Fußball, 3. Liga Der Lang-Effekt bleibt diesmal aus

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Orrin McKinze Gaines (links), hier im Laufduell mit Rostocks Lukas Scherff, traf beim Stand von 0:1 den Pfosten.⇥ Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Krise der SG Sonnenhof spitzt sich auch unter dem  Interimstrainer weiter zu. Gegen Rostock verliert der Dorfklub 0:1.

Der Lang-Effekt ist diesmal ausgeblieben: Die stark abstiegsbedrohte SG Sonnenhof Großaspach verlor am Samstag ihr Drittliga-Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock mit 0:1. Damit erlebte auch Interimstrainer Markus Lang erstmals eine Niederlage im Profifußball. Denn bisher hatte der 43-jährige Kirchheimer bei seinen Einsätzen als Feuerwehrmann der SG stets gepunktet. Zwei Siege aus der Vorsaison und ein Remis gegen Duisburg im letzten Spiel 2019 waren seine persönliche Bilanz. „Mein Schnitt wird von Spiel zu Spiel schlechter“, stellte Lang mit Galgenhumor fest und nahm sich selbst in die Pflicht: „Fußball ist ein Geschäft. Auch beim Lang geht’s um Punkte – und die haben wir heute nicht geholt.“

Nach dem zehnten sieglosen Spiel hintereinander ist der Großaspacher Rückstand auf einen Nicht­abstiegsplatz auf zehn Zähler angewachsen. Mit Blick auf die schlechte Tordifferenz von jetzt minus 27 fehlen dem Vorletzten eigentlich bereits elf Zähler zum rettenden Ufer. „Das ist schon eine Hausnummer, da braucht man nicht drum herumreden“, konstatierte Lang. „Ich bin kein Träumer, aber ich muss als Trainer immer optimistisch sein und das auch vorleben.“

Durchhalteparolen sind auch aus der Mannschaft zu hören. „Der Wille und die Hoffnung sind noch da. Wir werden alles geben, um so etwas Unmögliches noch möglich zu machen“, sagte Innenverteidiger Kai Gehring. „Wir brauchen Punkte, Punkte, Punkte – egal wie.“

Gegen Rostock erwies sich die 21. Minute als der spielentscheidende Moment. Nach einer Ecke der Gäste startete die SG Sonnenhof einen Blitzkonter und griff mit drei Kickern gegen die schmalbrüstige Hansa-Absicherung mit nur einem Spieler an. Doch Panagiotis Vlachodimos rutschte an der Hereingabe von Orrin McKinze Gaines vorbei. Und im Gegenzug war John Verhoek nach einem Pass von HSV- Leihgabe Aaron Opoku am Fünfmeterraum eine Schuhspitze eher am Ball als Julian Leist und spitzelte die Kugel zum 0:1 ins Netz. Jener Spieler also, der seit August 2018 nicht mehr für Hansa getroffen hatte und bei den Fans bereits in Ungnade gefallen war. Bereits in der Anfangsphase hatte ein Tor des Niederländers wegen einer knappen Abseitsposition nicht gezählt. Pech hatten die Hausherren hingegen in der 26. Minute, als der schnelle McKinze Gaines aus 16 Metern abzog und am linken Pfosten scheiterte.

Hansa schießt zwei Abseitstore

Im zweiten Durchgang kämpften die Aspacher weiter verbissen um den Ausgleich. Sie ließen aber in der Offensive die letzte Konsequenz vermissen. Halbchancen von Eric Hottmann (60./65.), Rückkehrer Matthias Morys (74.) sowie eine Möglichkeit von Vlachodimos (87.) verpufften. Ballsicherer, abgeklärter und spielerisch besser war Rostock. Mit den Vorteilen wusste der frühere Erstligist von der Ostsee allerdings nichts anzufangen. In der 68. Minute erwies sich das Schiedsrichtergespann erneut als Spielverderber: Regelhüter Martin Thomsen annullierte ein zweites Hansa-Tor. Zu Recht. Denn bei Daniel Patrick Hanslik Schlenzer hatte der im Abseits stehende Verhoek SG-Keeper Maximilian Reule die Sicht verdeckt (68.).

„Die Spieler wieder aufzurichten ist jetzt schwieriger, als die Mannschaft auf Rostock vorzubereiten“, sagte Lang. Vielleicht helfen ihm dabei ja die aufmunternden Worte von Jens Härtel. „Es wird nicht einfach, aber es ist machbar“, sagte der Gästecoach bei der Pressekonferenz an den Kollegen gewandt. Ob er nur höflich war oder es wirklich ernst meinte, wird wohl Härtels Geheimnis bleiben.

 
 
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