Trotz makelloser Bilanz von neun Punkten aus den ersten drei Oberliga-Partien hatte Aalens Trainer schon eine Vorahnung, dass das Auswärtsspiel beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen keine leichte Aufgabe für seine Mannschaft werden dürfte. „Ich erwarte ein sehr enges und hitziges Spiel in Bissingen“, betonte VfR-Chefcoach Beniamino Molinari vor der Partie am Bruchwald. „ Sie sind eine gestandene Oberligamannschaft und da lassen wir uns auch nicht vom Tabellenstand blenden.“
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Nullachter trotzen Aalen ein Remis ab
Dank guter Defensive sichert sich der FSV beim 0:0 gegen Oberliga-Spitzenreiter Aalen einen wichtigen Punkt.
Die Nullachter hatten aus den ersten drei Spielen nur einen Zähler geholt, am letzten Wochenende eine 0:5-Pleite in Göppingen kassiert und mussten obendrein auf Kapitän Kevin Ikpide verzichten, der sich am Knie verletzt hat. Daher gab 08-Trainer Haris Krak auch vor dem Spiel die Devise vor, dass „die Null lange stehen muss“ und vor allem eine kompakte Verteidigung gegen die spielstarken Aalener entscheidend sein würde.
Kompakt stehende Nullachter
Die Gäste waren vor 550 Zuschauern am Bruchwald von Beginn an die balldominante Mannschaft. VfR-Torwart Maximilian Otto rückte teilweise bis zum Mittelkreis vor und fungierte als zusätzliche Anspielstation, um ein Überzahlspiel generieren zu können. Doch schon in der ersten Viertelstunde zeichnete sich ab, dass Haris Krak sein Team sehr gut eingestellt hatte. Die Kompakt stehenden Nullachter zogen sich komplett in die eigene Hälfte zurück und attackierten konsequent die vorrückenden VfR-Akteure. Immer wieder wurden die Angriffsbemühungen der Aalener durch eng gemachte Räume im Keim erstickt. Zwingende Torchancen waren Mangelware. Gelegentlich gelang es der Krak-Elf auch einzelne Nadelstiche zu setzen. Meist waren die letzten Zuspiele aber zu ungenau, um aus den Ballgewinnen heraus wirklich gefährlich werden zu können.
Nach den ersten dreißig Minuten erhöhten die Gäste das Tempo nochmal deutlich. Den FSV-Spielern merkte man an, dass die intensive Verteidigungsarbeit an den Kräften zu zehren begann. Die kompakte Defensive erforderte vor allem von den Stürmern Max Stumm und Bleart Dautaj eine enorm hohe Laufbereitschaft. Aalens Luigi Campagna nahm sich aus gut 25 Metern ein Herz und setzte einen Fernschuss links übers Tor (30. Minute). Für eine offensichtliche Schwalbe im Strafraum der Bissinger kassierte Benjamin Kindsvater eine gelbe Karte. Wenn Schüsse aufs Tor kamen, wie etwa ein Freistoß von Dean Melo (45.), konnten sich die Nullachter auf ihren starken Torwart Sven Burkhardt verlassen.
Lucky Punch bleibt aus
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Aalener am Drücker, scheiterten aber weiter spätestens am Bissinger Schlussmann. Je weiter die Uhr tickte, umso mehr versuchten die Gäste einen Treffer zu erzwingen. Eine Reihe von Wechseln sollte die zweite Welle erzeugen. Doch auch die Nullachter reagierten und brachten Emre Yalcin für Max Stumm (73.) und später noch Adonis Krasniqi für Bleart Dautaj (90.+3). In der Nachspielzeit hatten der schnelle Yalcin und Krasniqi zwei gute Gelegenheiten zum Lucky Punch. Doch sie ließen ihre Chancen aus und Schiedsrichter Raphael Kastner pfiff die torlose Partie schließlich ab.
Haris Krak war nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wir mussten die Leidenschaft und Laufbereitschaft heute mitbringen und haben die Räume gut zugemacht. Der Punkt ist für uns sehr viel wert. Positiv ist, dass man sieht, dass man mit Kampf und Laufbereitschaft auch gegen einen so guten Gegner bestehen kann. Es wird die Zeit kommen, in der wir uns dann auch mal am Ende mit einem Lucky Punch belohnen werden.“
Für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen geht es schon am Mittwoch (18.30 Uhr) im Verbands-Pokal gegen SG Sonnenhof Großaspach weiter. In der Liga steht eine weitere schwere Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr) bevor. Dann gastiert die Krak-Elf in der Quadratstadt beim VfR Mannheim. ust
