Nicht nur das Stimmungsduell gewinnt der VfB Stuttgart am Mittwochabend beim Testspiel in Großaspach. Die mitgereisten Anhänger aus der Landeshauptstadt machen mehr Stimmung, als die Fans der SG Sonnenhof. Auch auf dem Platz sind die Machtverhältnisse zwischen dem amtierenden DFB-Pokal-Sieger und dem WFV-Pokal-Gewinner klar. Der Regionalligist hat keine Chance gegen den VfB, obwohl der ohne zahlreiche Stars und nach dem Motto „Jugend forscht“ auf der Bank antritt.
Fußball-Testspiel VfB zerlegt Aspach im Duell der Pokal-Sieger
Der DFB-Pokal-Sieger aus Stuttgart schlägt den WFV-Pokal-Sieger klar mit 6:2.
Denn neben dem verletzten Deniz Undav und dem angeschlagenen Ersatzkeeper Fabian Brelow (Knieprobleme) sind unter anderem Alexander Nübel, Maximilian Mittelstädt, Angelo Stiller, Jaime Leweling (alle Deutschland) oder Neuzugang Bilal El Khannous (Marokko) mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Daher sitzen sieben Jugendspieler auf der Bank, von denen einige von Coach Sebastian Hoeneß auch Einsatzzeit bekommen.
Frühes 3:0 ebnet den Weg
Und dennoch dominiert der Bundesligist das Testspiel beinahe über 90 Minuten nach belieben. Schon nach 34 Minuten steht es 3:0, nachdem Nikolas Nartey (13.), Neuzugang Badredine Bouanani in seinem ersten Spiel (17.) und Yannick Keitel nach einem Freistoß (34.) für klare Verhältnisse sorgen. Den Mut und Arbeitswillen kann man den Hausherren aber nicht absprechen. Die Männer von Pascal Reinhardt werfen alles in die Partie, schenken dem Goliath keinen Meter und hauen sich in jeden Zweikampf. Denn für die SGS steht keine Länderspielpause an, sie muss am Samstag in Kassel in der Regionalliga ran. Somit nutzt Reinhardt diese Chance, das neue System ohne die beiden Deadline-Day-Abgänge Niklas Mohr (SC Paderborn) und Janis Gesell (FSV Hollenbach) sowie Neuzugang Luka Janes (1. FC Heidenheim) einzustimmen.
So dürfen die Heim-Fans kurz nach dem dritten Gegentor tatsächlich schnell jubeln, Michael Kleinschrodt lässt den wiedergenesenen Dan-Axel Zagadou in der VfB-Defensive alt aussehen und hat dann das Auge für den mitgelaufenen Loris Maier im Rückraum. Der bleibt aus gut sieben Metern kalt uns schiebt das Leder flach durch die Beine von Reservekeeper Stefan Drjalca zum 1:3 (35.).
Chris Führich dreht auf
In der Kabine scheint Hoeneß dann aber dir richtigen Worte an seine Männer gerichtet zu haben. Denn der VfB, der ebenso wie die Gastgeber beinahe den gesamten Kader in Durchgang zwei durchrotiert, kommt auch mitsamt der Jugendspieler nicht in die Bredouille. Chris Führich trumpft in Durchgang zwei auf und schnürt binnen 14 Minuten einen lupenreinen Hattrick. Zwei Mal wird er mustergültig von Tiago Tomas bedient und schließt eiskalt ab (58./62.), seine Gala vollendet er mit einem herrlichen Solo zum 6:1. Dabei zieht der aussortierte deutsche Nationalspieler an der Mittellinie an, lässt sämtliche Gegenspieler stehen und schlenzt den Ball schließlich aus 15 Metern unhaltbar für SG-Schlussmann Alexander Michalik ins lange Eck (72.).
Führich holt sich bei seiner Auswechslung in der 80. Minute daher auch lauten Applaus und Standing Ovations ab. Keine 120 Sekunden später gibt es auch gleich wieder aufbrausenden Jubel, denn die Hausherren kommen tatsächlich noch zum zweiten Ehrentreffer. Benedikt Landwehr hat Pfostenglück bei seinem Versuch ins lange Eck, das Leder tropft vom Alu in die Maschen zum 2:6. Für mehr reicht es aber nicht, im Gegensatz zum DFB-Pokal vor einigen Wochen, wo man Bayer 04 Leverkusen noch 60 Minuten lang auf Augenhöhe Paroli bot, ist die SG gegen den VfB klar unterlegen.
