FSV 08 Bietigheim-Bissingen Krak-Elf zittert sich in Runde drei

Von Niklas Braiger
Im Pokal-Derby wird sich Nichts geschenkt. Benjamin Hamann (in rot) und Nico Albrecht werfen in jede Aktion alles rein, am Ende mit dem besseren Ende für den Mann in gelb. Foto: Ralf Poller/Avanti

Im Pokal-Derby gegen den FV Löchgau setzt sich der FSV aus Bissingen erst in der Verlängerung durch. In Runde drei geht es nun gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

Mit viel Anerkennung und lautem Applaus bedanken sich die Fans des FV Löchgau nach 120 Minuten Pokal-Fight bei den Spielern. Auch wenn der Landesligist am Ende mit 1:2 gegen den FSV 08 Bietigheim-Bissingen verliert, ist von einem Klassenunterschied gegen den Oberligisten nichts zu sehen. Denn erst in der 112. Minute fällt die Entscheidung zugunsten der Bruchwald-Elf. Eine starke Seitenverlagerung von Alexander Götz macht Außenverteidiger Nico Albrecht scharf, im Zentrum legt Adonis Krasniqi auf den eingewechselten Angelo di Stefano ab, der fünf Meter vor dem Tor humorlos den umjubelten Siegtreffer in die Maschen nagelt.

Früher Schlag durch Götz

„Wir haben es uns selbst unnötig schwer gemacht“, sagt FSV-Coach Haris Krak nach der Begegnung, der mit seiner Mannschaft eigentlich früh wie der sichere Sieger aussieht. Schon nach 150 Sekunden sorgt Götz für scheinbar für klare Verhältnisse. Justin Keklik schickt den Neuzugang Albrecht auf der linken Seite steil, der aufgerückte Außenverteidiger setzt sich robust gegen zwei Gegenspieler durch und hat dann auch noch das Auge für den freien Mann. Götz steht im Sechzehner blank, nimmt den Querpass an, setzt einen Löchgauer auf den Hosenboden und schiebt dann sicher ein (3.).

Doch ein leichter Arbeitstag wird es für die Bissinger keineswegs. Die Gäste kontrollieren nach dem frühen Wirkungstreffer zwar die Partie, wenngleich nicht mit eigenem Ballbesitz. Sie überlassen den Hausherren die Regie, stehen aber stabil und lassen kaum etwas zu. Vorsichtige Vorstöße der Löchgauer, die auf dem neuen Kunstrasen im Artinger Stahlrohr Stadion das erste Pflichtspiel absolvieren, landen aber permanent entweder im Aus, bei der Bissinger Hintermannschaft oder in den Armen von Sven Burkhardt im Kasten. Erstmals etwas gefährlich wird es nach einem Flankenball der Roten, der auf dem Kopf des eingelaufenen Kapitän Alexander Sprigade landet. Bedrängt von Aushilfskapitän Duc Than Ngo fliegt der Kopfball aus zehn Metern aber einige Meter über den Bissinger Kasten.

FSV spielt es nicht sauber aus

Wenn die Gäste mal ein paar Momente mit dem Ball bekommen, dann ist es aber häufig zu schlampig gespielt. Querpässe kommen zu weit, Flanken landen hinter dem Tor, der FSV verzettelt sich. Die Laufbereitschaft kann man ihnen aber nicht absprechen, allen voran Stürmer Max Stumm taucht immer wieder im Zentrum auf und bietet sich an.

Der ist auch nach dem Führungstor in Durchgang eins meist bei Torchancen beteiligt, erst bedient er Onesi Kuengienda, der frei an Schlussmann Leon Dobler scheitert, wenig später setzt er einen artistischen Lupfer auf das Tordach. An der größten Chance in Durchgang eins hat er seine Füße ausnahmsweise mal nicht im Spiel: Eine Ecke von Alexander Götz landet unmittelbar vor der Pause auf dem Kopf von Ngo, der komplett frei Dobler zu einer Glanztat zwingt (45.).

In Durchgang zwei ist allerdings kein Klassenunterschied erkennbar. Nullacht ist viel zu ungenau in den Aktionen und gibt immer wieder Einladungen zum Torschießen. Doch auch der FV steht hinten nicht sattelfest. Hüben wie drüben brillieren die Torhüter, gerade in der Schlussphase ist es ein offener Schlagabtausch. So kratzt Dobler einen Abschluss von Daniel Ntarok aus kürzester Distanz noch von der Linie, doch auch Burkhardt zeichnet sich nach einem Eckball aus dem Getümmel mit einem hervorragenden Reflex aus. Kurz zuvor hatte Jona Lorch noch eine Hereingabe in höchster Not zu einer Ecke klären können.

Ekstase in der Nachspielzeit

sErst in der fünften Minute der Nachspielzeit sorgt Furkan Yumurtaoglu für Jubel bei den Hausherren. Nach einer Flanke legt Lukas Aras auf den Mittelstürmer ab, der vor Sven Burkhardt im FSV-Kasten eiskalt bleibt und das 1:1 erzielt. In der Verlängerung bleibt es dann weiterhin spannend: Ngo schädelt einen weiteren Eckball am langen Pfosten aufs kurze Eck, Dobler ist zur Stelle (98.), im direkten Gegenzug enteilt Fabio Jakobs der Bissinger Hintermannschaft, wird von Albrecht aber noch gerade so gestört und legt so den Ball vorbei.

„Wenn das 1:1 ein ticken früher fällt und wir nicht die Unterbrechung dazwischen haben, kann es sein, dass es noch besser für uns wird. Aber dann waren die Zuschauer auch da. Am Ende ist es schade, dass es so eng ist“, sagt FV-Trainer Daniel Zmpitas nach dem Spiel.

 
 
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