Fußball-Landesliga: Löchgau gewinnt 4:0 in Öhringen Terry Asare außer Rand und Band

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Eine typische Szene: Der Löchgauer Rechtsaußen Terry Asare rennt seinen Öhringer Gegenspielern davon. ⇥ Foto: Alexander Bertok

Beim Löchgauer 4:0-Sieg in Öhringen ist der Rechtsaußen an allen Toren beteiligt.

Die Aufforderung auf dem Stadionmagazin-Cover der TSG Öhringen an die Mannschaft war unmissverständlich. „Es müssen Heimpunkte her“ prangte dort in großen roten Lettern. Doch daraus wurde am Samstagnachmittag nichts: Der FV Löchgau wurde seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich beim Landesliga-Letzten mit 4:0 durch. Der dritte Dreier am Stück bescherte den ganz in Grau spielenden Gästen den Sprung auf Platz vier. Die Öhringer kassierten dagegen im zehnten Saisonspiel ihre neunte Niederlage und bleiben damit das Schlusslicht. Zudem stellen sie mit nur sechs Treffern wie gehabt den schwächsten Angriff aller 19 Landesligisten.

Aber sie haben halt auch keinen Terry Asare im Kader. Der 23-jährige Löchgauer Rechtsaußen avancierte erneut zum herausragenden Akteur auf dem Rasen – wie schon eine Woche zuvor nach seiner Einwechslung beim 6:3 gegen Schornbach. An allen vier FVL-Toren war Asare in Öhringen beteiligt: Zwei erzielte er selbst, die beiden anderen bereitete er vor. „Das hat er sich erarbeitet. Terry spielt jetzt deutlich einfacher, reifer und effektiver. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Zielstrebigkeit ist er eine Waffe. Er hat etwas, was nicht viele haben“, lobte Thomas Herbst den formstarken Offensivmann. Der Gästetrainer stellte aber im gleichen Atemzug die Verdienste der Teamkollegen heraus: „Die Mitspieler arbeiten für ihn und bringen ihn in Position.“

Die Partie im Otto-Meister-Stadion entpuppte sich als eine einseitige Angelegenheit. Herbst hatte seine Mannen im Vorfeld noch mal an das Heimspiel in der Vorsaison erinnert, als der FVL zwar drückend überlegen war, aber dennoch nach einem Sonntagsschuss der TSG mit 0:1 verlor. Seine Kicker nahmen sich die Worte zu Herzen. Sie boten über 90 Minuten eine konzentrierte Vorstellung und warfen ihre spielerischen Vorteile in die Waagschale. Überraschenderweise ließen die Hohenloher über weite Strecken Biss, Einsatz und Zweikampfhärte vermissen – Tugenden, die man von einem Abstiegskandidaten eigentlich erwarten könnte.

Bereits in der dritten Minute ging Löchgau in Führung: Asare hatte sich über rechts durchgetankt und am Fünfmeterraum Tim Schwara bedient, der eiskalt zum 1:0 abschloss – sein erster Saisontreffer. Nach einer halben Stunde schlug der Vorbereiter dann selbst zu, indem er Cedric Cramers Freistoßflanke mit dem Kopf zum 0:2 ins Netz verlängerte. Bereits kurz vor der Pause musste Stürmer Schwara mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel raus. Dies tat der Angriffslust der Gäste aber keinen Abbruch. Ein übler Fehlpass von Mansour Ceesay im Mittelfeld ermöglichte Asare das dritte Löchgauer Tor: Der Ghanaer eilte davon und überwand TSG-Keeper Patrick Bauer mit einem platzierten 18-Meter-Flachschuss, der im linken Eck einschlug (65.). Und beim 4:0 fälschte Öhringens Kapitän und Innenverteidiger Philipp Schropp die Hereingabe von Asare ins eigene Tor ab (87.). Ein halbes Dutzend weiterer Großchancen ließ der Favorit aus. So knallte Cramer einen Freistoß an die Latte. „Wir haben dort angesetzt, wo wir gegen Schornbach aufgehört haben. Nach einem 4:0 sind wir zufrieden, auch wenn wir bei der Chancenverwertung etwas nachlässig waren“, sagte Herbst.

TSG-Trainer redet sich in Rage

Während die Löchgauer im Spielerkreis fröhlich „Auswärtssiege sind schön“ sangen, bekamen die TSG-Kicker ein paar Meter entfernt eine laute Wutrede ihres Trainers Martin Weiß zu hören. „Das hat mit Landesliga-Niveau nichts zu tun“, war noch einer der netteren Kommentare. Wenn sich beim Kellerkind aus dem Hohenlohekreis nicht rasch etwas ändert, ist der Abstieg programmiert. Da kann die Redaktion des Stadionhefts noch so viele Heimpunkte fordern.

 
 
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