Gemeinderat beschließt Bebauungsplan „Seewiesen“ in Hohenstein Bestandsschutz für Baumarkt

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Mit dem Bebauungsplan „Seewiesen“ sichert sich die Stadt die Einflussnahme auf die künftige Bebauung bei der Firma Lutz in Hohenstein und macht eine Weiterentwicklung des Unternehmens möglich. ⇥ Foto: Martin Kalb

Der Bebauungsplan „Seewiesen“ in Hohenstein, in dem sich das Betonwerk Lutz mit Baumarkt befindet, wurde nach sechs Jahren abgeschlossen.

Über sechs Jahre dauerte das holprige Bebauungsplanverfahren „Seewiesen“. Dort am Ortsrand des Stadtteils Hohenstein liegt ein Betonwerk mit Baumarkt. Anwohner beklagten Lärm, Staub und zu umfängliche Betriebszeiten. Den Eigentümer plagte die Platznot. Jetzt ist der gordische Knoten zerschlagen und der Bebauungsplan als Satzung beschlossen worden.

2015 war der erste Anlauf genommen, zwei Jahre später ein Vorentwurf beschlossen worden. Eine Behörden- und Bürgerbeteiligung fand statt. Die Prüfung der Anregungen dauerte bis zum Januar 2019. Da konnte der Gemeinderat dann einen Entwurfs- und Auslegungsbeschluss fassen. Weitere Einwände machten dann ein Schall- und Staubgutachten erforderlich. Das warf die Planung noch einmal über den Haufen.

Im Januar 2021 erging erneut ein Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Und jetzt konnte die Stadt auch einen städtebaulichen Vertrag mit dem Eigentümer abschließen, in dem die Kostenübernahme für das Verfahren geregelt ist. Im Februar trudelten schließlich die letzten Anregungen ein. Dabei forderte die Telefonica eine Richtfunktrasse frei zu halten, das Landratsamt Ludwigsburg verlangte eine Abstandssicherung zum Erlenbrunnenbach und dem Entwässerungsgraben am Rand des Betriebs.

Lärm und Staub

Mehrere Bürgerinnen und Bürger machten Bedenken wegen Lärm- und Staubbelästigungen, verkehrsrechtlicher Verstöße, Betriebszeiten, Höhe der zulässigen Gebäude auf dem nördlichen Teil und der innerbetrieblichen Erschließung geltend. Hierbei verweist die Stadt auf die Gutachten. Verkehrsrechtliche Probleme könnten im Bebauungsplan nicht geregelt werden. Und zur Entlastung der öffentlichen Straße sei eine interne Betriebsstraße vorgesehen. Betriebszeiten würden in der Baugenehmigung geregelt und die Höhe der Gebäude sei städtebaulich verträglich.

Doch Durchwinken konnte Bürgermeister Albrecht Dautel das umfangreich vorberatene Werk nun doch nicht. Stadtrat Jürgen Carstens (Grüne) verweigerte seine Zustimmung, da die Begrünung der Dächer und die Solaranlagenpflicht nicht geregelt sei. Doch wer zu spät kommt, den bestraft die Abstimmung: Da der städtebauliche Vertrag deswegen nicht noch einmal verhandelt werden sollte, wurde das Ansinnen des Grünen auf die erste Änderung des Bebauungsplans vertagt. Alle übrigen Räte stimmten dem Bebauungsplan zu.

 
 
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