Geht da noch was? Der lange Zeit abgeschlagen im Tabellenkeller der Oberliga Baden-Württemberg festsitzende FSV 08 Bietigheim-Bissingen zeigt sich im Endspurt der Saison plötzlich formstark. Beim Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht FC Denzlingen gelang den Bissingern ein glanzloser, aber wichtiger 3:1-Erfolg. Dank des dritten Sieges hintereinander hat sich das Team von Trainer Daniel Zmpitas an die Nichtabstiegsplätze herangerobbt. Geht man von vier Absteigern aus, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bei noch zwei ausstehenden Spieltagen nur noch drei Punkte. Die Bruchwald-Elf ist nun in Schlagdistanz zur Konkurrenz und bastelt weiter an einem kleinen Fußball-Wunder.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Nullacht bastelt weiter am Wunder
Mit dem dritten Sieg in Folge hat der FSV 08 Bietigheim-Bissingen den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze in der Oberliga weiter verkürzt.
Beim vorletzten Heimspiel der Saison mussten die Bissinger auf Kapitän Kevin Ikpide, Auron Selimi und den gelb-rot-gesperrten Bleart Dautaj verzichten. Patrick Scheele rückte als Sechser in die Startformation. Neben Max Stumm stand Emre Yalcin wieder von Beginn an auf dem Feld.
Gegen die harmlosen Gäste aus dem Breisgau waren die Nullachter von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Angetrieben von Alexander Götz bauten die Bissinger viel Druck auf und setzten darauf, nach Balleroberungen Tempo zu machen. Doch die letzten Pässe waren zunächst noch zu ungenau, um aus der optischen Überlegenheit Kapital schlagen zu können. Die erste richtig große Torchance hatte stattdessen Denzlingen. Issa Boye setzte sich gut im Zentrum durch und zog aus knapp 25 Metern ab. Doch 08-Keeper Lukas Röser konnte den gut platzierten Schuss stark parieren (9.).
Yalcin mit kuriosem Führungstor
Nach einer Balleroberung von Yalcin flankte Stumm auf den im Zentrum ganz frei stehenden Götz. Doch der verpasste den Ball einschussbereit um die berühmte Fußspitze (14.). Bissingen blieb weiter am Drücker. Nach einem Eckball von Götz köpfte Innenverteidiger Marko Andric den Ball kraftvoll von der Strafraumgrenze vor das Tor. Die Gäste bekamen den Ball nicht geklärt und in einer unübersichtlichen Situation drückte Stürmer Emre Yalcin den Ball mit der Brust über die Torlinie zum 1:0 (18.).
Beinahe im Minutentakt kamen die Gastgeber nun zu Torchancen. Ein Heber von Yalcin ging nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Auch Stumm und Götz ließen gute Chancen aus. Sogar die Gäste halfen kräftig mit: Nach einem missglückten Rückpass von Denzlingens Yannick Berger konnte der aufgerückte Keeper Laurin Lettow im Zurücksprinten den beinahe ins Tor kullernden Ball noch knapp vor der Torlinie klären. Eigentlich hätte es zur Halbzeit schon 3:0 stehen können. Stattdessen mussten sich die Nullachter mit einer knappen 1:0-Führung zufriedengeben.
Nach dem Seitenwechsel scheiterte Max Stumm zweimal am herausstürmenden Gästekeeper Lettow. Mit einem genialen Steilpass auf Yalcin leitete Andre Sirianni dann das 2:0 ein. Alleine aufs Tor zulaufend legte Yalcin uneigennützig quer auf den mitgelaufenen Alexander Götz, der unbedrängt einschießen konnte (60.).
Doch Bissingen nahm nun zu viel Tempo raus. Ab der 70. Minute schnürte der FCD die Hausherren ein. Nach einem Konter wurde Yalcin im Strafraum gefoult und es gab Elfmeter. Doch Jona Lorch verschoss den Strafstoß kläglich. Und kurz darauf gelang Denzlingen durch Sandro Rautenberg der Anschlusstreffer (83.). Von dem zeigten sich die Nullachter aber kaum beeindruckt. Götz sorgte nur vier Minuten später für den 3:1-Endstand. „Der Gegner hat es uns heute nicht allzu schwer gemacht“, gab 08-Trainer Zmpitas nach dem Spiel zu. „Wir wollten das Spiel gewinnen und das ist uns gelungen. Mich freut es für die Jungs, dass jetzt die Erfolgserlebnisse da sind.“
Schweres Restprogramm
Zwar trennen die Nullachter nur noch drei Zähler vom rettenden Ufer. Doch das Restprogramm der Bissinger hat es in sich: Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist das Team von Daniel Zmpitas zu Gast beim Tabellenvierten Ravensburg. Am letzten Spieltag ist der Drittplatzierte Nöttingen zu Gast am Bruchwald. Es bedarf also weiter eines kleinen Fußball-Wunders, damit es mit dem Klassenerhalt noch klappen kann.
Das weiß auch Daniel Zmpitas und sagt daher nüchtern: „Wir schauen weiter gar nicht auf die Tabelle. Ich habe mir schon vor Wochen den Spielplan ganz genau angeschaut und da war klar, wohin die Reise gehen wird, wenn wir vorher so wichtige Spiele wie gegen Türkspor Neckarsulm verlieren.“
