Die Kaltwetterfront, die weite Teile Deutschlands zuletzt erfasst hat, hat auch Auswirkungen auf den Sport. So wurden in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg drei Spiele bereits frühzeitig abgesagt. Auch in der Landesliga wurden Begegnungen zum Teil sehr kurzfristig abgesagt. Dadurch war der bisherige Tabellenführer FV Löchgau, dessen Auswärtsspiel in Neckarsulm nicht stattfinden konnte, unfreiwillig spielfrei. So zog die SKV Rutesheim am FVL vorbei. Auch in der Landesliga der Frauen gab es bereits wiederholt witterungsbedingte Ausfälle. So haben einige der zwölf Teams bereits elf, andere erst zehn oder gar erst neun Spiele bestritten. Dies verzerrt die Tabellen.
Fußball in der Region Platzverhältnisse als Gefahr
Die Landesliga-Begegnung des FV Löchgau wird kurzfristig abgesagt. In Bissingen wird die Oberliga-Partie nach 20 Minuten abgebrochen.
Wichtiger noch als der etwas schiefe Blick auf manche Tabelle ist jedoch der gesundheitliche Aspekt. So wurde das Oberliga-Spiel des FSV 08 Bietigheim-Bissingen gegen den TSV Essingen abgebrochen, nachdem sich der Torhüter der Gäste bei einem Zusammenprall mit einem Nullachter verletzt hatte.
Rutschpartie schon vor dem Spielabbruch
Bereits zuvor waren mehrere Spieler auf dem Kunstrasenplatz am Bruchwald ausgerutscht. Nach der Verletzung wurde die Begegnung nicht wieder angepfiffen und soll nun am 6. Dezember nachgeholt werden – zeitgleich zu den übrigen abgesagten Spielen des Oberliga-Spieltags. Somit haben die Bissinger in diesem Jahr noch zwei Spiele zu bestreiten anstatt nur einem.
Der Spielabbruch am Bruchwald schlug zu Beginn der Woche auch hohe Wellen im Netz. So monierten die Gäste die schlechten Bedingungen auf dem Kunstrasenplatz. Die Begegnung hätte nicht angepfiffen werden dürfen, so die Meinung der Essinger. „Man hat schon nach zwei Minuten gemerkt, dass auf dem Platz nicht gespielt werden kann. Es war eine Rutschpartie“, wird Essingens Trainer Simon Köpf auf der Plattform fupa.net zitiert. „Sie hätten wissen sollen, dass der Platz nicht bespielbar ist. Zumal das Spiel der A-Jugend morgens aufgrund der Platzverhältnisse abgesagt wurde“, so Köpf weiter.
„Schiedsrichter sahen keinen Grund für eine Spielabsage“
Von Bissinger Seite gab es ebenfalls ein Statement auf der Internetplattform. „Nachdem das für 11 Uhr angesetzte Spiel unserer U17 durch die Unparteiischen vor Ort abgesetzt wurde, kontaktierten wir die Schiedsrichter und berichteten über den Zustand des Platzes. Dies nahmen sie zur Kenntnis, aber verwiesen darauf, dass sie sich den Platz vor Ort anschauen müssen. Nach Prüfung eine Stunde vor Spielbeginn sahen sie keinen Grund für eine Spielabsage. Auch der TSV Essingen hat diesbezüglich bis zum Spielbeginn in keinster Weise Kontakt zu uns oder den Unparteiischen gesucht“, wird 08-Coach Daniel Zmpitas zitiert.
Letztlich liegt die Entscheidung über eine Spielabsage beim Schiedsrichter, sofern der Platz nicht von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde gesperrt wird. Eine Platzsperrung erfolgt jedoch in der Regel nur bei Rasenplätzen, nicht jedoch bei Kunstrasenplätzen. Gerade bei den Kunstrasenplätzen gibt es jedoch deutliche Unterschiede, je nachdem, welcher Typ Spielfeld am Spielort vorhanden ist.
Der Kunstrasenplatz in Neckarsulm, auf dem der FV Löchgau am Sonntag hätte spielen sollen, hat noch eine Sandschicht unter dem Rasen. Genau dies stellte das Problem dar. „Dort, wo die Sonne den Platz beschienen hat, konnte man gut laufen. An den anderen Stellen war der Platz steinhart. So gab es keine gleichen Bedingungen für beide Mannschaften. Deshalb haben die Schiedsrichter entschieden, das Spiel nicht anzupfeifen“, berichtet Simon Kretschmer, der den FVL seit dem Weggang von Daniel Zmpitas gemeinsam mit Alexander Kurz trainiert. Die Löchgauer befinden sich in der glücklichen Lage, drei Fußballplätze für Training und Spiele zur Verfügung zu haben, einen Rasen- sowie zwei Kunstrasenplätze.
Verschiedene Arten von Kunstrasen in Löchgau
Bei den beiden Kunstrasen handelt es sich um unterschiedliche Modelle. Bei einem wurde noch ein Granulat unter dem Rasen verwendet, beim anderen, neueren, gibt es nur den Rasen als solchen. „Nachdem wir aus Neckarsulm zurück waren, sind wir auf unseren neuen Platz. Der ist sehr weich, dort hätte man spielen können“, sagt Kretschmer. Dieser Typ Rasen werde bislang besonders häufig in der Schweiz verwendet, berichtet der Löchgauer Trainer. Wann das ausgefallene Spiel in Neckarsulm nachgeholt wird, steht noch nicht fest.
