Gemeinderat Besigheim Wärme aus dem Fluss oder der Erde

Von Susanne Yvette Walter
Der Neckar bei Besigheim wäre laut dem Ingenieurbüro eine der verlässlichen Wärmequellen. Foto: /Oliver Bürkle

Die Stuttgarter EGS-plan Ingenieurgesellschaft hat ein Wärmekonzept entwickelt, das sie nun dem Gemeinderat vorstellte.

Im Juli 2023 intensivierte die Stadt Besigheim in Eigeninitiative ihre Bemühungen um die kommunale Wärmeplanung und entschloss sich, in einem einjährigen Projekt mit der EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie-, Gebäude- und Solartechnik mbH aus Stuttgart, sich für die Zukunft entsprechend aufzustellen. Grundlage ist ein Gemeinderatsbeschluss vom 25. Oktober 2022.

Halbzeit in der Projektarbeit für eine kommunale Wärmeplanung

Nun ist Halbzeit in der Projektarbeit und Tobias Nusser von der EGS-plan referierte über den Stand der Entwicklungen in der letzten Gemeinderatsitzung. Er begann mit dem Ist-Zustand und analysierte zunächst die aktuelle Wärmeversorgung in Besigheim. Demnach haben Besigheim und Ottmarsheim zusammen derzeit einen Wärmeenergiebedarf von 142 Gigawattstunden.

In jedem Jahr nimmt man in Besigheim in Kauf, dafür 35.400 Tonnen an Treibhausgasen in die Luft zu blasen. In einem zweiten Schritt stellte Nusser dem Gremium seine Potenzialanalyse mit Einsparmöglichkeiten und mit dem Blick auf erneuerbare Wärmequellen vor.

Schritt für Schritt soll jährlich im Zwei-Prozent-Tempo versucht werden, Prozesse in der Industrie, im Handel und im Dienstleistungssektor so zu optimieren, dass der Stromverbrauch gesenkt wird.

So versucht die Stadt Besigheim ihren Strom bis 2040 um 27 Prozent zu reduzieren. Parallel dazu soll der Wärmebedarf immer mehr mit Wärmequellen gedeckt werden, die keine Schadstoffe mehr produzieren, also emissionsfrei sind.

Die Champions in Besigheim unter den verfügbaren Wärmequellen sind laut Nusser ganz klar: Flusswasserwärme, Erdwärme und Solarthermie. Der Nachteil bei Flusswasserwärme sei, dass man sie nicht für Einzelgebäude nutzen kann, erklärt Nusser vom Planungsbüro und stellt dem Besigheimer Gemeinderat seinen Lösungsansatz vor, wie eine CO2-freie Wärmeversorgung in der Realität aussehen könnte.

Natürlich stehen der regionalen Wertschöpfung auch entsprechende Kosten gegenüber. Als nächster Schritt soll nun eine Handlungsstrategie entwickelt werden, die einen ganzen Katalog an Maßnahmen hinter sich herzieht.

Konkret werden fünf Maßnahmen entwickelt

Konkret werden fünf verpflichtende Maßnahmen entwickelt, die laut Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg in den nächsten fünf Jahren umzusetzen sind. Der Abschluss der kommunalen Wärmeplanung ist zur Mitte des Jahres 2024 geplant.

In einer späteren Sitzung wird der Besigheimer Gemeinderat sich erneut mit dem Thema befassen. Ab 2028 müssen, so Tobias Nusser, alte Heizungen durch Alternativen ersetzt werden. Das Projekt, das Mitte des Jahres endet, dient dazu, auch dem Bürger aufzuzeigen, welche Möglichkeiten er hat.

 
 
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