Fußball-Landesliga „Ich kenne keinen Trainer, der uns besser helfen kann“

Von Simon David
Pleidelsheims Trainer Marcus Wenninger hatte zuletzt allen Grund, seiner Mannschaft zu applaudieren. Bis zum Klassenerhalt ist es aber noch ein weiter Weg. Foto: Julia Rahn/Pressefoto Baumann

Pleidelsheims Fußball-Abteilungsleiterin Susanne Düding lobt das vertrauensvolle und offene Verhältnis zwischen Trainer, Mannschaft und Vorstand.

Im dritten Jahr in Folge spielt der GSV Pleidelsheim nun schon in der Fußball-Landesliga. Sollte der Klassenerhalt gelingen, wäre dies ein Vereinsrekord. Länger als drei Jahre am Stück gehörte der GSV nämlich niemals dieser Spielklasse an. Noch ist es jedoch ein weiter Weg bis zum Klassenerhalt, da die Gelb-Schwarzen als 15. auf einem Abstiegsplatz überwintern. Lange standen die Pleidelsheimer gar abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das Warten auf den ersten Punktgewinn dauerte bis zum siebten Spieltag. Der erste Sieg wurde gar erst am zwölften Spieltag eingefahren. In den letzten fünf Begegnungen vor der Winterpause blieb der GSV aber ungeschlagen, drei davon wurden gewonnen.

„Müssen immer ans Limit gehen“

Dadurch ist die Nichtabstiegszone wieder in Schlagdistanz. „Es bleibt trotzdem eine sportliche Aufgabe. Wir können diese Liga spielen, müssen aber immer ans Limit gehen. Wir wussten ja, was auf uns zukommt“, sagt GSV-Trainer Marcus Wenninger.

Nach einem hervorragenden Platz neun in der Vorsaison gelang es der Mannschaft zu Saisonbeginn nicht immer, an dieses Limit zu gehen. „Vielleicht hatten wir unbewusst das Gefühl, schon einen Schritt weiter zu sein“, so Wenninger. Ein Irrglaube, wie sich herausstellte. Tatsächlich geht es in dieser Saison noch enger zu als in den Vorjahren. Die Konkurrenz, auch um den Klassenerhalt, ist noch größer geworden als zuvor. So stehen mit dem TSV Crailsheim und der Spvgg Satteldorf zwei Teams im unteren Tabellendrittel, die vor Saisonbeginn deutlich stärker eingeschätzt wurden. Erschwerend kam hinzu, dass gleich mehrere Innenverteidiger längere Zeit verletzungsbedingt ausfielen. So mussten kreative Lösungen gefunden werden. Mirsad Vejselovic, eigentlich Mittelfeldakteur, spielte so gut auf der bislang ungewohnten Position, dass er diese auch künftig besetzen kann und wird. „Am Anfang haben wir zu lange gebraucht, um in den Fluss zu kommen. Das letzte Drittel der Vorrunde war aber herausragend“, fasst der Trainer den bisherigen Saisonverlauf zusammen.

Wenninger wurde trotz des schlechten Starts in die Saison nie in Frage gestellt. Dennoch gab es im Team offenbar Gesprächsbedarf. „Im Oktober ist der Mannschaftsrat auf mich zugekommen. In der Mannschaft wurde viel diskutiert und auch der eigene Anteil am Verlauf selbstkritisch angesprochen. Doch gab es auch in der Zusammenarbeit mit dem Trainerteam noch Luft nach oben. Nachdem der Mannschaftsrat auf mich zukam, habe ich wiederum mit den Trainern ein Gespräch geführt“, berichtet Susanne Düding, die der Abteilung Fußball beim GSV vorsteht. Dies habe einige Fragen geklärt. Tatsächlich lief es danach deutlich besser beim GSV. Düding betont jedoch, dass Wenningers Position als Trainer nicht zur Disposition stand. „Ich sehe keinen anderen Trainer, der uns besser helfen kann als Marcus Wenninger. Es ist eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand, weil alle offen miteinander sprechen können“, sagt Düding. Sie teilt die Auffassung des Trainers, dass in jeder Begegnung mehr als 100 Prozent gegeben werden müssten, um die Klasse zu halten.

Großer Zusammenhalt im Team

Vom Zusammenhalt und der Trainingsbeteiligung der Spieler ist Düding angetan, ebenso wie Marcus Wenninger. Beide betonen, dass ein Abstieg in die Bezirksliga kein Beinbruch wäre, doch wolle man alle Chancen auf einen Verbleib in der Landesliga nutzen. Ab dem 31. Januar stehen, jeweils samstags, Testspiele zur Vorbereitung an. Nach A-Ligist TSV Grünbühl testet der GSV gegen die TG Böckingen (Bezirksliga Franken), den TSV Schwieberdingen, den TSV Schornbach (Bezirksliga Rems-Murr-Hall) und den FV Neuhausen (Landesliga 2). Testspielgegner aus dem eigenen Bezirk zu finden, war sehr schwierig, da die Bezirksliga Enz/Murr bereits im Februar wieder den Spielbetrieb aufnimmt. Dennoch sind diese fünf Tests zustande gekommen. „Wir müssen in der Rückrunde durchpunkten. Es wird sehr kräftezehrend“, ist Coach Wenninger überzeugt. „In der Rückrunde haben wir mehr Heimspiele als in der Vorrunde. Wir hoffen, dass das ein Pluspunkt für uns ist. Vor allem gegen die direkten Konkurrenten müssen wir punkten“, betont Susanne Düding. In der Landesliga geht es für den GSV am 7. März mit dem Heimspiel gegen die SG Weinstadt weiter. Dann wollen die Gelb-Schwarzen an den Lauf aus den letzten Spielen anknüpfen.

 
 
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