Gastronomie Bietigheim-Bissingen „Wir merken eigentlich gar nicht, dass Ferien sind“

Von Petra Neset-Ruppert
Dennis Stochino und Michael Schmalzridt (von links) vom Restaurant „2“ haben den ersten Sommer genutzt, um ein Gefühl für die Ferienzeit zu bekommen. Foto: /Oliver Bürkle

Bietigheimer Altstadt-Gastronomen sind zufrieden mit der Sommerzeit. Lediglich die Hitzewochen im Juni hätten zu weniger Umsatz geführt.

In den Sommerferien fahren alle weg. Da ist die Stadt wie leergefegt – stimmt das? Die BZ hat mit Gastronomen in der Bietigheimer Altstadt gesprochen und sie gefragt, wie die Sommerzeit bisher für sie lief. Haben sie mit einem großen Sommerloch zu kämpfen?

„Wir merken eigentlich gar nicht, dass Ferien sind. Es läuft sehr gut“, sagt Onur Deniz, Inhaber des Restaurants Vita am Marktplatz im Herzen der Bietigheimer Altstadt. An der Personalplanung habe er schnell gemerkt, dass die Ferien genauso gut laufen wie die Monate davor. „Da musste ich dann tatsächlich auch mal einspringen und unterstützen“, sagt Deniz, der seit elf Jahren in der Gastronomiebranche selbstständig ist. Den Mitarbeitern wolle er auch Urlaub in der Ferienzeit ermöglichen, auch wenn der Betrieb weiterläuft. Sommergerichte gibt es im Vita auf der Karte, aber keine speziellen Sommerangebote.

Fokus auf Bietigheim

Spätestens im Oktober möchte Deniz mit einem neuen Angebot neben dem Vita durchstarten. Anstatt einer Eistheke, kommt in die Räumlichkeiten, die mit dem Vita verbunden sind, nun eine Cocktailtheke. „Wir bieten dort dann kalte Vorspeisen und Cocktails an“, sagt der Gastronom. Vor rund vier Monaten hat er das Ludwigsburger Restaurant Viva verkauft, um sich nun stärker auf den Bietigheimer Standort zu konzentrieren. „Eigentlich hatte ich auch auf ein wenig mehr Zeit für mich gehofft, aber jetzt mache ich hier doch mehr“, sagt Deniz und lacht. Die Ideen gehen dem Gastronomen nicht aus.

Auch neben dem Vita läuft es diesen Sommer gut. Lumbardh Suka und Luciano Blinishta vom Amici freuen sich, dass dieser Sommer besser läuft als der im vergangenen Jahr. Im Oktober sind die beiden seit zwei Jahren im Amici. „Es hat sich gut entwickelt, wir haben eine Stammkundschaft aufgebaut“, sagt Blinishta. Auch sie mussten im Sommer auf den stetigen Gästezufluss mit ausreichend Personal reagieren. Da komme es dann schon öfters vor, dass die Inhaber selbst hinter der Theke stehen.

Der August laufe gut, auch beim Mittagstisch. Schwierig seien eher die Hitzewochen im Juni gewesen. Und das, obwohl das Amici klimatisiert ist. „Aber viele sind bei den Temperaturen erst gar nicht in die Altstadt gekommen“, sagt Blinishta. Den hitzebedingten Kundenrückgang hatten im Juni auch die Mitarbeiter im Nam An in der Schieringer Straße bemerkt. Doch grundsätzlich sei man sehr zufrieden mit der Entwicklung, sagt Thuy Nguyen vom Restaurant Nam An.

Immer wieder konzipiert Nguyen neue Angebote für die Kundschaft. „Das machen wir das ganze Jahr über. Sozusagen als Geschenke für unsere Kunden“, erklärt Nguyen. Momentan gibt es gratis Vorspeisen zum Mittagsmenü und wer über die Homepage Essen zum Abholen oder Liefern bestellt, erhält 15 Prozent Rabatt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Standort“, sagt sie. Auch für den Herbst hat die Gastronomin bereits neue Angebote geplant.

Ruhigerer Mittagstisch

Im „2“ in der Hauptstraße 32 habe man nur in den ersten zwei Augustwochen die Ferien gespürt. „Viele scheinen aus dem Urlaub zurückgekommen zu sein und kommen jetzt vorbei“, sagt Dennis Stochino, einer der beiden Inhaber. In der Ferienzeit sei es beim Mittagstisch etwas ruhiger. Für den Sommer hatten Michael Schmalzridt und Dennis Stochino jedoch nichts Spezielles geplant. „Wir wollten erst einmal sehen, wie es hier unten so ist im Sommer“, sagt Stochino. Da sie regelmäßig Gerichte auf ihrer Karte wechseln, finden sich dort auch Sommergerichte. „Wir setzen auf Regionalität“, sagt Küchenchef Schmalzridt. Das Reh auf der aktuellen Karte habe sein Vater erlegt. Nach einer Krankheitsbedingten kurzzeitigen Schließung sind die beiden mit einem weiteren Koch im „2“ nun besser aufgestellt.

Für die Herbst- und Winterzeit laufen bereits die Planungen: Weinabende mit Winzern und passendem Menü und auch eine Menüvariante mit der sie ein jüngeres Publikum ansprechen möchten. Die Sommerzeit nutzen die beiden für die Planung. „Und dann können wir mal schauen was nächsten Sommer kommt, gerne wären wir auch mit einem Stand auf dem Pferdemarkt präsent“, sagt Stochino. Das sei in diesem Jahr mit der kurzen Vorlaufzeit einfach nicht möglich gewesen.

Öffnungszeiten verlängert

Änderungen im Sommer gab es beim Café Mosh am oberen Ende der Altstadt in direkter Nachbarschaft zur Städtischen Galerie. „Wir haben unser Öffnungszeiten erweitert“, sagt Shlirim Kilaj vom Café Mosh.

/Oliver Bürkle

Eine Stunde früher, also um 9 Uhr, öffnet das Café und eine Stunde länger, bis um 22 Uhr, können Gäste dort bleiben. „Eigentlich dachte ich, dass ich im August alleine hier arbeiten kann, aber das ging nicht“, sagt Kilaj und lacht. Personal, das nicht in den Urlaub gefahren sei, sprang ein. Seit der Eröffnung Anfang des Jahres laufe es gut. Regelmäßig seien sie mit Reservierungen voll ausgebucht. Lediglich das After-Work-Angebot donnerstags sei in der Ferienzeit etwas schwächer besucht. „Passt trotzdem, wir sind zufrieden wie es sich entwickelt.“ Nach den Eiskaffeevariationen freue er sich nun auch auf die Herbst- und Winterzeit. „Da gibt es dann tolle Heißgetränke, die zur gemütlichen Jahreszeit passen“, verrät Kilaj.

 
 
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