Garagenflohmarkt Freudental Feilschen bei 35 Grad

Von Hannah Reutter
Trotz der Hitze kamen zahlreiche Besucher nach Freudental zum Garagenflohmarkt, um Schnäppchen an den vielen Angebotsstellen zu finden. Foto: /Oliver Bürkle

Die zweite Auflage des Freudentaler Garagenflohmarkts lockt zahlreiche Besucher in den Ort. Altes und Rustikales lag hoch im Kurs. 

Es sind afrikanische Temperaturen, die an diesem Sonntag auf dem Asphalt der Freudentaler Straßen lasten. Wer nicht unbedingt muss, meidet die pralle Sonne bei 35 Grad im Schatten. Doch wer glaubte, dass die extreme Hitze den Freudentaler Garagenflohmarkt im Keim ersticken würde, sah sich getäuscht. Bereits zum zweiten Mal fand das dezentrale Event in der Gemeinde statt, bei dem die Bürger ihre privaten Grundstücke, Einfahrten und Garagen öffnen, um nicht mehr Benötigtes direkt vor der eigenen Haustür zu verkaufen.

Schon am Vormittag strömten Schnäppchenjäger und Neugierige in den Ort. Die dezentrale Organisation belebte den gesamten Ortskern spürbar und regte zum nachhaltigen Weiterverkauf von Haushalts- und Sammlerstücken an.

Anwohner sind sichtlich zufrieden

Eine sichtlich zufriedene Anwohnerin aus dem Oberdorf, die lange mit sich gerungen hatte, ob sie ihre Schätze überhaupt aus dem zweiten Stock nach unten transportieren sollte, zog am späten Nachmittag ein positives Fazit. Sie habe nicht gedacht, dass bei dem Wetter überhaupt so viele Leute rausgehen, aber am Ende sei es ein toller Erfolg gewesen, erklärte die Freudentalerin. Es sei durchgehend Zulauf da gewesen und für sie habe es sich gelohnt, auch wenn nun der beschwerliche Rest wieder die Treppen hochgetragen werden müsse.

Besonders auffällig am diesjährigen Flohmarkt-Sonntag: Altes und Rustikales lag hoch im Kurs. Sogenannte „Shabby-Chic“-Objekte wie historische Gießkannen aus Zink oder gealterte Serviertabletts waren im Nu vergriffen. Die alten Sachen seien weggegangen wie warme Semmeln, berichtet die Teilnehmerin. Ganz im Gegensatz zu modernen Haushaltsklassikern: Ausrangierte Plastik-Frischhaltedosen blieben wie Blei in den Regalen liegen.

Gelungener Gemeinschaftstag

Ein paar Straßen weiter zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier stand vor allem das Entrümpeln des Kellers im Vordergrund. „Ich hatte eigentlich gar keine riesigen Erwartungen“, sagt ein weiterer Garagenbesitzer im Gespräch kurz vor Toresschluss. Er habe einfach nur Platz schaffen wollen, will seine Sachen aber auch nicht unter Wert verschleudern.

Am Ende lief das Geschäft hervorragend: Ein massiver Schlauchwagen aus Metall wechselte ebenso den Besitzer wie eine große Deko-Fischskulptur, die jahrelang wertvollen Platz im Keller blockiert hatte. Überraschend stark nachgefragt wurden zudem Kinderbücher, Puzzles, Gesellschaftsspiele und alte Schallplatten. Spieleklassiker scheinen laut den Händlern ebenfalls eine echte Renaissance zu erleben. Um die Kauflust bei den extremen Temperaturen aufrechtzuerhalten, bewiesen viele Freudentaler Nachbarschaftsgeist: Vielerorts wurden spontan Kühlgetränke für erschöpfte Passanten bereitgestellt. Neben dem finanziellen Ertrag – vom Geld her habe es sich absolut rentiert, so der allgemeine Tenor – hoben die Teilnehmer vor allem die sozialen Aspekte hervor. Nach den Erfahrungen der kühleren Premiere im Vorjahr gab es auch jetzt Raum für nette Gespräche unter Nachbarn und Besuchern. Wenn die Garagentore in Freudental schließen, bleibt das Gefühl eines gelungenen Gemeinschaftstages.

 
 
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