht-Urgestein kehrt zum FV Löchgau zurück.
„Zu früh mit Abstieg abgefunden“
Auch noch Wochen nach Saisonende zeigt sich Alexander Götz im Gespräch mit der BZ über den Abstieg aus der Oberliga enttäuscht. Zwar habe sich in den vergangenen Jahren immer mehr abgezeichnet, dass die Nullachter aus finanziellen Gründen im Kader nicht mehr über die Qualität vergangener Zeiten verfügten, um gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig zu sein. Dennoch ist sich der 33-Jährige sicher: „Wir hätten die Klasse halten können. Hintenraus war es ja auch nochmal richtig knapp. Im Nachhinein betrachtet, hat sich der Verein viel zu früh damit abgefunden, dass es nach unten geht und man sich neu aufstellen muss. Aus meiner Sicht wurde nicht vorgelebt, dass man es noch packen will. Das hat sich dann auch auf die Mannschaft übertragen.“
Auch als feststand, dass Götz nicht Teil der Zukunftsplanungen der Bissinger sein würde, gab die Nummer zehn weiter alles für die Nullachter. In den letzten drei Heimspielen am Bruchwald erzielte er fünf seiner insgesamt neun Saisontreffer.
„Es ist schade, den Verein mit dem Abstieg zu verlassen“, schildert Götz. „Aber die Entscheidung darüber wurde mir genommen. Für mich war es hart, als ich erfahren habe, dass man nicht mehr mit mir plant. Da war die Kommunikation auch nicht optimal. Aber Fußball ist ein Tagesgeschäft, bei dem harte Entscheidungen dazugehören.“
Nach dem Abgang von Duc Thanh Ngo in der Winterpause waren Götz und Keeper Sven Burkhardt (wechselt zum VfR Heilbronn) die letzten verbliebene Spieler jener Nullacht-Mannschaft, die ab dem Jahr 2017 in der Oberliga für Furore sorgten. Der Abschied samt Abstieg überschatte auch nicht die vielen schönen Momente, die er in seinen neun Spielzeiten bei Nullacht verbracht hat, stellt der in Besigheim wohnende Götz klar: „Der Abschied ist nicht optimal verlaufen, aber am Ende des Tages schaue ich auf die schönen Dinge – und davon gab es mehr als genug.“
Unvergessen bleibt für ihn vor allem seine erste Spielzeit am Bruchwald: „Ein großes Highlight waren sicher die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Regionalliga. Auch wenn es am Ende nicht gereicht hat, war die Saison 2016/2017 schon sensationell, weil wir uns unbesiegbar gefühlt haben.“ Gerne erinnert er sich an die Spiele auf der Waldau gegen die Stuttgarter Kickers vor mehreren tausend Zuschauern zurück. „Auch die Trainingslager, die wir zum Beispiel in Teneriffa hatten und uns von Steffen Vahldiek ermöglicht wurden, waren absolute Highlights, die für einen Oberligisten außergewöhnlich waren.“
Große Ziele mit dem FV Löchgau
Der Blick von Alexander Götz ist nun nach vorne gerichtet. Mit seiner Rückkehr zum FV Löchgau schließt sich ein Kreis. Denn bei den Rot-Weißen machte er seine ersten Schritte im Männer-Fußball und gewann 2016 mit dem FV die Landesliga-Meisterschaft. Der Kontakt nach Löchgau sei nie abgerissen, erklärt Götz voller Vorfreude. „Mit Peter Wiens bin ich gut befreundet und ich war auch immer wieder mal im Austausch mit dem Sportlichen Leiter Daniel Brodbeck. Ich freue mich auf die neue Herausforderung.“
Nachdem Löchgau als Landesliga-Vizemeister in der Relegation wieder gescheitert ist, will der FV erneut Anlauf nehmen, um den Aufstieg in die Verbandsliga zu schaffen. Vielleicht führt Alexander Götz Löchgau ja nach oben – und trifft dann in der übernächsten Saison auf seine Nullachter.
