Wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr setzte sich auch im zweiten Jahr des Supercups der Männer der Bezirksliga-Meister im Duell gegen den Pokalsieger durch. In einer spannenden Partie war der SV Germania Bietigheim zwar durchgehend die spielbestimmende Mannschaft. Doch die erst am Vortag wieder ins Training eingestiegenen Kornwestheimer hielten lange gut dagegen und sorgten am Ende mit dem späten Anschlusstreffer sogar nochmal für dramatische Schlussminuten.
Fußball Supercup Enz/Murr Germania triumphiert am Bruchwald
Durch einen 2:1-Sieg über Kornwestheim gewinnt der SV Germania Bietigheim den Supercup. Dabei sind die Germanen von Beginn an überlegen, belohnen sich aber lange nicht.
„Wir wollten diesen Titel unbedingt gewinnen“, freute sich Germania-Trainer Holger Ludwig nach der Partie. „Der Sieg war absolut verdient. Es war unser Ziel sehr dominant zu sein und viel Ballbesitz zu haben. Aber wenn wir im letzten Drittel waren und eigentlich die Möglichkeit da gewesen wäre, Chancen herauszuspielen, haben wir uns oft durch eigene Unsauberkeiten um klarere Möglichkeiten gebracht.“
Während es beim zuvor ausgetragenen Supercup der Frauen zwischen dem SV Horrheim und dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen insgesamt zehn Tore zu bestaunen gab, neutralisierten sich im Spiel der Männer beide Teams in der ersten Halbzeit weitestgehend. Letzte Anspiele der klar überlegenen Bietigheimer waren zu ungenau, um sich wirklich gute Torchancen herausspielen zu können. Das lag aber auch an den Salamander-Städtern, die in der Verteidigung sehr gut und kompakt standen.
Druck wird erhöht nach der Pause
Nach den torlosen ersten 45 Minuten wechselte Holger Ludwig zum Seitenwechsel Felix Koppe, Tim Frodl und Elias Abraha ein. Vor allem Abraha sorgte auf der linken Angriffsseite immer wieder für gute Vorstöße. Germania baute von Minute zu Minute nun immer mehr Druck auf. Nach einer Flanke vom rechten Flügel setzte der Ball direkt vor Luan Bytyqi auf und der Abwehrspieler der Germanen konnte den zur Halbzeit eingewechselten Kornwestheimer Keeper Tim Hoffmann per Kopfball etwas glücklich zum 1:0 überwinden (65.).
Nach dem Führungstor ging es unmittelbar in die Trinkpause. Kornwestheim löste nun die Dreierkette in der Abwehr auf und gab dadurch Räume preis. In der 88. Minute erreichte ein aus der eigenen Hälfte gespielter, langer Pass den enteilten Germania-Stürmer Fisnik Rama. Der 27-Jährige lief alleine auf das Kornwestheimer Tor zu und schob den Ball souverän zum 2:0 ins linke Eck.
Doch nur kurz darauf entschied Schiedsrichter Bahri Kurz auf Elfmeter für Kornwestheim. Nach einer Flanke hatte Germanias Tim Kainz im eigenen Strafraum ein Handspiel begangen.
Spannende Schlussminuten
Durch Stefano Nicolazzos verwandelten Strafstoß konnte der SVK in der Nachspielzeit verkürzen. Nun warf das Team von Trainer Roberto Raimundo alles nach vorne. Tatsächlich kam Kornwestheim nochmal gefährlich vor das Tor und die Germanen mussten einen Schuss vor der Torlinie klären. Doch dann ertönte der Schlusspfiff und der SVG jubelte über den Gewinn des Supercups.
„Das war ein sehr gutes Vorbereitungsspiel für uns“, betonte Kornwestheims Trainer Roberto Raimundo nach dem Spiel. „Je länger die Partie ging, umso mehr hat man gemerkt, das Bietigheim einfach fitter war. Daher muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, dass sie den Anschlusstreffer geschafft hat. Die Moral stimmt, die Fitness noch nicht. Bis wir in 14 Tagen im Pokal auf Freiberg treffen, müssen wir noch einige Schippen drauflegen.“
Germania feierte den Supercup-Gewinn am Bruchwald ausgelassen. Einziger Wermutstropfen an einem tollen Fußball-Tag war, dass die Zuschauerresonanz weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Nur etwas mehr als hundert Leute besuchten das Spiel der Männer, bei den Frauen waren es zuvor noch weniger.
