Galsfaseranschlüsse in Sachsenheim Breitbandausbau geht schleppend voran

Von Michaela Glemser
Der Handyempfang im Kirbachtal, hier Hohenhaslach im Sommer, ist noch ein Glückspiel. Die beauftragten Baufirmen sollen laut KBL für den schleppenden Breitbandausbau verantwortlich sein. Foto: /Martin Kalb

Viktor Kostic vom Zweckverband Kreisbreitband informiert Sachsenheimer Gemeinderäte über den Stand der Glasfaseranschlüsse im Stadtgebiet.

Ich werde immer wieder gefragt in der Bürgerschaft und im Gemeinderat, wie der aktuelle Stand des Breitbandausbaus in Sachsenheim sei. Heute gibt es endlich die Antwort“, erklärte Bürgermeister Holger Albrich in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ihm zur Seite stand Viktor Kostic, Geschäftsführer des Zweckverbands Kreisbreitband Ludwigsburg (KBL), der im Dezember 2018 gegründet worden war und die begehrten Glasfaseranschlüsse im gesamten Landkreisgebiet organisieren soll.

„Seit unserer Gründung hat sich einiges getan, wir sind bei fünf Prozent Glasfaseranschlüsse im Landkreis gestartet und haben inzwischen 60 Prozent ausgebaut“, sagte Kostic.

Schulen brauchen Geduld

Etwas schleppender komme der Breitbandausbau der sogenannten „weißen Flecken“ mit einer Internetgeschwindigkeit von unter 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Kirbachtal und der Glasfaseranschluss der Schulen in Sachsenheim voran. In Kleinsachsenheim und den Gewerbegebieten in Großsachenheim sind im Auftrag der Netcom BW bereits 80 Prozent der notwendigen Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau abgeschlossen. Bis Mitte 2026 sollen alle 584 beauftragten Anschlüsse an das Glasfasernetz erfolgt sein.

Jedoch warten beispielsweise die Verantwortlichen der Kirbachschule in Hohenhaslach noch immer auf ihre schnellere Verbindung ins Internet. „Dieses Vorhaben hätte eigentlich schon längst erledigt sein sollen. Für die Schulen und das Kirbachtal hat die Deutsche Telekom den Zuschlag erhalten. Doch die erste von der Telekom beauftragte Baufirma ging pleite und die Nachfolgefirma hat nicht, wie gewünscht, gearbeitet“, erläuterte Kostic.

Er versprach, dass die Kirbachschule bis Weihnachten dieses Jahres an das Glasfasernetz angeschlossen sein soll, nachdem zuletzt über viele Monate die Bauarbeiten im Kirbachtal sehr schleppend vorangegangen seien. Zunächst musste eine lange Trasse bis nach Hohenhaslach gelegt werden. Am 10. Dezember soll der Spatenstich für den Ausbau des Gewerbegebiets „Eichwald“ und der „weißen Flecken“ in Hohenhaslach, Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach erfolgen. „Spätestens Mitte 2027 sollen diese Vorhaben abgeschlossen sein und alle derzeit 235 beauftragten Anschlüsse umgesetzt worden sein“, sagte Kostic.

Privater Ausbau in Aussicht

Ortsvorsteher André Lux aus Kleinsachsenheim merkte an, dass einige Bürger aus dem Stadtteil einen Anschluss wollten und diesen sogar auf eigene Kosten gezahlt hätten, aber dies verwehrt worden sei, obwohl die Leitung direkt an den betroffenen Häusern vorbeigeführt worden sei. „Der kostenlose Anschluss ist bei diesem Ausbau und der entsprechenden Förderung adressengenau auf die ‚weißen Flecken‘ mit einer Versorgung unter 30 Mbit/s beschränkt. Davon wird nicht abgewichen“, sagte Kostic.

Er stellte den Bürgern in Groß- und Kleinsachsenheim, die einen Glasfaseranschluss wollen und deren Anschlüsse derzeit über besagter Internetgeschwindigkeit liegen, einen eigenwirtschaftlicher Ausbau der Deutschen Telekom im Zuge des Projekts „Glasfaser Plus“ in Aussicht.

Dieses Vorhaben, mit dessen Vermarktung 2026 gestartet werden und das rund zwei Jahre Bauzeit in Anspruch nehmen soll, verspricht kostenlose Glasfaserverbindungen für weitere rund 5500 Haushalte in Groß- und Kleinsachsenheim. „Natürlich finden wir noch keine Lösung für alle Ecken im Sachsenheimer Stadtgebiet. Über das Jahr 2027 hinaus und den Glasfaseranschluss für Haushalte mit einer Versorgung über 30 Mbit/s im Kirbachtal kann ich noch keine Aussagen treffen“, sagte Kostic.

Zuschüsse für „weiße Flecken“

Auch Gemeinderat Lars Weydt verwies noch einmal darauf, dass die Kommunikation mit den beauftragten Firmen nicht immer optimal gelaufen sei. Denn auch einstige Baulücken, auf denen inzwischen Häuser stünden, seien beim Ausbau nicht berücksichtigt worden. Kostic erwiderte, dass diese Fälle auch noch nachträglich aufgefangen werden könnten, aber nur als Adressen der „weißen Flecken“. Dafür erhält die Stadt Sachsenheim Zuschüsse vom Bund in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, vom Land Baden-Württemberg in Höhe von 40 Prozent und muss einen Eigenanteil von 10 Prozent im städtischen Haushalt finanzieren.

 
 
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