Bei den 18 Trainer der Regionalliga Südwest ist der Drittliga-Absteiger SV Sandhausen neben den Offenbacher Kickers der große Meisterschaftsfavorit. An diesem Freitag (19 Uhr) wird im Hardtwald-Stadion des SVS mit der Partie gegen den FSV Frankfurt die Saison 2025/26 eröffnet, die mit dem FC Bayern Alzenau nach einigen Jahren wieder eine Besonderheit aufweist, denn der Meister der Oberliga Hessen hat seine Heimat im Freistaat Bayern. Neu dabei sind neben Sandhausen und Alzenau auch die weiteren Aufsteiger und Rückkehrer SG Sonnenhof Großaspach, TSG Balingen und TSV Schott Mainz. Neben Sandhausen und Offenbach räumen die Trainer auch dem FC 08 Homburg, KSV Hessen Kassel, dem SGV Freiberg, dem SC Freiburg II und den Stuttgarter Kickers Titelchancen ein.
Fußball-Regionalliga Absteiger Sandhausen als Favorit im Rennen
Der letztjährige Drittligist eröffnet an diesem Freitag die neue Regionalliga-Saison. Mit Alzenau ist auch ein Team aus Bayern dabei.
22 Neue beim Absteiger
„Die Mannschaft soll sich entwickeln, ich räume kein Saisonziel ein. Olaf Janßen hat unsere Erwartungen noch übertroffen“, sagt Jürgen Machmeier, der mächtige Präsident des SV Sandhausen und lobt seinen Trainer, der in kurzer Zeit aus den 22 Neuzugängen eine Mannschaft geformt hat, nachdem bis auf den Ersatztorwart über 30 Spieler den langjährigen Zweitligisten nach dem Drittliga-Abstieg verlassen haben. Janßen, bislang bei Viktoria Köln im Amt und davor auch schon Co-Trainer beim VfB Stuttgart, ist es offensichtlich gelungen, den SVS auf Kurs zu bringen.
Unter den zahlreichen Neuen stachen in der Vorbereitung Torjäger Pascal Testroet vom FC 04 Ingolstadt, der Ex-Mönchengladbacher Leon Ampadu als groß gewachsener Sechser und Regisseur Luca de Meester (Viktoria Köln) heraus. Ein neuer Coach ist auch beim Zuschauerkrösus Offenbach im Amt: Kristjan Glibo soll am Bieberer Berg trotz zahlreicher Abgänge endlich den Wunsch nach Dritter Liga erfüllen. Die Abwehr ist weitgehend zusammengeblieben, im Mittelfeld verstärkt Jona Borsum (Eintracht Braunschweig II) das Team, zudem ist Marc Wachs nach langer Verletzungspause bald wieder einsatzfähig. Von Fortuna Düsseldorf II verpflichteten die Kickers mit Kilian Skolik einen Offensivspieler Marke Woltemade. Der KSV Hessen Kassel setzt weiter auf jede Menge Erfahrung seiner Ex-Profis Lukas Rupp, Yannick Stark und Sercan Sararer, hinzu kam mit Benjamin Girth ein bulliger Stürmer, der seine Torjägerqualitäten in der Dritten Liga nachgewiesen hat.
Drei Freiberger in Homburg
Der FC 08 Homburg hat einen großen Aderlass zu verzeichnen, aber dennoch das Gerüst behalten und eine eingespielte Mannschaft aufweist. Mit Nils Röseler kam ein Abwehrchef aus der holländischen Ehrendivision und vom SGV Freiberg neben Torwart Michael Gelt auch die Offensivspieler Armend Qenaj und Hilal El-Helwe, der allerdings Pech hatte und mit einer Sprunggelenksfraktur lange ausfällt. Bei der Generalprobe besiegten die Homburger den Zweitligisten SV Elversberg mit 3:0.
Für die zweite Spielzeit unter Trainer Marco Wildersinn haben die Stuttgarter Kickers nach einer enttäuschenden Vorsaison ihren Kader kräftig durchgemischt und verjüngt. Für die defensiven Außenpositionen kamen Nico Fundel und David Udogu vom FV Illertissen, der in der bayerischen Regionalliga bei den Würzburger Kickers gespielt hat auch Maximilian Zaiser, der die Fäden im Kickers-Mittelfeld zusammen mit Peer Lockl, der allerdings ebenso wie Angreifer David Stojak derzeit verletzt ist, ziehen soll. Tore erhoffen sich die Degerlocher von Marlon Faß. Der Ex-Hoffenheimer U19-Spieler ist von Dynamo Dresden ausgeliehen.
Auf der Welle des Erfolgs kommt die SG Sonnenhof Großaspach daher, die es nach zwei hauchdünn verpassten Aufstiegen im dritten Anlauf in die Regionalliga zurückgeschafft haben. In der abgelaufenen Oberliga-Runde hat der Meister 31 von 34 Spielen gewonnen und nur eine Partie beim FSV Hollenbach verloren. Trainer Pascal Reinhardt setzt in erster Linie auf den Aufstiegskader um Torwart Maximilian Reule, Kapitän Volkan Celiktas und Toptorschütze Fabian Eisele. Abgänge gibt es im Fautenhau keine, dafür drei Neuzugänge aus der Region mit den Zwillingen Loris (TSV Aubstadt) und Leon Maier (VfR Aalen), die einst bei der TSG Backnang und den Stuttgarter Kickers gespielt haben, sowie Luca Molinari (1. FC Normannia Gmünd).
Duell der Aufsteiger zum Auftakt
Zum Start empfängt die SGS am Samstag (14 Uhr) den Mitaufsteiger TSG Balingen, der nach einem Jahr in der Liga zurück ist und ebenfalls weitgehend auf bewährte Kräfte setzt. Anders ging der Fast-Namensvetter Bahlinger SC vor, der mit Stefan Reisinger einen prominenten Namen für die Trainerbank geholt und den Kader nach dem Abgang langjähriger bewährter Kräfte wie Yannick Häringer, Shqipon Bektasi, Nico Gutjahr und Fabian Kinast kräftig umgebaut hat.
