FSV 08 Bietigheim-Bissingen Selimi verpasst zweimal den Siegtreffer

Von Claus Pfitzer
Ein Freistoß von 08-Mittelfeldspieler Auron Selimi knallte an die Querlatte des Haller Tores. Foto: /Hansjürgen Britsch/Baumann

Mit einem überragenden Torhüter Bozatzioglou und einer starken Mannschaftsleistung holt der FSV 08 Bietigheim-Bissingen mit dem 1:1 in Schwäbisch Hall einen verdienten Punkt.

In der Findungsphase nach dem personellen Umbruch und in einer neuen Liga ist der FSV 08 Bietigheim-Bissingen im Spiel bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall mit dem verdienten 1:1 einen Schritt nach vorne weitergekommen. Die nach zuletzt vier Gegentoren im Anschluss an Standardsituationen aufgekommene Kritik am Abwehrverhalten räumte das Innenverteidiger-Trio Marlon Radel, Henry Alexander Strahl und Lukas Mann ab, Radel und Strahl waren zudem im gegnerischen Strafraum nach Standards selbst torgefährlich. Im Verbund mit Torhüter Ali Bozatzioglou verteidigten die Nullachter zahlreiche Freistöße und Eckbälle der Sportfreunde.

Bozatzioglou mit Glanzparaden

Der für einen Schlussmann zuweilen unkonventionell agierende Bozatzioglou bekam bei hohen Bällen immer wieder die Hand oder die Faust dran und war mit seiner Reaktionsschnelligkeit auf der Linie ein Garant für den vierten Auswärtspunkt. Mit Glanzparaden meisterte der 22-Jährige einen tückisch aufsetzenden Freistoß von Leorant Marmullaku (28.), den 16-Meter-Abschluss von Azad Toptik (44.) bei der einzigen Chance der Sportfreunde aus dem Spiel heraus, sowie Kopfbälle von Alexander Aschauer (62.) und Häussler (87.). Ein bisschen Glück war dabei, als Matti Bunk einen Kopfball an die Torlatte setzte (45.).

„Es war eine gute Reaktion auf letzte Woche, es war aber auch ein guter Gegner. Es waren ein paar Ecken und Kopfbälle des Gegners, aus dem Spiel heraus haben wir es gut verteidigt. Wir hatten auch ein paar gute Möglichkeiten, sind aber zu schlampig damit umgegangen. Wir dürfen uns nicht zu schade sein, den Ball auch mal in die Box zu bringen. Das wollten wir zu wenig, wir wollten zu viel spielen. Das ist aber in der Liga schwierig, das sage ich schon drei Wochen. Auch die Plätze sind schwierig, aber das ist kein Vorwurf“, kommentierte 08-Trainer Daniel Zmpitas den insgesamt guten Auftritt seiner Mannschaft.

Mit ihrem Stellungsspiel und ihrer Kopfball- und Zweikampfstärke hatten Strahl und Radel Halls „Königstransfer“ Aschauer gut unter Kontrolle, der nun auch im vierten Spiel torlos blieb. Auron Selimi und Justin Keklik auf der Doppelsechs und die auf den beiden offensiven Halbpositionen aufgebotenen Mustafa Uslu und Erind Zogu bevorzugten den spielerischen Ansatz, wollten ansehnlich kicken, was noch fehlte waren aber mehr torgefährliche Situationen im letzten Drittel. Vorne rackerte der junge Roman Timoshenko unentwegt, war viel unterwegs, kam aber mit seinem starken linken Fuß in keine Anschlusssituation mehr. Eine hatte er nach 30 Sekunden, aber sein Schuss wurde vom Haller Torhüter Henry Hutzenlaub geklärt. Das Spiel verlief in der ersten Halbzeit ausgeglichen.

Die vom Damen-Trio um die kommunikative FIFA-Schiedsrichterin Karoline Wacker großzügig geleitete Partie entwickelte sich in der zweiten Halbzeit zu einem offenen Schlagabtausch. In der Halbzeit hatte Zmpitas Klärungsbedarf mit der Schiedsrichterin. „Es war nicht ganz klar, welche Linie wir fahren. Sie hat gesagt, sie lasse mehr laufen. Das war okay, das war eine ordentliche Leistung“, erzählte der 08-Coach.

Nachdem Uslu aus kurzer Distanz an Halls Keeper Hutzenlaub gescheitert war, führte die anschließende Ecke zur Führung für die Gäste. Am langen Pfosten flog Strahl heran und köpfte den Ball ins Tor (53.) und drehte damit den Spieß um: Statt selbst einen Treffer nach einem Eckball zu kassieren, nutzten die Nullachter einen eigenen Standard. Der Vorsprung hielt allerdings nur drei Minuten. Mit einem hammerharten Linksschuss aus 25 Metern zwang der Ex-Nullachter Schmelzle, der zuvor schon knapp das Tor verfehlt hatte, 08-Torhüter Bozatzioglou zu einer Glanzparade, im Nachsetzen drückte Luis Pfeiffer dann den Ball über die Torlinie zum 1:1-Ausgleich (56.). „Da haben wir einfach auch kein Glück. Letzte Woche ist schon ein Sonntagsschuss reingegangen“, so Zmpitas.

Lattentreffer nach Freistoß

Die erneute Führung für die Gäste verpasste Selimi gleich zweimal. Zuerst traf er per Freistoß aus gut 30 Metern nur die Querlatte des Haller Tores (61.), dann scheiterte er mit seinem Schuss aus 20 Metern an Torhüter Hutzenlaub (66.). Auch die beiden Bietigheim-Bissinger Innenverteidiger schrammten knapp an einem Treffer vorbei. Strahls Abschluss wurde gerade noch über das Tor der Sportfreunde abgefälscht (74.), und Radels Kopfball klärte Jonas Dambacher auf der Haller Torlinie (79.).

Wenn zur Defensivstärke und zu den spielerischen Qualitäten auch noch erfolgreiche Abschlüsse hinzukommen, könnte es im dritten Heimspiel der Nullachter am Freitag (19 Uhr) gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach zum ersten Dreier am Bruchwald reichen.

 
 
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