Eine meisterlichen Anfangsphase des SGV Freiberg endete mit einer 1:3-Niederlage gegen den TSV Steinbach Haiger, die gravierende Auswirkungen auf die Tabellensituation vor dem Freiberger Gastspiel am Mittwoch (19 Uhr) bei der SG Sonnenhof Großaspach hat. Der Tabellenführer erledigte seine Pflichtaufgabe beim FC Bayern Alzenau mit einem 4:1-Erfolg und hat nicht nur drei Punkte Vorsprung auf den lange Zeit ganz oben in der Tabelle thronenden SGV, sondern baute auch die Tordifferenz auf sieben Treffer aus.
Fußball Regionalliga Südwest SGV Freiberg gerät von oben in ein dunkles Tal
Der SGV Freiberg verliert gegen den TSV Steinbach Haiger mit 1:3 und liegt nun in der Tabelle vor dem Topspiel in Großaspach drei Punkte hinter dem Spitzenreiter.
Die Gastgeber gingen durch Meghan Valpoort früh in Führung und ließen danach dicke Chancen aus. Nach 20 Minuten hätte die Mannschaft von Trainer Kushtrim Lushtaku gut und gerne mit 3:0 führen können. Dann aber verloren die Freiberger den Faden, gaben das von ihnen zunächst dominierte Spiel aus der Hand.
„Wir haben anfangs alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, und hatten die Chance auf das 2:0 und das 3:0. Dann haben wir nachgelassen. Die Niederlage ist sehr, sehr schade. Jetzt haben wir die Meisterschaft nicht mehr in unserer Hand. Am Mittwoch wollen wir Großaspach ärgern und Druck aufbauen“, meinte hinterher der enttäuschte Verteidiger Tino Bradara, der nach seiner Knie-Operation und wochenlangem Ausfall sein Comeback in der Startelf feierte.
„Wir haben sehr stark begonnen. Nach dem 1:0 kannst du das Spiel killen, spielen aber unsere drei, vier Chancen schwach aus. In der ersten Halbzeit müssen wir den Deckel draufmachen. Uns hat heute aber der unbedingte Wille gefehlt. Das ist bitter, wo es um alles ging. Jetzt müssen wir am Mittwoch gewinnen. Wenn du aufsteigen willst, musst du durch das dunkle Tal“, bemängelte SGV-Coach einmal mehr die schwache Chancenverwertung und die letzte Entschlossenheit in dieser Drucksituation auf der Zielgeraden der Saison.
Für die Gastgeber begann die Partie wie gemalt. Nach 60 Sekunden lag der Ball bereits im Tor der Gäste, aber den Treffer hatte SGV-Kapitän Marco Kehl-Gomez wohl aus Abseitsposition erzielt.
Valpoort trifft zur frühen Führung
Beim nächsten Tor hatte der großzügig leitende Schiedsrichter Veron Besiri keine Einwände. Valpoort hatte sich nach einem Steilpass wuchtig gegen Lukas Näpflein durchgesetzt und den Ball ins TSV-Tor gehämmert. Leon Petö (22.) und Kehl-Gomez (25.) scheiterten mit dicken Gelegenheiten an TSV-Schlussmann Kevin Ibrahim, die eine oder andere Konterchance schlossen die Freiberger zudem etwas zu ungenau ab. Die bis dahin defensiv anfälligen Gäste kamen immer besser ins Spiel, hatten mehr Ballbesitz und zogen über den umsichtigen Ole Käuper sowie die technisch und spielerisch starken Kicker Eros Dacaj, Serkan Firat sowie den quirligen Gwangin Lee ein gepflegtes Offensivspiel auf.
Bei ihrer ersten Chance verfehlte Julian Yao Mawuli Este mit einem Kopfball noch knapp das SGV-Tor (30.). Den Ausgleich erzielte Käuper per Elfmeter, nachdem Petö zuvor einen Schuss von Käuper mit dem Arm knapp hinter der Strafraumgrenze geblockt hatte (41.). Mit einer super Parade verhinderte Freibergs Torhüter Benedikt Grawe gegen Dacaj das 1:2 (44.).
Der zweite Freiberger Treffer lag im Gegenzug in der Luft, aber nach Petös Schuss prallte der Ball vom Innenpfosten ab (44.).
Gäste nutzen freie Räume
In der zweiten Halbzeit agierten die Gastgeber fehlerhaft, leisteten sich im Spiel Stockfehler und gaben den kombinationsstarken Gästen im Mittelfeld zu viel Raum. Dennoch hatte Petö erneut die Führung auf dem Fuß, seinen Freistoß parierte Ibrahim glänzend (61.). Sein Freiberger Kollege Grawe rettete mit einer tollen Parade gegen Firat (62.), und war dann machtlos, als Jonas Singer den Ball im Anschluss an eine Eckballvariante im langen Eck des SGV-Gehäuses versenkte (66.).
Die Gäste mussten zwar auch hin und wieder tief verteidigen, konnten sich aber immer wieder spielerisch befreien. SGV-Coach Lushtaku ging nach 70 Minuten all in, wechselte dreimal, brachte neben Tim Pietzsch für Bradara mit Marius Köhl nach längerer Verletzungspause und Matt-Brahan Zie frische Offensivkräfte.
Das Tor allerdings fiel erneut auf der anderen Seite. Zwar konnte Grawe, der zuvor schon gegen Singer glänzend pariert hatte, den Schuss von Jakob Pfahl aus kurzer Distanz noch abwehren und ein Freiberger den Nachschuss von Leon Wirtz blocken, doch beim dritten Versuch hämmerte Dacaj die Kugel aus 16 Metern ins obere Tordreieck zum 3:1 für den TSV (80.).
Beim Freiberger Powerplay in der Schlussphase waren Valpoort und Kehl-Gomez nahe dran am Anschlusstreffer, aber Torhüter Ibrahim war nicht mehr zu bezwingen.
