Fußball-Verbandsliga Aschauer und Giles Sanchez sind die Königstransfers

Von Claus Pfitzer
Alexander Aschauer (in rot) machte dem FSV 08 Bietigheim-Bissingen schon in der Oberliga Probleme, da spielte er noch für Normannia Gmünd. Nun wechselt er zum Bissinger Ligakonkurrenten nach Schwäbisch Hall. Foto: Bernd Leitner/Eibner-Pressefoto

Die bisherigen Oberliga-Torjäger wechseln in die Verbandsliga, die am Samstag in die neue Saison startet. Drei Absteiger sind neu in der Liga.

Cristian Giles Sanchez, Alexander Aschauer und Hannes Scherer lagen in der vergangenen Saison in der Torschützenliste der Oberliga unter den Top 5. In der Spielzeit 2026/27, die am Samstag beginnt, geht das Trio in der Verbandsliga auf Torejagd. Aschauer (Sportfreunde Schwäbisch Hall) und Giles Sanchez (1. Göppinger SV) sind die Königstransfers der Liga, Scherer spielt wie bisher für den FSV Hollenbach. Mit Laurin Stütz vom Aufsteiger SKV Rutesheim, der in der Vorsaison 34 Treffer in der Landesliga erzielt hat, spielt ein weiterer Torjäger künftig in der Liga, die sich von Hollenbach in Hohenlohe bis nach Friedrichshafen am Bodensee erstreckt.

Repräsentation aus dem Bezirk Enz/Murr

Durch die drei Oberliga-Absteiger 1. Göppinger SV, FSV Hollenbach und FSV 08 Bietigheim-Bissingen hat höchste württembergische Spielklasse neuen Glanz und Attraktivität bekommen. Gleich acht Mannschaften haben sich am Ende der vergangenen Runde verabschiedet, neu dabei sind neben den drei bisherigen Oberligisten die Aufsteiger TSG Balingen II, TSV Ehningen, Türk Spor Neu-Ulm und SKV Rutesheim. Mit Rutesheim und dem FSV 08 ist der Bezirk Enz/Murr erstmals seit der Saison 2022/23 wieder in der Verbandsliga vertreten.

Der 1. Göppinger SV gilt nach seinem Durchmarsch aus der Regionalliga als Favorit auf die Meisterschaft. Mit ein Grund ist die Verpflichtung von Giles Sanchez, der für den Oberligisten Türkspor Neckarsulm in der Vorsaison 24 Treffer erzielt hat und die Torjägerliste angeführt hat. Neuer Trainer ist Daniel Güney, der Gianni Coveli abgelöst hat, der sich wieder auf seine Aufgaben als Sport-Geschäftsführer konzentriert. Güney, in der Vorsaison noch Co-Trainer bei der TSG Balingen, muss nach dem Abgang mehrerer Stammkräfte wie Kevin Dicklhuber, Bastian Frölich, David Trivunic, Oguzhan Keleci sowie der beiden Torhüter Enrico Piu und Mattias Layer einen Umbruch moderieren.

Bis auf Marco Specht, Jannis Gesell und Rico Hoffmann hat Mitabsteiger FSV Hollenbach seinen Kader zusammengehalten und zählt mit seinem eingespielten Team um die erfahrenen Innenverteidiger Sebastian Schieck und Arne Schülke sowie Torjäger Hannes Scherer auch engen zum Kreis der Aufstiegsanwärter. Scherer gelangen in der Oberliga zuletzt 16 Tore.

Ex-VfB-Spieler Tobias Weiß sitzt in Schwäbisch Hall auf der Bank

Einen Treffer mehr hat Alexander Aschauer für den 1. FC Normannia Gmünd erzielt. In der neuen Saison geht der 33-jährige Österreicher für die Sportfreunde Schwäbisch Hall auf Torejagd. Dort hat Ex-Nationalspieler Tobias Weis den Langzeittrainer Thorsten Schift abgelöst und von seinem bisherigen Verein TSG Öhringen mit Philipp Schropp, Lorik Makolli und Luca Provvido drei Spieler mitgebracht, neu sind auch Leorant Marmulaku (VfR Heilbronn) sowie der Ex-Hollenbacher Marc Wagenmann und Henry Hutzenlaub vom Ligakonkurrenten TSG Hofherrnweiler-Unterrombach. Die für die Innenverteidigung vorgesehenen Wagenmann und Schropp fallen allerdings in den ersten Saisonwochen verletzungsbedingt aus. Verlassen hat Goalgetter Benjamin Kurz (Spvgg Satteldorf) die Sportfreunde, die schon seit Jahren „reif“ für den Aufstieg sind und mit ihrem Stadion gute Voraussetzungen für höhere Ligen haben.

Trainerwechsel beim letztjährigen Drittplatzierten

Beim TSV Oberensingen, Dritter der Vorsaison, folgte auf den jetzt bei Hofherrnweiler-Unterrombach tätigen Leonard Gjini auf der Trainerposition Marco Parotta vom unterklassigen TSV Linsenhofen. Den TSV verlassen haben zudem Stammspieler wie Maximilian Gjini (Göppingen), Marlon Lander und Georgios Avtzis, die ihrem bisherigen Coach gefolgt sind. Bei den Sportfreunden Dorfmerkingen, zuletzt auf Platz vier, taucht mit Steffen Kienle (kam vom VfR Aalen, früher SSV Ulm) ein lange in höheren Ligen aktiver Offensivspieler auf, ansonsten hat sich im Kader von Trainer Stefan Schill wenig getan.

Eine spannende Mannschaft, die für Überraschungen sorgen könnte, schickt der TSV Berg ins Rennen. Mit Moritz Jeggle, Tim Lauenroth und Manuel Geiselhart wechselten drei Akteure vom Nachbarn FV Ravensburg nach Berg. In unteren Klassen bedient hat sich bei den Neuzugängen Calcio Leinfelden-Echterdingen. Daniel Seemann wechselte von Calcio zum Neuling TSV Ehningen, der seinen Aufstiegskader kräftig durchgemischt hat. Alleine sieben Spieler wechselten zum Landesligisten GSV Maichingen. Unter den Neuen sind unter anderem Egeman Sarikaya vom FC Nöttingen, Fabian Schrade von der U19 des SGV Freiberg und Angelo Di Stefano vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen.

Ex-Nullachter nun in Diensten der Rutesheimer

Auch beim Mitaufsteiger Türkspor Neu-Ulm, der es nach mehreren Anläufen in die Verbandsliga geschafft hat, gab es einen größeren personellen Umbruch. Von den Neuzugängen bringen Maurice Stobel und Angelo Barone Verbandsliga-Erfahrung aus ihrer Zeit beim Absteiger SSV Ehingen-Süd mit. Bei der SKV Rutesheim, die nach drei Landesliga-Jahren zurückgekehrt ist, setzt Trainer Christopher Baake in erster Linie auf das Aufstiegsteam um Torjäger Stütz. Vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen zur SKV gewechselt ist Patrick Scheele, auch Marcel Javier Dussling, der den Bruchwald schon in der Winterpause verlassen hatte, kickt künftig für Rutesheim.

 
 
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