Das evangelische Gemeindehaus in der Bismarckstraße in Bönnigheim ist in die Jahre gekommen: Rund 70 Jahre alt, schlecht gedämmt, ausgestattet mit einer alten Gasheizung. „Energetisch war das Gebäude nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung hätte die heutigen Standards niemals erfüllt“, sagt Pfarrer Ulrich Harst. Deshalb habe es schon früh die klare Linie des Oberkirchenrats gegeben: Nicht sanieren, sondern neu bauen.
Gemeindehaus Bönnigheim Neubau statt Sanierung des Gemeindehauses
In Bönnigheim soll in der Bismarckstraße ein moderner Neubau erstellt werden.
Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Dazu müssen kirchliche Gebäude auf den neuesten energetischen Stand gebracht werden. Eine Sanierung des alten Gemeindehauses wird daher vom Oberkirchenrat weder finanziell noch ideell unterstützt.
Seit 2017 arbeitet die Kirchengemeinde an einer Immobilienkonzeption für die gesamte Kirchengemeinde Bönnigheim mit Hofen und Hohenstein. Die Konzeption sollte klären, welche Gebäude in Zukunft noch benötigt, welche abgegeben und welche saniert oder neu gebaut werden müssen.
Das Ergebnis der Konzeption war, dass zwei Pfarrhäuser in Hofen und Bönnigheim verkauft werden sollen. Ein weiteres Pfarrhaus in Bönnigheim soll instandgesetzt werden, und das Gemeindehaus soll neu gebaut werden.
Pläne für den Neubau liegen schon in der Schublade
In den vergangenen vier Jahren wurde intensiv an den Plänen für den Neubau gearbeitet. Geplant sind ein großer Saal, mehrere Gruppenräume für unterschiedliche Gruppen und Kreise, Büros für die Gemeindemitarbeitenden und ihr Gemeindebüro sowie eine Küche und Sanitärräume auf dem neuesten Stand.
Bei Gemeindeversammlungen wurden die Planungen der Gemeinde vorgestellt und deren Rückmeldungen in die weiteren Beratungen miteinbezogen. Anforderungen des Oberkirchenrats und Baukostensteigerungen haben die Planungen jedoch immer wieder verzögert.
Besonders bemerkenswert: Obwohl es aktuell ein Baumoratorium in der Landeskirche gibt, geht es in Bönnigheim voran. „Dass wir trotzdem weitermachen dürfen, liegt daran, dass wir unsere Immobilienkonzeption schon früh erstellt haben und seit Jahren intensiv an der Planung arbeiten“, erklärt Harst. Dies erfülle die Vorgaben der Landeskirche.
Finanzierung ist auch schon gesichert
Auch die Finanzierung sei inzwischen gesichert. Möglich wird dies durch den Verkauf von zwei Pfarrhäusern, durch Zuschüsse der Landeskirche und des Kirchenbezirks sowie durch Spenden aus der Gemeinde. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können das Projekt auf eine solide Basis stellen.“ Aktuell wartet man auf endgültige Zustimmung eines kirchlichen Gremiums. Ein Bauantrag sei deshalb noch nicht gestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf der ökologischen Ausrichtung des Neubaus. Auf das Dach soll eine Photovoltaikanlage kommen, und geheizt werden soll mit einer Wärmepumpe. „Wir planen mit einem sehr hohen Gebäudestandard, der auch eine ausgezeichnete Dämmung vorsieht“, sagt Harst. Wann die Bauarbeiten tatsächlich beginnen, bleibt offen. Hannah Reutter
