Zweimal lag der SGV Heilbronn-Freiberg mit zwei Toren in Führung (2:0 und 3:1), geriet in einer wilden und emotionalen zweiten Halbzeit in Rückstand und schaffte mit dem 4:4-Ausgleich noch einen Punkt. Dabei hätte die Partie nach 30 Minuten klar entschieden sein müssen. Doch die Energie und die lautstarke Unterstützung von den Rängen trieben die Spatzen zum Höhenflug.
Fußball-Regionalliga Die Spatzen setzen mit ihren Fans zum Höhenflug an
Der SGV Heilbronn-Freiberg muss sich nach zweimaliger Zwei-Tore-Führung beim SSV Ulm 1846 mit einem 4:4 begnügen.
„Wir hatten eine sehr, sehr starke Anfangsphase und gehen schnell mit 2:0 in Führung. Aber wie wir mit unseren Chancen umgehen, das geht nicht. Es war ein sehr, sehr starkes Spiel von uns aber auch ein sehr schlechtes. Im Stadion herrschte eine unfassbare Stimmung, die eine extreme Energie aufs Feld gebracht hat. Wir haben uns nach dem 2:0 viele kleine Fehler erlaubt, waren arrogant, genau davor hatte ich gewarnt“, meinte hinterher der SGV-Coach Kushtrim Lushtaku.
Doppelschlag des SGV
Der setzte auf die Startelf vom Spiel gegen Eintracht Frankfurt II, allerdings mit einer leicht modifizierten Ausrichtung. So agierte Jerenias Lorch als alleiniger Sechser, Michael Martin und James Ojikehai bildeten davor das Achter-Duo. Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando, nutzten ihre beiden ersten Torchancen und lagen nach acht Minuten mit 2:0 vorne. Martin nutzte eine feine Vorarbeit von Gwang-in Lee und hämmerte den Ball aus 16 Metern unter die Latte des Ulmer Tores (4.). Auch beim 2:0 hatte Lee seine Füße im Spiel. Er servierte einen Freistoß in den SSV-Strafraum, Paul Polauke war am Ball, ehe Tino Bradara die Kugel ins Netz jagte (8.).
Gegen spielbestimmende, taktisch und spielerisch klar überlegene Gäste kennzeichneten viele Fehlpässe, Missverständnisse und ein umständlichen Spielaufbau den Auftritt der Spatzen. Die verschafften sich aber mehr und mehr Auftrieb durch Einzelaktionen und kamen so zu Chancen. Dennis Chessa scheiterte mit einem Kopfballaufsetzer an SGV-Schlussmann Benedikt Grawe (30.) und wurde auf dem Weg zum Tor gerade noch von Scott Kenedy gestoppt (37.). Aus der folgenden Ecke heraus kamen die Gastgeber zum Ausgleich. Chessa nahm den abgewehrten Ball aus 25 Metern Entfernung erzielte das 1:2 (37.).
Zweimal hatte Steinkötter sein erstes Saisontor auf dem Fuß, scheiterte aber an Schlussmann Radomir Novakovic (30.) und schoss in Rücklage übers Tor (38.). Furios begann auch die zweite Halbzeit. Zunächst erhöhte Minos Gouras für die Gäste auf 3:1, wobei sich Schlussmann Novakovic den Ball nach dem Schuss von Gouras aus spitzem Winkel unglücklich ins eigene Tor beförderte (50.). Doch die durch die Anfeuerung von den Rängen beflügelten Ulmer Spatzen glichen zunächst binnen fünf Minuten aus. Steffen Meuer köpfte eine Flanke von links am langen Pfosten unbedrängt zum 2:3 ein (50.), und Neuzugang Leander Popp glich mit einem beherzten Schuss ins lange Eck nach einem Turbolauf über links zum 3:3 aus (55.). Für Lushtaku ein irreguläres Tor, denn „zuvor wurde unser Spieler Lee klar gefoult.“
Heiße Phase, heiße Stimmung
In der aufgeheizten Stimmung im Donaustadion schafften die Ulmer auch noch die Führung. Aber die Gäste bekamen wieder mehr Spielkontrolle, sortierten sich mit vier Wechseln neu und schlugen zurück. Lorch scheiterte per Kopfball noch an Novakovic (68.), für den es beim 4:4 durch Gouras nach einer Flanke von Matt-Brahan Zie nichts zu halten gab. In der Nachspielzeit hatten beide Teams durch Freistöße noch die Chance auf den Siegtreffer. Der zweifache Torschütze Gouras scheiterte aus 18 Metern an SSV-Keeper Novakovic, auf der anderen Seite parierte SGV-Torhüter Grawe den Schuss von Leon Müller aus rund 25 Metern.
„Es war etwas Besonderes für mich hier mein erstes Spiel für den SGV zu absolvieren. Es war ein brutal intensives Spiel, als ich reingekommen bin stand es 3:3, dann lagen wir plötzlich zurück, kamen aber noch zum Ausgleich. Ich bin unfassbar gut aufgenommen worden, das ist ein brutaler Teamgeist, den ich so selten erlebt habe“, sagte nach seinem Debüt im SGV-Dress David Kammerbauer, der einst auch beim SSV Ulm gespielt hat.
