Fußball-Kreisliga A3 Mehr Derbys als je zuvor

Von Simon David
Intensiv geführte Derbys wird es in der Kreisliga A3 noch häufiger geben als bisher. Croatia Bietigheim (in der Mitte Marin Dujmic) bekommt es mit vier Stadtrivalen zu tun. Foto:  

In der Saison 2026/27 kommen fünf der insgesamt 14 Mannschaften der Kreisliga A3 aus Bietigheim-Bissingen. Croatia Bietigheim zählt zu den Favoriten.

Die Landkarte der Fußball-Kreisliga A3 hat sich im Vergleich zur Vorsaison deutlich verändert. Mit dem TSV Kleinglattbach und dem TSV Großglattbach sind zwei Mannschaften aus dem Raum Vaihingen/Mühlacker in die Kreisliga B abgestiegen. Dafür sind mit den Bezirksliga-Absteigern NK Croatia Bietigheim und FV Löchgau II sowie den Aufsteigern SV Germania Bietigheim II und SGM Sachsenheim vier Teams aus der Region neu hinzugekommen. Vor allem aus Bietigheim-Bissinger Sicht ist die neue Saison gleichermaßen besonders wie außergewöhnlich, kommen doch immerhin fünf der 14 Mannschaften aus der Doppelstadt. Neben den neu hinzugekommenen Teams NK Croatia Bietigheim und SV Germania Bietigheim II gehen der SV Hellas 94 Bietigheim, Mezopotamya Bietigheim und die Spvgg Bissingen auf Punktejagd.

Die Voraussetzungen und Saisonziele der fünf Vereine sind dabei recht unterschiedlich, allen ist aber die Vorfreude auf die insgesamt 20 stadtinternen Duelle gemeinsam. „Das wird sich sicher auch bei den Zuschauerzahlen bemerkbar machen. Es macht einen Unterschied, ob man 30 oder 40 Minuten zu einem Auswärtsspiel fahren muss, oder ob es in derselben Stadt stattfindet. Da kommen dann sicher mehr Gästefans zu den Spielen“, ist Lars Schenker, einer der Sportlichen Leiter der Spvgg Bissingen überzeugt. Weitere Anreisen zu Auswärtsspielen sind in der neuen Saison deutlichen seltener.

Absteiger wird als Aufstiegsfavorit gehandelt

Was die Saisonziele angeht, ereilt Croatia Bietigheim das Schicksal fast aller Absteiger, dass sie von der Konkurrenz beinahe automatisch als Favorit auf Meisterschaft und Aufstieg gehandelt werden. Tatsächlich wird der Verein, der in der vorletzten Saison noch in der Landesliga spielte, von der Konkurrenz als Top-Team gehandelt. Die Bietigheimer selbst formulieren es etwas anders: „Wir sind qualitativ gut aufgestellt und wollen auf jeden Fall oben mitspielen. Es gibt aber auch andere starke Mannschaften. Und Derbys haben immer einen besonderen Charakter, da kann alles passieren“, sagt Michael Bufe, der während der Winterpause 2025/26 das Traineramt beim ältesten kroatischen Fußballverein Deutschlands übernahm.

So gerne Croatia eine erfolgreiche Saison spielen möchte, betont der Trainer: „Wir machen den Spielern keinen Druck. Alles kann, nichts muss.“ Auch bei der Spvgg Bissingen hat man sich zum Ziel gesetzt, an die Leistung der Vorsaison anzuknüpfen. Aus dem Meisterschaftsrennen hatte sich die Sportvereinigung zwar bereits mehrere Spieltage vor Schluss verabschiedet, doch Platz drei in der Abschlusstabelle bedeutete dennoch ein respektables Abschneiden. „Wir wollen Platz drei aus der letzten Saison verteidigen und bis zum letzten Spieltag oben dranbleiben“, so Lars Schenker. Als Favoriten sieht der Sportliche Leiter vor allem die Absteiger Croatia und Löchgau II, doch hält er die Staffel insgesamt für sehr ausgeglichen. Vieles sei möglich. Auch, dass in den stadtinternen Begegnungen die ein oder andere Überraschung gelingt. „Die Derbys sind intensiver, giftiger“, so Schenker.

Während Croatia und die Spvgg Bissingen nach oben schielen, geht es für Mezopotamya, den SV Hellas und Aufsteiger SV Germania Bietigheim II zunächst einmal darum, die Klasse zu halten. Mezopotamya wurde zuletzt Zehnter, Hellas musste als Elfter der Abschlusstabelle in die Relegation, in der der Klassenerhalt letztlich doch noch gesichert wurde.

Beim SV Germania II will man sich als Neuling in der höheren Liga etablieren. „Ich würde uns als Underdog bezeichnen. Für unsere zweite Mannschaft geht es, genau wie für das Landesliga-Team, darum, den Klassenerhalt möglichst früh zu schaffen“, so Claudio Ferrara, Sportlicher Leiter des SV Germania. Die anderen Mannschaften, die seit Jahren in der Kreisliga A spielen, sieht Ferrara im Vorteil. Als Favoriten sieht er vor allem den FV Löchgau II und Croatia, aber auch den TSV Ensingen und die SGM Nussdorf/Roßwag. „Auch Bissingen wird eher oben mitspielen.“

Die fünf A-Ligisten aus der Doppelstadt haben sich in sehr unterschiedlichem Maße verstärkt. Nachdem es bei Croatia nach dem Rückzug aus der Landesliga einen großen Umbruch gab, herrscht nun Kontinuität. „Der Kader ist zu 95 Prozent zusammengeblieben. Es gab nur zwei Abgänge und wir haben uns punktuell verstärkt, sodass wir jetzt im Grunde besser aufgestellt sind als in der Bezirksliga“, sagt Trainer Bufe. Mezopotamya (ein Zugang bei vier Abgängen) und Hellas Bietigheim (drei Zugänge und zwei Abgänge) gab es vergleichsweise wenige Veränderungen.

Kein „Umbruch“ trotz einem Dutzend Neuzugängen

Die Sportvereinigung Bissingen verpflichtete insgesamt zwölf neue Spieler von anderen Vereinen. Von einem Umbruch will Lars Schenker jedoch nicht sprechen. „Vom Stamm der letztjährigen Mannschaft ist ein Großteil zusammengeblieben. Lediglich auf der Torhüter- und einer Stürmerposition gab es Abgänge, was den Kern der Mannschaft angeht“, so der Sportliche Leiter. Unter anderem wurden zwei neue Torhüter verpflichtet. Auf allen Positionen wird der erwünschte Konkurrenzkampf um die Plätze in der Startelf nun größer. Trotz Urlaubszeit sei die Trainingsbeteiligung und -bereitschaft bislang sehr gut, lobt Schenker.

Beim SV Germania Bietigheim stehen vier Abgängen vier Neuzugänge gegenüber. Insgesamt sieht Claudio Ferrara die Mannschaft offensiv wie defensiv gut aufgestellt. Mit Fabio Giunta übernimmt ein alter Bekannter den Trainerposten.

Bezirkspokal als zusätzliches Vorbereitungsspiel

Vor dem Start in die Liga steht für die A-Ligisten die erste Runde im Bezirkspokal an. Durchweg wird der Pokalwettbewerb als „Bonus“ bezeichnet, den man gerne spiele. Der Fokus liegt jedoch bei allen Teams auf der Liga. „Der Pokal ist aber auch eine gute Gelegenheit, um den Spielern, die sonst nicht so häufig zum Einsatz kommen, zusätzliche Spielzeit zu geben“, betont Claudio Ferrara. Zudem bietet der Pokal eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die Liga, nur eben nicht als Test- sondern als Pflichtspiel.

Noch wissen jedoch nicht alle A-Ligisten, gegen wen sie Anfang September antreten müssen. So wird auch der Gegner des SV Germania Bietigheim II erst noch in einer Qualifikationsrunde unter den B-Ligisten ermittelt.

 
 
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