Fußballbezirk Enz/Murr Alles zum Saisonstart in der Kreisliga A3

Von Daniel Haug
Derbyzeit in der Kreisliga A3: Jonas Neuffer (links) von der SGM Hohenhaslach/Freudental und Häfnerhaslachs Sascha Bartholme treffen auch in dieser Saison mit ihren Teams aufeinander. Foto: Bernd Leitner

16 Mannschaften starten am Wochenende in die neue Saison der Kreisliga A3. Der Vizemeister Spvgg und der VfR Sersheim tragen die Favoritenbürde. Drei Klubs haben neue Trainer, darunter auch der Neuling FC Mezopotamya Bietigheim.

Ab diesem Wochenende geht es auch in der Fußball-Kreisliga A3 wieder um Punkte. Nach dem Aufstieg des TSV Nussdorf scheint die Liga ausgeglichener besetzt denn je. Die Spvgg Besigheim und der VfR Sersheim gelten als die Favoriten. Das vorgezogene Auftaktduell bestreiten am Samstag (13 Uhr) der SV Germania Bietigheim II und die SGM Hohenhaslach/Freudental. Insgesamt 16 Teams sind dabei, darunter zehn aus dem BZ-Gebiet.

TASV Hessigheim

Nach zwei Jahren in der Bezirksliga sind die Hessigheimer zurück in der A3, die sie 2020 als Meister verlassen hatten. Mit der Mannschaft von damals hat das aktuelle Team aber nur noch bedingt zu tun. „Wir wollten nach dem Abstieg einen Neuanfang machen“, erklärt Spielertrainer Kevin Merkler. Knapp zehn Akteure, darunter TASV-Rekordspieler Sebastian Schaaf, haben den Verein verlassen oder ihre Laufbahn beendet. Verstärkung kommt neben externen Neuzugängen wie Rückkehrer Jerry Torres und Dominik Faber (beide Germania Bietigheim) vor allem aus den eigenen Reihen. Als Meister der Kreisliga B8 wäre eigentlich die zweite Mannschaft in die Kreisliga A aufgestiegen, worauf der Klub aber verzichtete. „Mit zwei Teams in der A-Liga wäre es schwer geworden. Stattdessen wollen wir vielen jungen Hessigheimern die Chance in der ersten Mannschaft bieten“, sagt Merkler, auf dessen Team mit den Spielen in Kirchheim, gegen Besigheim und bei Riexingen ein hartes Auftaktprogramm wartet.

Spvgg Besigheim

Nach dem verpassten Aufstieg in der Relegation geht die Spvgg in der gleichen Liga, aber mit neuem Trainer an den Start. Simon Herbst (Foto: Helmut Pangel) übernimmt nach zwei Jahren als Spielertrainer bei der SGM Sachsenheim das Amt von George Carter, der jetzt als Sportlicher Leiter fungiert. „George war mein erster Trainer in Löchgau, aber er nimmt sich zurück und lässt mich machen“, verrät Herbst. Der 32-Jährige ist offiziell als Spielertrainer angetreten, wird aber erst mal nicht mit auf dem Platz stehen. „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft einen festen Trainer an der Seitenlinie braucht. Ich bin dann aber auch nicht der Typ, der sich in brenzligen Situationen einwechselt und meint, die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, stellt Herbst klar.

Seine Mannschaft hat er unter anderem in einem viertägigen Trainingslager im österreichischen Schladming auf die neue Saison vorbereitet. „Ich will die Jungs noch mehr anstacheln, dass sich nach dem verpassten Aufstieg eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt.“ Mit bezirksliga-erfahrenen Neuzugängen wie Julian Harnoß oder Marius Keller hat sich die Qualität im Kader noch mal erhöht.

VfR Sersheim

Die Sersheimer bieten mit Marco Stender (FV Löchgau) und Florian Frenkel (TV Oeffingen) sogar zwei Neuzugänge mit Landesliga-Erfahrung auf. Aber Eric Schmidtke dämpft die Erwartungen „Ich bin mit der Vorbereitung überhaupt nicht zufrieden. Die Trainingsbeteiligung und körperliche Fitness lassen zu wünschen übrig. Außerdem möchte ich ein neues Spielsystem einführen, was mit wenig Spielern im Training aber schwierig ist“, ärgert sich der Spielertrainer. Dazu hat sich der Kader des Vorjahresvierten kurzfristig verkleinert, nachdem zwei Spieler in die zweite Mannschaft wollten und zwei weitere Akteure aus privaten Gründen spontan aufgehört haben. „Jetzt müssen die anderen mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben uns qualitativ verbessert, aber der enge Kader könnte uns in der Hinrunde das Genick brechen“, fürchtet Schmidtke, der ursprünglich die Top Zwei als Ziel ausgegeben hatte. „Das rückt jetzt erst mal in den Hintergrund. Wir wollen trotzdem oben mitspielen, aber es liegt an den Jungs, wie sie sich präsentieren.“

SGM Sachsenheim

Klassenerhalt ist auch das Stichwort für die SGM Sachsenheim, trotz eines neuen Trainers mit viel Erfahrung. „Es müssen sich bestimmt zehn Mannschaften Gedanken um den Klassenerhalt machen, auch wir. Das ist uns bewusst. Es geht darum, von Anfang an zu punkten“, sagt Siegfried Blum. Nach sieben Jahren beim TSV Ensingen ist der Übungsleiter nun wieder zurück in der Kreisliga A3, in der er zuvor den FV Roßwag, den TSV Kleinglattbach und den VfR Sersheim erfolgreich trainiert hat.

Wie von seinen bisherigen Stationen bekannt, hat Blum mit seiner Mannschaft zunächst an der Grundlagenausdauer gearbeitet, sieht aber eine große Herausforderung. „Viele gestandene Spieler haben aufgehört, dafür kamen viele junge dazu. Deshalb fehlt gerade in der Defensive teilweise noch die Abstimmung.“ Umso größer die Aufgabe für die Sachsenheimer Offensive. „Wenn man vier Tore schießt, kann man auch mal drei kassieren“, schmunzelt Blum, für dessen Team in dieser Saison wieder die beiden Rückkehrer Marcel Göttfert und Jonas Schneider auf Torejagd gehen.

SGM Hohenhaslach/Freudental

Eine geschlossene Mannschaft hat man bereits bei der SGM. „Die meisten Spieler kommen aus der Umgebung, sind Freunde und machen auch privat viel zusammen“, weiß Trainer Georgios Kanelopoulos. Somit gab es für keinen der Akteure einen Grund nach Platz fünf im Vorjahr den Verein zu verlassen. „Mit einem breiteren Kader wäre noch mehr möglich gewesen“, glaubt Kanelopoulos, der deshalb gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Hartmut Leineker sowie den Verantwortlichen in der Sommerpause das Spielerpersonal aufgestockt hat.

Als Königstransfer kann der bezirksliga-erfahrene Luca Schneider (FSV 08 Bietigheim-Bissingen II) gelten. Dazu kommen die Brüder Osman und Oguz Bulut (Sönmez Bietigheim) sowie zahlreiche U19-Spieler, speziell aus der eigenen Jugend. „Alle geben Vollgas, und der Konkurrenzkampf ist in vollem Gange. Für uns wird es schwer, zu entscheiden, wer spielt“, freut sich Kanelopoulos, der mit seinem jetzt breiter aufgestellten Team oben mitspielen will.

TSV Häfnerhaslach

Mit einem kleineren Kader muss ein paar Kilometer weiter Jonathan Makrai beim TSV Häfnerhaslach zurechtkommen. „Wir haben schwerwiegende Abgänge und viele Neuzugänge, die teilweise noch nicht in der A-Liga gespielt haben“, erklärt der TSV-Trainer. Spieler, wie Ralf Krause und Marcel Scholz, die das Häfnerhaslacher Spiel in den letzten Jahren mitgeprägt haben, haben ihre Laufbahn beendet. Fast noch schwerer wiegt das Kürzertreten von Pascal Hirsch und Marcel Dupper. „Das tut uns brutal weh. Beide waren auch für die Kabine wichtig. Und von der Einstellung und Klasse gehörte Pascal zu den besten Spielern der Liga. Aber das ist jetzt auch die Chance für andere Spieler sich zu zeigen“, blickt Makrai nach vorne. Aufgrund des „zügigen Umbruchs“ ist die Zielsetzung auf dem Heiligenberg klar. „Die Saison ist lang. Gefühlt kann jeder jeden schlagen, aber für uns geht es in erster Linie nur um den Klassenerhalt.“

FV Kirchheim

Nach vier Jahren hat Kirchheim den Sprung zurück in die A-Liga geschafft. „Wir haben die Euphorie der Aufstiegsfeier, inklusive Empfang auf dem Rathausbalkon mitgenommen“, berichtet Trainer Bernd Frey. Um sein Team optimal auf die neuen Anforderungen eine Liga höher einzustimmen, hat die Vorbereitung beim FVK extra eine Woche früher begonnen als sonst. „Wir haben probiert, möglichst viel mit dem Ball zu arbeiten. Da müssen wir jetzt in der A-Liga schneller und auch flexibler werden. Wir haben bei Ballbesitz nicht mehr so viel Zeit – und Fehler werden schneller bestraft“, weiß Frey. Mit den Neuzugängen Atakan Kilinc und Lars Block (beide Spvgg Besigheim) sowie Lionel Bitam (TSV Bönnigheim) hat man junge, aber bereits A3-erfahrene Spieler geholt. Ziel ist trotzdem der Klassenerhalt.

SGM Riexingen

Als Vorjahresdritter will auch Riexingen wieder unter die Top Drei. Nachdem der Verein in der Vorsaison mit 94 Treffern bereits die beste Offensive der Liga gestellt hat, legt Trainer Roman Kasiar nun den Fokus mehr auf die Defensive. „Wir sind eine spielerisch gute Truppe und wollen keinem weh tun, kriegen aber selbst immer auf die Socken. Da müssen wir rigoros zur Sache gehen, was Härte, Zweikampfstärke und Intensität angeht und haben auch vom System her etwas geändert“, sagt Kasiar, der sich aber nicht weiter in die Karten schauen lassen möchte. Klar ist, dass mit Benjamin Langhans und Nils Gutscher zwei Leistungsträger die SGM Richtung Bezirksliga-Aufsteiger Nussdorf verlassen haben. „Die zwei sind nicht einfach zu ersetzen. Aber jetzt müssen sich die anderen beweisen und wir als Mannschaft noch geschlossener werden“, sagt Kasiar.

FC Mezopotamya Bietigheim

Neue Liga und neuer Trainer heißt es bei Mezopotamya. Der türkische Verein hat über die Relegation erstmals in der Vereinsgeschichte den Sprung in die A-Liga geschafft. Das Kommando an der Seitenlinie hat seit diesem Sommer Giosue Vuono (Foto: Baumann/Julia Rahn). „Ich möchte schnellen Fußball sehen, Ball klatschen lassen und dann über außen nach vorne“, beschreibt der neue Coach seine Vorstellungen. Die Aufstiegsmannschaft ist größtenteils zusammengeblieben. Vier Neuzugänge, vereinzelt mit Bezirksliga-Erfahrung, verstärken das Team. „Durch die Relegation stand der Aufstieg recht spät fest. So waren manche Transfers nicht machbar. Deshalb werden wir im Winter noch mal nachlegen“, sagt Vuono. Unabhängig davon geht es primär darum, in der neuen Liga anzukommen. „Eine solche Umstrukturierung erfordert Zeit. Es geht nur um den Klassenerhalt und nicht um irgendwelche Träumereien. Das war mir wichtig, als ich herkommen bin“, sagt Vuono.

SV Germania Bietigheim II

Ein komplett neues Team mit vielen jungen Spielern bringt die Landesliga-Reserve des SV Germania an den Start. Der letztjährige Kapitän Fabio Giunta geht in seine erste richtige Saison als Cheftrainer, nachdem er im Mai kurzfristig nach dem Rücktritt von Jerry Torres übernommen hatte. „Mir ist letztes Jahr aufgefallen, dass wir Probleme hatten, wenn die Gegner uns direkt angelaufen sind. Da haben wir einiges probiert und verschiedene Lösungen und Spielzüge einstudiert.“

Der Test der Dreierkette ging beim 1:5 gegen die Spvgg Bissingen in die Hose. „Das nehme ich auf meine Kappe, ansonsten war die Vorbereitung aber in Ordnung“, sagt Giunta. Mit dem Heimspiel am Pferdemarksamstag darf sein Team die neue Saison gegen Hohenhaslach Freudental eröffnen. „Unser Ziel ist es, zu gewinnen. Danach schauen wir bei der Ersten zu – und anschließend geht’s zum Teamabend auf den Pferdemarkt.“

 
 
- Anzeige -