Als Daniel Zmpitas Anfang November das Traineramt beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen von Haris Krak übernahm, kam den beiden Co-Trainern Imran Halilovic und Ferdinand Groß die wichtige Aufgabe zu, den neuen Cheftrainer mit den Abläufen bei den Nullachtern vertrautzumachen. Schnell merkte Zmpitas: „Imran und Ferdi sind absolute Fachleute, ich kann mich glücklich schätzen, sie an meiner Seite zu wissen.“
FSV Bietigheim-Bissingen Pädagogik und Fußball gehen Hand in Hand
Als Co-Trainer beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen profitiert Ferdinand Groß davon, dass er nicht nur Fußballtrainer, sondern auch Lehrer ist.
Nach der Trennung von Haris Krak übernahmen die beiden Assistenten für ein Spiel als Interimslösung die Hauptverantwortung. Die Nullachter siegten unter ihrer Leitung mit 3:0 beim Oberliga-Schlusslicht FC Denzlingen. Nun sind Halilovic, der aktuell an seiner Trainer-A-Lizenz arbeitet, und Groß wieder fest in ihrer gewohnten Rolle als Co-Trainer eingebunden.
Schwerpunkt auf Kommunikation
Während Halilovic sich federführend um das Thema Video-Analyse kümmert, ist Ferdinand Groß vor allem der Mann fürs Kommunikative bei den Bissinger Fußballern. „Meine größte Stärke sehe ich im psychologisch-pädagogischen Bereich “, sagt der 34-jährige Groß. „Ich kann gut zwischen Spielern und Verein vermitteln und fungiere als Gelenkstelle zwischen Kabine und Trainerteam.“
Im Hauptberuf ist er als Realschullehrer in Winnenden tätig und besitzt als Pädagoge ein besonders gutes Gespür für alle zwischenmenschlichen Belange. Bei seinem Heimatverein SKG Botnang fing Groß schon als 15-Jähriger an, in den Trainerbereich „hereinzuschnuppern“ und fand schnell Gefallen daran. „Das hat mich mit der Zeit immer mehr erfüllt“, schildert er. „Es ist bei mir beides Hand in Hand gegangen. Das frühe Arbeiten mit Kindern hat mir auf dem Weg zum Lehrer immens geholfen. Und von der Ausbildung als Pädagoge profitiere ich jetzt aber auch sehr im Fußballbereich.“
Wechsel von Jugend zu den Herren
Zunächst war der Sport- und Deutschlehrer fünf Jahre im Nachwuchsleistungszentrum bei den Stuttgarter Kickers tätig. Anschließend betreute er zwei Jahre lang die U19 des SGV Freiberg. Im Jahr 2019 folgte das, was Groß als „Ritterschlag“ bezeichnet und er wurde Co-Trainer im Herrenbereich bei den Freibergern. Der Wechsel wirke rückwirkend wie der nächste, logische Schritt in der Karriere, sei aber, so Groß, nicht geplant gewesen. Trotzdem erfüllt ihn die Arbeit im Aktivenbereich. „Ich finde es sehr spannend, weil man bei den Herren eine ganz andere Bandbreite in der Altersstruktur hat“, erklärt der Inhaber der B-Trainer-Lizenz. „Mich fasziniert einfach dieses Spannungsfeld, in dem gestandene Familienväter und teilweise 18-, 19-Jährige zusammenwirken und eine Einheit werden wollen.“
Nach dem Aufstieg in die Regionalliga mit dem SGV legte Groß im Jahr 2022 eine „Babypause“ ein. Doch dann juckte es irgendwann wieder in den Fingern. Durch seine früheren Freiberger Spieler Sven Burkhardt, Kevin Ikpide, Steven Keklik und Johnny Zinram entstand dann der Kontakt zu Bissingen. Seit Januar 2024 ist der Pädagoge als Co-Trainer bei Nullacht tätig. Der Sommer mit dem großen personellen Umbruch sei herausfordernd gewesen. Aber die Teamchemie in der Mannschaft sei großartig. Dennoch lief es sportlich bislang nicht gut für die Nullachter, die auf dem vorletzten Platz in der Oberliga überwintern.
„Bei uns haben viele Kleinigkeiten eine gewisse Dynamik entwickelt“, analysiert Groß. „Durch die Verletzungen von Leistungsträgern mussten junge Spieler direkt viel Verantwortung übernehmen.“ Das hätten sie zwar oft sehr gut gemacht, aber gegen etablierte Gegenspieler eben auch mal das Nachsehen gehabt. Daher sei die Pause jetzt gut, damit Trainer Zmpitas eine Vorbereitung mit dem Team hat. Denn auch der Cheftrainer wurde ins kalte Wasser geschmissen. „Ich bin überzeugt davon, dass wir ein richtig starkes Team nach der Pause sein können“, ist sich Groß sicher.
