Mehr Spannung geht nicht: Fünf Spieltage vor Saisonende empfängt an diesem Mittwoch (19 Uhr) der Regionalliga-Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach den in die Verfolgerrolle geratenen SGV Freiberg. Die aufstiegswilligen Freiberger, denen in Heilbronn zur kommenden Spielzeit verbunden mit der Hoffnung auf eine Drittliga-Zukunft der rote Teppich ausgerollt wird, hat sich durch zwei Niederlagen innerhalb einer Woche in eine Drucksituation gebracht. Mit drei Punkten und sieben Toren Vorsprung führt der Aufsteiger SG Sonnenhof mittlerweile die Tabelle an.
Fußball-Regionalliga Die Tür zur Dritten Liga aufbrechen
Vor dem Regionalliga-Schlager an diesem Mittwoch bei Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach ist der Freiberger Trainer zuversichtlich, dass die Wende nach zwei Niederlagen gelingt.
Große Kulisse erwartet
Die Gastgeber erwarten eine große Zuschauerkulisse, am Dienstag waren bereits 3500 Karten im Vorverkauf abgesetzt.
Nach dem 10. Spieltag wies der SGV, der nach drei Partien die Pole Position übernommen hatte, 14 Zähler Vorsprung auf den damaligen Tabellensechsten Großaspach auf. Während der SGV in den folgenden 18 Runden eine Ausbeute von 30 Punkten verzeichnete, holte die SG Sonnenhof in diesem Zeitraum 47 Zähler. Bei nach dem Spitzenspiel noch vier ausstehenden Partien wäre eine Niederlage für den SGV angesichts der Aufstiegsambitionen fatal und aus dem Drittliga-Traum könnte ein Albtraum werden. Die Großaspacher dagegen könnten mit einem Dreier den Weg zum Durchmarsch in die Dritte Liga ebnen, in der sie schon von 2014 bis 2020 gespielt haben. Allerdings spielen die Freiberger noch je zweimal daheim und auswärts, während die SGS dreimal in der Fremde ranmuss und nur noch einmal Heimrecht genießt. Der SGV Freiberg empfängt den 1. FSV Mainz 05 II und den SV Sandhausen und ist bei der SG Barockstadt Fulda und zum Saisonfinale beim FC Bayern Alzenau zu Gast. Großaspach muss beim Bahlinger SC, Mainz 05 II und zum Abschluss bei den Stuttgarter Kickers spielen und empfängt davor noch Fulda.
Der Freiberger Coach Kushtrim Lushtaku, der auf Bryan Adigo (Kreuzbandriss) und eventuell auf Julian Kudala (Probleme am Sprunggelenk) verzichten muss, dafür aber wieder auf Offensiv-Ass Marius Köhl setzen kann, gibt sich vor dem Nachbarschaftsduell kämpferisch und ist trotz der herben Dämpfer überzeugt von seiner Mannschaft.
Lushtaku gibt sich kämpferisch
„Wir müssen uns 90 Minuten konzentrieren. Ich möchte das mental hinkriegen, denn ich weiß, was die Jungs können und was sie in dieser Saison schon gezeigt haben. Es ist eine Phase, in der viele Spieler noch nie dringesteckt haben. Es ist jetzt eine andere Situation, wir müssen die Blockade überwinden. Ich habe Riesenvertrauen, dass wir gewinnen und in der Meisterschaft alles wieder offen ist. Manchmal muss man auch Dinge erzwingen und die Tür aufbrechen, wenn der Schlüssel nicht passt“, sagt der 36-Jährige.
Der Großaspacher Trainer Pascal Reinhardt weiß, wie man Meister wird. Der 33-Jährige führte den FC Holzhausen in die Oberliga und die SG Sonnenhof in seinem zweiten Jahr zum Titel in der Oberliga und zurück in die Regionalliga. „Die guten Leistungen und der gute Lauf geben Selbstvertrauen. Man sieht es meinen Jungs einfach an, dass es ihnen Freude macht, Fußball zu spielen“, sagte Reinhardt nach dem Sieg in Alzenau. Ein Erfolgsfaktor ist die Kontinuität im Kader. Viele Spieler kicken bereits in der dritten Saison zusammen in Großaspach, nach dem Aufstieg kamen lediglich die Maier-Zwillingen Leon und Loris sowie Nico Molinari hinzu, die sich als Volltreffer erwiesen.
Beste Offensive der Liga
Mit 80 geschossenen Toren stellt die SG Sonnenhof die mit Abstand beste Offensive der Liga und trifft nun auf die Mannschaft, die mit 27 die wenigsten Gegentore hinnehmen musste. Der Großaspacher Fabian Eisele führt die Torschützenliste der Regionalliga mit 20 Treffern an. In der Vorsaison ballerte der 31-jährige Münchinger die SGS mit 36 Treffern zur Oberliga-Meisterschaft. Erfolgreichster Torschütze des SGV ist Leon Petö mit zwölf Toren. Das Topspiel ist auch das Duell zweier Alphatiere der Liga. Marco Kehl-Gomez (33) vom SGV und Volkan Celiktas (30) sind Kapitäne ihrer Teams und die Taktgeber im Spiel. Neben Celiktas, der den SGV nach dem Aufstieg 2022 verlassen hat, haben auch der seit Wochen in Topform auftretende Marius Kunde, Mert Tasdelen, Niklas Pollex, Christian Mistl und Ersatzkeeper Alexander Michalik eine sportliche Vergangenheit in Freiberg.
Die Partie wird geleitet von Zweitliga-Referee Felix Prigan (Reichenbach an der Fils), der in der laufenden Saison 13 Einsätze im Unterhaus absolviert hat. Vor wenigen Wochen leitete der 25-Jährige auch das Pokal-Viertelfinale zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SGV Freiberg.
