Gastgeber Judoclub Bietigheim 95 Sportler beim Herbstturnier im Ju-Jutsu

Von Daniel Haug
Aus dem gesamten südwestdeutschen Raum kamen Ju-Jutsu-Kämpfer zum Herbstturnier nach Bietigheim. Foto: /Martin Kalb

Am Herbstturnier des JC Bietigheim haben fast 100 Sportlerinnen und Sportler teilgenommen. Der Ausrichter selbst holte sich dabei in drei Klassen den Sieg. 

Wolfgang Schmidt ist nervös. Der 53-Jährige steht beim Herbstturnier in Bietigheim vor seiner ersten Teilnahme an einem Ju-Jutsu-Wettkampf. „Ich merke, wie die Aufregung steigt“, sagt Schmidt am Samstagmittag, bevor es für ihn in der Sporthalle der Gymnasien im Ellental auf die Matte geht. Schmidt gehört zur neuen Ju-Jutsu-Wettkampfgruppe im Judoclub Bietigheim. „Wir haben im Juni angefangen, etwas aufzubauen, und trainieren seither wöchentlich“, erzählt Schmidt, der bereits seit 2001 Teil des JCB und seit 2012 zusätzlich auch Mitglied der Ju-Jutsu-Abteilung ist.

Das Herbstturnier stellt nach fast dreijähriger Corona-Pause eine Art Neustart dar – für die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler sowie den Judoclub Bietigheim. „Nach der Zwangspause ist das Turnier eine gute Möglichkeit, um eine Wettkampfbegeisterung zu entwickeln oder auch einen Einstieg in den Wettkampfsport zu finden“, sagt Hansgeorg Steilner, der Vorsitzende des JCB. Der Großteil der Kämpfe findet im sogenannten Fighting statt.

„Ju-Jutsu ist der Zehnkampf der Kampfsportarten. Es beginnt im Stehen mit Schlägen und Tritten, aber ohne Wirkungstreffer. Anschließend geht es mit Griffen sowie Würfen und dann am Boden weiter, ähnlich wie im Judo“, erklärt Steilner. Je nach Ausführung und Treffer gibt es Punkte.

Insgesamt 95 Teilnehmer aus Baden-Württemberg, Hessen und der Schweiz haben sich auf den Weg nach Bietigheim gemacht, um in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen anzutreten. Den Anfang machen die Nachwuchssportler in den Altersklassen U8 bis U16, allerdings ohne Beteiligung des JCB. „Es hat sich noch keiner getraut, mitzumachen“, erklärt Schmidt, der einmal pro Woche die Gruppe der 13- bis 18-Jährigen in Bietigheim trainiert.

Die Mädchen und Jungen, die teilnehmen, geben in den zwei Minuten Kampfzeit alles. Dabei wird mit vollem Ehrgeiz, aber stets respektvoll und fair gekämpft. Das ist fester Bestandteil des aus Japan stammenden Sports. Es geht nicht darum, voll zuzuschlagen, sondern lediglich zu berühren. Trotzdem kann es auch schmerzhaft werden. „Bei uns passieren weniger Verletzungen als im Fußball oder Handball, aber ab dem Kopf abwärts tut es schon mal weh und kann den ein oder anderen blauen Fleck geben“, weiß auch Schmidt.

Dann wird es langsam ernst für den 53-Jährigen. Mit Mario Dürr aus Lauffen hat nur ein weiterer Akteur für die Altersklasse Senioren über 94 Kilogramm gemeldet. Der ehemalige Bürgermeister von Neckarwestheim verfügt – im Gegensatz zu Schmidt – schon über Wettkampferfahrung und hat zudem Vorteile bei der Körpergröße. „Im ersten Part muss ich seinen Schlägen mit Schnelligkeit ausweichen und dann im weiteren Verlauf auf der Matte Gas geben und durch Würfe punkten“, gibt Schmidt Einblick in seinen Plan. Und der geht auf: Nach einem ausgeglichenen Kampf gelingt Schmidt in allen drei Kampfteilen eine große Wertung und dadurch der Sieg in der Verlängerung.

Somit reiht sich der Bietigheimer in die Phalanx seiner erfolgreichen Teamkollegen ein. Andreas Perthen, der einzige JCB-Akteur mit Ju-Jutsu-Wettkampferfahrung, holt sich in der Klasse bis 69 Kilogramm den Sieg – genauso wie Sven Treptow in der Klasse bis 77 Kilogramm. Patrick Haueise landet bei den U21-Kämpfern bis 69 Kilogramm auf dem zweiten Platz. „Insgesamt war das sowohl organisatorisch als auch sportlich ein voller Erfolg für uns als Verein“, freut sich ein erleichterter Schmidt.  

 
 
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