Ereignisreiche Wochen liegen hinter Imran Halilovic. Mit dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen stieg er als Co-Trainer Ende Mai aus der Oberliga ab. Dann absolvierte er im Juni erfolgreich die abschließenden Prüfungen für seine Trainer-A-Lizenz und gab im Rahmen seines Studiums der Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft an der Universität Stuttgart seine Bachelorarbeit ab. Nun steht ein Umzug von Pleidelsheim nach Stuttgart an. Denn der 25-Jährige ist seit dem 1. Juli Trainer im Nachwuchs-Leistungs-Zentrum (NLZ) bei den Stuttgarter Kickers. Auf seine Zeit bei den Nullachtern blickt Halilovic voller Dankbarkeit zurück.
FSV 08 Bietigheim-Bissingen Raus aus der Komfortzone für Halilovic
Jahrelang war Imran Halilovic an verschiedenen Stellen als Trainer beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen tätig. Nun wechselt er zum Nachwuchs der Kickers.
Sämtliche Stationen durchlaufen
Der Abstieg der Bissinger aus der Oberliga schmerzt den jungen Trainer noch immer. „Für mich als langjährigen Nullachter, der das erste Jahr im Trainerstab der ersten Mannschaft dabeisein durfte und dann den Abstieg erlebt, tut das besonders weh“, sagt er. „Aber ich denke, es war einfach schwierig – und es war auch von Anfang an klar, dass wir gegen den Abstieg spielen würden. Es sah zwischenzeitlich furchtbar schlimm aus, wenigstens haben wir am Ende nochmal in die Spur gefunden und konnten es zumindest spannend machen.“
Insgesamt über zehn Jahre war Halilovic bei den Bissingern. Zunächst war er noch selbst Spieler im Nachwuchs der Nullachter. Dann musste der 1,95 Meter große Hüne seine aktive Laufbahn nach einem Knorpelschaden im Knie früh beenden. „Über die Bezirks- oder Landesliga wäre ich als Fußballer wohl nicht hinausgekommen“, gibt der einstige Mittelfeldspieler schmunzelnd zu. Und das Interesse für den Trainerposten war bei dem gebürtigen Ludwigsburger ohnehin immer da.
Am Bruchwald kletterte Halilovic die Karriereleiter Sprosse um Sprosse immer höher. Von der U13 bis zur U19 über die U23 und zuletzt bei der Herren-Mannschaft stellte er als Trainer sein Fußball-Wissen unter Beweis.
„Drei Saisons habe ich zur Rückrunde zwei Mannschaften gleichzeitig betreut“, schildert Halilovic. „In meinem Privatleben habe ich dadurch natürlich viel vernachlässigt. Aber ich habe hier bei Nullacht einfach gemerkt, dass mir dieses Fußballtrainer-Dasein wahnsinnig Spaß macht und so viel gibt.“
Dankbarkeit für den Verein
An einen Vereinswechsel dachte der 25-Jährige lange nicht, weil er einerseits emotional sehr an die Bissinger gebunden ist und andererseits bei den Nullachtern immer wieder den nächsten Schritt in seiner Laufbahn machen konnte. „Ich bin ein kleiner Fußball-Romantiker, sonst wäre ich vielleicht auch nicht so lange bei Nullacht geblieben“, erklärt Halilovic. Nach dieser Saison merkte er aber, dass es vielleicht auch mal an der Zeit sei, die eigene Komfortzone, das lieb gewonnene Umfeld zu verlassen und eine neue Aufgabe zu suchen.
„Ich durfte am Bruchwald brutal viele Fehler machen und konnte dadurch gleichzeitig viel lernen“, resümiert der Fußballtrainer über seine Zeit in Bissingen. „Deshalb ist bei mir nur Dankbarkeit für den Verein da.“
Mit seinen 25 Jahren hat Imran Halilovic bereits sehr viele Erfahrungen als Trainer machen können. Nach einem Jahr im Herren-Bereich übernimmt er nun bei den Stuttgarter Kickers die U 16.
„Ich freue mich darauf, jetzt in einem Umfeld zu arbeiten, in dem Fußball die absolut höchste Priorität genießt, denn so ist das auch in meinem Leben“, erklärt der Mann mit der Mütze. Der Schritt ins Nachwuchs-Leistungs-Zentrum auf der Waldau sei nun genau der richtige. Seine Nullachter wird er dabei weiter aus der Ferne beobachten.
