Fußball regional Besonderer Teamgeist erschwert den Weggang

Von Simon David
Steffen Leibold hat sein Amt als Coach beim TV Marbach abgelegt. Der ehemalige Spieler von 07 Ludwigsburg übergibt an Co-Trainer Christos Makrigiannis. Foto: Julia Rahn

Trotz gutem Verhältnis zur Mannschaft und guter sportlicher Entwicklung hat Steffen Leibold sein Amt in Marbach aufgegeben.

Gleich zwei Trainer-Rücktritte gab es in der vergangenen Woche in der Fußball-Bezirksliga Enz/Murr. Während der Trainerwechsel beim TSV Münchingen aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über den weiteren sportlichen Weg nicht gerade harmonisch ablief und hohe Wellen schlug, waren es beim FC Marbach persönliche Gründe, die den bisherigen Coach zum Rückzug bewegten. „Ich hätte am liebsten weiter gemacht. Ich bin aber selbstständig und habe Familie, das wurde alles zu viel“, sagt Steffen Leibold, der seit 2024 Trainer und seit Sommer 2025 Chefcoach bei den Schillerstädtern war.

Zuversicht für die Restsaison

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, betont der Physiotherapeut. „Wir haben mit vielen neuen Spielern im Sommer begonnen und eine sehr, sehr gute Hinrunde gespielt. Ich mache mir keine Sorgen darum, dass die Jungs es auch weiterhin gut machen“, so der bisherige Trainer, der nach eigener Aussage einen hohen Anspruch an sich selbst habe und immer alles richtig machen wolle.

Leibold, der mit den Marbachern auf Platz sechs der Bezirksliga-Tabelle überwinterte, schätzte die Zusammenarbeit mit Spielern und Trainerkollegen sehr. Von einem besonderen Teamgeist ist die Rede. Deshalb sei es ihm auch sehr schwergefallen, zu gehen. Von gutem Verhältnis untereinander und gegenseitiger Wertschätzung zeugt auch das Statement des Vereins. Markus Widmann, Sportvorstand beim FCM, hat Verständnis für die Entscheidung, bedauert diese jedoch gleichzeitig. „Die sportliche Entwicklung der Mannschaft unter Steffen Leibold war sehr positiv. Wir wollen diesen Weg fortsetzen“, betont Widmann, der nach wie vor im engen Kontakt mit dem ehemaligen Trainer ist. Leibolds Nachfolger, der bisherige Co-Trainer Christos Makrigiannis, holte im ersten Spiel als neuer Cheftrainer gleich einen 2:1-Auswärtssieg beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen II.

Enges Mittelfeld

Damit rückten die Marbacher wieder auf Platz sieben der Tabelle vor. Leibold traut seinem ehemaligen Team einiges zu. Dennoch müsse der Blick auch nach unten gehen, da es in der Bezirksliga in dieser Saison so eng zugehe wie lange nicht mehr. So hat der Tabellen-Dritte TV Aldingen aktuell nur zehn Punkte mehr auf dem Konto als der TASV Hessigheim auf Platz zwölf.

Auch die Mannschaften auf den ersten Abstiegsrängen sind noch in Schlagdistanz. Die Entwicklung bei anderen Mannschaften, zum Beispiel dem TSV Münchingen, sieht Steffen Leibold kritisch. In Münchingen war fast die komplette erste Mannschaft nach dem Trainerwechsel abgewandert. Ein Großteil der Spieler der bisherigen zweiten Mannschaft rückten nach. „Das verzerrt den Verlauf der Rückrunde. Letzte Saison ist Dersim Ludwigsburg in der Rückrunde mit fast komplett anderem Team angetreten. Nun hat es beim AKV Ludwigsburg, bei Pflugfelden und jetzt auch bei Münchingen solch starke Veränderungen gegeben. Fairplay ist anders“, moniert er.

Germania als Leibolds Favorit

Was die Frage von Aufstieg und Meisterschaft angeht, sieht Leibold den SV Germania Bietigheim als klaren Favoriten. Um Platz zwei werden sich seiner Meinung nach zwei bis drei Teams streiten, wobei der TV Aldingen gute Chancen habe. Was den FC Marbach angeht, ist er sicher, dass der Klassenerhalt früh gesichert sein wird.

 
 
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