Gemeinderat Anwohner sollen mitziehen

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Die Einfahrt in die Sackgasse In den Beeten in Ingersheim von der Besigheimer Straße aus. Bislang parken Fahrzeuge auf der rechten Seite. Künftig sollen Parkplätze auf beiden Seiten wechselseitig angelegt werden.   ⇥ Foto: Jörg Palitzsch

In den Beeten steht die Sanierung der maroden Wasserleitung und der Straße an. Der Gemeinderat hat die Arbeiten für gut eine Millionen Euro vergeben, Baubeginn ungewiss.

Vorgestellt wurden die Pläne für die Sanierung der Straße In den Beeten mit Vergabeauftrag bereits im Mai 2019, jetzt stand die Vergabe für eine Million Euro  an. So soll die marode Wasserleitung ersetzt werden und die Straße, eine Sackgasse mit einer  Begrenzung auf 30 km/h, wechselseitige Stellplätze erhalten.

Konkrete Angebote für die Anwohner

Zur Sitzung in der SKV-Halle war Dipl. Ing. Axel Westram eingeladen, der die Pläne nochmals erläuterte. Im Zuge des Neubaus der Wasserleitung seien die Anwohner aufgerufen, auch neue Wasseranschlüsse in ihre Häuser legen zu lassen. Für die  über 50 Haushalte werde man konkrete Angebote vorlegen, „ein neuer Anschluss ist auch eine Investition in die eigene Immobilie“, warb Westram. Als Kosten wurden 2500 bis 3000 Euro genannt. Entscheidet man sich nach der Fertigstellung  der Straße dazu, werde es teurer. Westram hofft deshalb, dass möglichst viele Anwohner mitziehen.

Zur späteren Straßengestaltung sagte der Ingenieur,  die wechselseitige Anordnung der Parkplätze würde zur Verkehrsberuhigung beitragen und den Parkdruck etwas nehmen. Einem Streifen für den Radverkehr erteilte Westram eine Absage. Bei einer Straßenbreite von lediglich 5,50 Metern und der Beibehaltung der Gehwege sei dies nicht möglich und müsse „leider ausfallen“. Ein entsprechender Antrag auf Verschiebung des Radthemas der abwesenden WIR-Gemeinderätin Karin Zimmer wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Kritik von Gemeinderat Tobias Willmann

In der Diskussion kritisierte Tobias Willmann (WIR), dass man eine inhaltliche Debatte über die Gestaltungsmöglichkeiten der Straße  früher und nicht kurz vor dem Vergabebeschluss hätte führen müsssen. Bei einer wechselseitigen Parkierung werde es mit Lkw und Müllabfuh ein Chaos geben. Für Radler werde es noch unsicherer, weil sie durch parkende Autos teilweise verdeckt seien.

Jürgen Fleischmann (FWG) trieb die Sorge um, dass die Flächen zwischen den parkenden Autos mit Mülleimern zugestellt würden. Außerdem vergebe man die „einmalige Chance“ In den Beeten eine Wohnstraße einzurichten.

Westram sah keine Gefahren. Das Parken sei zwar eine zweischneidige Sache, es komme aber jedes Fahrzeug durch. Ob man jetzt im Wechsel, oder nur auf einer Seite parke sei fast gleich.

Da sich die Aussprache plötzlich zu einer Verkehrsdiskussion gewandelt hatte, mahnte Bürgermeister Volker Godel an, der Vergabe zuzustimmen. Schließlich müsse man die Wasserversorgung sicherstellen, was übrigens eine Aufgabe für die nächsten Jahre werden wird.

Dumpingpreise beim Wasserzins nicht zu halten

Das Thema Abwasser sei so gut wie erledigt, während  die Dumpingpreise beim Wasserzins angesichts der Investitionen wohl nicht zu halten seien. Ein kleiner Wink an die neue Bürgermeisterin Simone Haist, die an der Sitzung teilnahm. Über die Parkplätze könne man noch diskutieren, „aber nicht über einen Radstreifen“, so Godels Fazit.

Verworfen wurde ein Vorschlag von Ursula Heinerich (CDU) In den Beeten und auf der anderen Seite an der Marktstraße eine Radampel zur Überquerung der Besigheimer Straße einzurichten. Schließlich seien beide Straßen die Hauptradstrecke für Schüler, die täglich nach Bietigheim-Bissingen fahren. Westram verwies auf die hohen Kosten, Bürgermeister Godel verwies auf eine Abstimmung mit dem Radverkehrskonzept, über das man in diesem Jahr noch abstimmen müsse. Zugesagt wurde eine Absenkung des Gehwegs an der Fußgängeampel, ebenfalls ein Vorschlag von Ursula Heinerich.

 
 
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