Fußball: Saisonstart in der Kreisliga A3 Ex-Profi Pischorn gibt sein Comeback

Von
Marco Pischorn, hier im Trikot des SGV Freiberg, ist in dieser Saison für die SGM Riexingen am Ball. Foto: Hansjürgen Britsch

Die SGM Riexingen tritt in der Kreisliga A3 mit einer prominenten Verstärkung an. Der SGM Sachsenheim und dem TSV Bönnigheim blüht der Abstiegskampf. Viele Klubs setzen auf den Nachwuchs.

Anpfiff zur neuen Saison: Auch die auf 15 Teams geschrumpfte Kreisliga A3 nimmt am Sonntag den Spielbetrieb wieder auf. Die Favoritenlast stemmen der TSV Nussdorf und die Spvgg Besigheim. Als Geheimtipps gelten der VfR Sersheim, die SGM Riexingen und der TSV Häfnerhaslach. Die Mannschaften, die sich schon 2020/21 im Tabellenkeller aufgehalten haben, zählen erneut zu den Abstiegskandidaten – allen voran die SGM Sachsenheim, der VfL Gemmrigheim sowie die Bönnigheimer Klubs TSV und SV Kaman. Die BZ beleuchtet die Situation bei den zehn Vereinen aus ihrem Verbreitungsgebiet.

Spvgg Besigheim

Bei der Sportvereinigung ist Kontinuität Trumpf. Zwar haben die abgewanderten Stammkräfte Osman Kodal und Robin Widmann Lücken hinterlassen. Mit Michael Auchter, Kubilay Senol und Aljoscha Schäffner sind allerdings auch drei Topverstärkungen zum funktionierenden Kollektiv gestoßen. „Wir sind nicht schlechter geworden. Unser Vorteil ist, dass wir sehr eingespielt sind“, sagt Trainer George Carter.

Platz eins bis fünf nennt der Verein als Saisonziel. Beim Spielabbruch im April standen die Besigheimer Kicker auf Rang vier. Mit dem Triumph beim NEB-Cup im heimischen Gustav-Siegle-Stadion hat die Spvgg in der Vorbereitung bereits ein dickes Ausrufezeichen gesetzt.

SV Germania Bietigheim II

Forsch gibt sich José Torres vor dem ersten Anstoß. „Wir haben einen stark besetzten Kader und wollen vorne angreifen“, verkündet der Spielertrainer. Die markigen Worte kommen nicht von ungefähr. Speziell zwei Neuzugänge lassen aufhorchen: Fabio Giunta, der jahrelang beim FV Ingersheim Leitfigur und Torgarant in Personalunion war, plant Torres als Sechser ein. Und der frühere Pforzheimer Oberliga- Akteur Dominik Faber soll nach seiner Rückkehr aus Heilbronn auf der Außenbahn für Wirbel sorgen. Zu den großen Nachwuchshoffnungen zählt der aus der U19 aufgerückte Lucas Strähle. Er hat sich auf Anhieb einen Stammplatz erobert.

SV Kaman 91 Bönnigheim

Auf den ersten Blick wirkt der Optimismus, den Yüksel Köylü aus­strahlt, befremdlich. „So ein Drama wie in der letzten Saison werden wir nicht mehr erleben. Wenn es normal läuft, schaffen wir den Klassenerhalt“, sagt der Vorsitzende und gibt als Ziel einen Rang zwischen fünf und zehn aus. Dabei hatte der SV Kaman 2020/21 bis zum Saisonabbruch nur einen Punkt aus acht Begegnungen geholt und war damit abgeschlagener Letzter gewesen.

Von den Neuzugängen sticht Kubilay Dedeli heraus, der aus Neckarwestheim nach Bönnigheim zurückgekehrt ist. 2018/19 hatte der Stürmer den Verein als Torschützenkönig fast im Alleingang zum Aufstieg geschossen. Trainer war damals Yasin Köylü. Der Bruder des Klubchefs hat das Team nach einer zweijährigen Pause wieder übernommen. „Das war der Wunsch der Mannschaft“, verrät Yüksel Köylü.

TSV Bönnigheim

Vor einer weiteren kniffligen Saison steht der Vorletzte der annullierten Vorsaison. Ein Manko könnte sein, dass dem TSV die Leitwölfe abhandengekommen sind. Altgediente Recken wie Andreas Schmid, Julian Autenrieth oder Thomas Hornig haben sich zur zweiten Mannschaft verabschiedet. Und Kapitän und Mittelfeldmotor Niklas Schneider ist seit Monaten verletzt und wird wohl erst im November sein Comeback geben. „Jetzt müssen eben die jungen Spieler Verantwortung übernehmen“, sagt Abteilungsleiter und Ex-Stürmer Andreas Bollinger. Zwei Eigengewächse, die dafür in Frage gekommen wären, sind allerdings nicht mehr dabei: Yannick Richter geht jetzt auf die Polizeischule, und Joshua Höllige hat einen Auslandsaufenthalt eingelegt. Gleich acht Youngsters sind aus der A-Jugend aufgerückt. Bollinger: „Drei, vier von ihnen werden auf Anhieb eine gute Rolle spielen und Einsatzzeit bekommen.“

VfL Gemmrigheim

Der VfL begibt sich wie schon in der vergangenen Saison auf die Mission Klassenverbleib. „Wir haben eine ziemlich junge Truppe zusammen“, gibt Trainer Erkan Olgun zu bedenken. „Allein fünf Spieler, die ich hochgezogen habe, sind noch bei der A-Jugend spielberechtigt.“ Zugleich hat der VfL viel Erfahrung eingebüßt. Denn mit den Innenverteidigern Max Schneider und Simon Haiber sowie dem defensiven Mittelfeld­strategen Marc Ohlheiser haben gleich drei Stützen mit dem Kicken aufgehört. Die einzige externe Verstärkung ist Jeffrey Feufel, der aus Besigheim kam.

TSV Häfnerhaslach

„Wir müssen uns mit unserer Qualität vor keiner Mannschaft verstecken“, sagt Trainer Marcello Solombrino, der mit dem TSV das vordere Tabellendrittel anpeilt. In den letzten Jahren hat sich das Team mangels Masse oft von allein aufgestellt, mussten Spieler aus der zweiten Mannschaft regelmäßig bei der „Ersten“ aushelfen. Diesmal ist der Kader wesentlich breiter aufgestellt – und der Konkurrenzkampf entsprechend groß.

Der Ligaauftakt beim SV Illingen birgt eine besondere Brisanz. Zum einen trifft Übungsleiter Solombrino am Sonntag auf seinen Heimatverein. Und zum anderen sind im Sommer mit Leandro Franco und Damian Jimenez gleich zwei Talente vom SVI auf den Heiligenberg gewechselt.

SGM Hohenhaslach/Freudental

Die Chancenverwertung war bei der SGM in der Spielzeit 2020/21 das große Manko. Nur zwölf Tore brachte die Offensive in den acht Partien bis zum Abbruch zustande. „Dabei hatten wir die Chance auf 50 Treffer. Wir hatten eine viel zu geringe Erfolgsquote“, bemängelt Coach Georgios Kanelopoulos, der auf einen einstelligen Tabellenplatz hofft. Wie viele Konkurrenten hat auch Hohenhaslach/Freudental Verstärkung primär aus dem eigenen Nachwuchs erhalten. Der einzige Neuzugang ist Stürmer Selim Aytekin vom Bezirksligisten TSV Schwieberdingen. „Die Mannschaft hat viel Potenzial. Sie muss es nur abrufen“, sagt Kanelopoulos, der das Team wie gehabt gemeinsam mit Hartmut Leineker trainiert.

SGM Riexingen

Die Spielgemeinschaft aus Ober- und Unterriexingen hat die wohl spektakulärste Neuverpflichtung der Liga getätigt: Ex-Profi Marco Pischorn verteidigt künftig für den Tabellenzweiten der Vorsaison. Der aus Sersheim stammende 1,88-Meter-Mann hatte im Sommer 2019 nach drei Jahren beim SGV Freiberg seine Karriere eigentlich beendet. Nun feiert er an der Seite einiger Kumpels mit 35 Jahren ein Comeback. 174 Partien in der Dritten Liga für den VfB Stuttgart II, den SV Sandhausen und Preußen Münster stehen in Pischorns sportlicher Vita.

Der zweite prominente Riexinger sitzt auf der Bank: Unter Coach Roman Kasiar, einst Profi in seiner tschechischen Heimat und in der Dritten Liga, hat sich die SGM stabilisiert und zu einem Geheimfavoriten im Aufstiegskampf gemausert. Dauertrainer Lukas Macionczyk steht ihm mit seiner Erfahrung zur Seite.

SGM Sachsenheim

Die SGM schöpft ihre Zuversicht aus der annullierten Vorsaison. „Da haben wir in den wenigen Spielen als Aufsteiger gut mitgehalten. Dennoch geht es für uns wieder allein um den Klassenerhalt“, sagt Spielertrainer Simon Herbst. Mit sieben Zählern aus acht Partien hatte Sachsenheim zum Zeitpunkt des Abbruchs Relegationsrang zwölf belegt.

Herbst hat sich vor drei Wochen einen Zeh gebrochen, weshalb er zum Saisonbeginn noch fehlt. Sein Co-Trainer Alex Felger ist dagegen nach einem Kreuzbandriss wieder fit und kann nun endlich für seinen neuen Klub auflaufen. Der frühere Landesliga-Kicker des SV Germania Bietigheim soll auf der Sechserposition die Fäden ziehen.

Neuer Kapitän ist Torhüter Marcel Mikosch, der das Amt von Innenverteidiger Marco Wolf übernommen hat. Von den vier Jungspunden aus der A-Jugend zeigt sich Herbst angetan: „Sie geben Hoffnung für die Zukunft und machen die Mannschaft besser.“

VfR Sersheim

Der VfR gilt als heißer Kandidat für die Top drei. „Mit den sechs Neuzugängen ist an Qualität wieder etwas reingekommen“, sagt Spielertrainer Eric Schmidtke. Nach dem Rückzug von Francesco Antonaci aus dem Trainerteam fungiert jetzt Lukas Blessing (zuletzt VfL Brackenheim) als mitkickender Assistenzcoach. „Beide Trainer auf dem Platz – das ist schon ein bisschen crazy“, sagt Schmidtke, der daher auf die Beobachtungsgabe des Sportlichen Leiters Marc Uhlich vertraut: „Er gibt draußen an der Linie sein Bestes und ist ganz nah dran an der Mannschaft.“ Die Sersheimer erwartet gleich am ersten Spieltag ein Härtetest. Dann gibt die SGM Riexingen an der Metter ihre Visitenkarte ab.

 
 
- Anzeige -