Fußball-Regionalliga Youngster James Ojiekhai feiert seine Torpremiere

Von Claus Pfitzer
James Ojiekhai erzielt das 2:0 für den SGV und knüpft damit an seine Leistung bei den Junioren an. Foto: Julia Rahn/Baumann

Beim 3:0-Sieg des SGV Heilbronn-Freiberg erzielt der 18-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs das 2:0. SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku sieht Gelb/Rot.

Sechs Punkte und 8:0 Tore nach zwei Spieltagen: Der SGV Heilbronn-Freiberg hat einen prima Einstand in die neue Regionalliga-Saison erwischt und auch beim 3:0 gegen den enttäuschenden FC 08 Homburg seine spielerischen, defensiven und offensiven Qualitäten sowie bei großer Hitze auch seine kämpferischen Qualitäten demonstriert. Bei aller Freude über den gelungenen Saisonstart und den starken Auftritt von Youngster James Ojiekhai, der zum 2:0 getroffen hatte, mischen sich beim SGV aber immer mehr verletzungsbedingte Ausfälle.

Zu den ohnehin fehlenden Meghon Valpoort (Faszienriss im Oberschenkel), Marius Köhl (muskuläre Probleme) und Lukas Laupheimer (Bänderriss) gesellte sich am Samstag früh im Spiel auch noch Tim Latteier (Adduktoren). Fehlen wird im Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) in Mannheim auch Trainer Lushtaku, der sich gegen die Saarländer eine Gelb-Rote Karte einhandelte, weil er sich mit Schiedsrichter Marvin Maier wegen einer ausgebliebenen Ampelkarte gegen den Homburger Nicolas Andermatt angelegt hatte (40.).

Kaum Zuschauer vor Ort

Präsident Dirk Steidl, der Technische Leiter Michael Wittwer, einst Bundesliga-Profi beim Karlsruher SC, und ihre Mitstreiter vom FC Nöttingen hatten in Schwerstarbeit die Kleiner Arena nach dem Oberligaspiel des FCN am Abend zuvor gegen den 1. FC Normannia Gmünd (2:0) für das „Heimspiel“ des SGV bereitet und dabei eine Menge an Auflagen erfüllt.

Unter den nur 315 Zuschauern waren eine Handvoll Homburger Anhänger, die ihre Mannschaft mit der Unterstützung befreundeter Fans der TSG 1899 Hoffenheim trotz der dürftigen Leistung lautstark anfeuerten. Ohne die verletzten Angreifer Jacob Roden und Marc Ehrhardt waren die Saarländer trotz längerer Ballbesitzphasen im Offensivspiel arg harmlos. „Wir sind zwar über die Außen nach vorne gekommen, fanden aber keinen Abnehmer“, konstatierte hinterher FC-Trainer Roland Seitz. Die einzige Torchancen verzeichneten die Gäste in der 75. Minute durch einen Flachschuss von Simon Joachims, aber SGV-Keeper Benedikt Grawe lenkte den Ball um den Pfosten.

Beinahe ins eigene Tor getroffen hätte FCH-Kapitän Philipp Steinhart bei einem Rettungsversuch, aber die Kugel flog haarscharf über die Latte (6.). Nach einem Ausrutscher von Andermatt hatte Gwing-in Lee freie Bahn Richtung Homburger Tor, er scheiterte aber an Schlussmann Michael Gelt. Der ehemalige Freiberger Keeper blieb bei der anschließenden Ecke von Leon Petö auf der Linie kleben und Scott Kennedy traf per Kopfball zur 1:0-Führung (30.).

Lushtaku auf der Tribüne

Die letzten Minuten der ersten Halbzeit verbrachte SGV-Coach Lushtaku auf dem Balkon des Medienraums und durfte zur Pause nicht zu seiner Mannschaft in die Kabine. Die zweite Hälfte beobachtete er von den Stehrängen aus hoch über der Trainerbank. Das Kommando an der Seitenlinie hatte sein Assistent Asilhan Yilmaz übernommen. „Wir haben gewonnen, das zählt. Wir sind ein eingespieltes Team und kennen die Abläufe. Kushi und ich sind zu 99 Prozent einer Meinung“, erzählte Yilmaz über seine etwas veränderte Rolle.

Der nach elf Minuten für Latteier eingewechselte Ojiekhai erhöhte mit der ersten Freiberger Torchance in der zweiten Halbzeit auf 2:0. Der hochveranlagte 18-Jährige defensive Mittelfeldspieler, in der Vorsaison für die SGV-U19 in der Bundesliga am Ball, veredelte frei vor FCH-Schlussmann Gelt einen Pass von Petö (55.). „Ich habe den Torwart kurz ausgeguckt und wusste, dass ich mit einem Kontakt abschließen muss. Ich freue mich über das Vertrauen des Trainers und konnte es bestätigen. Ich sollte das Spiel beruhigen und mich nicht stressen lassen“, freute sich der aus Filderstadt stammende Ojiekhai.

Gouras vom Punkt

Mit zwei Glanzparaden bei Schüssen von Lee (61.) und Steinkötter (63.) verhinderte Homburgs Keeper Gelt zunächst einen höheren Rückstand. Machtlos war er beim Elfmeter von Petö, der mit dem 3:0 seinen dritten Scorerpunkt verbuchte (85.). Zuvor hatte Frederik Schumann den schnellen Gouras im Strafraum gehalten. „Es war ein verdienter Sieg, da gibt es nichts zu rütteln. Der SGV war aggressiver und bereiter, den Sieg zu wollen“, stellte FC-Trainer Seitz hinterher fest. Das bestätigte auch SGV-Chefcoach Lushtaku: „Wir wollten unbedingt gewinnen und waren bissiger und griffiger. Mit James bin ich sehr zufrieden.“ Die Belohnung für seine Mannschaft gab es zudem: „Sie hat jetzt zwei Tage frei.“  

 
 
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