Gemeinderat Bönnigheim Die Rathausplanung wird konkreter

Von Birgit Riecker
Das Bönnigheimer Rathaus bekommt nun doch keine Holzfassade, haben die Gemeinderäte im Zuge von Einsparungen beschlossen. Foto: /Oliver Bürkle

Der Bönnigheimer Gemeinderat stimmt für eine abgespeckte Variante des Umbaukonzepts für das Rathaus und beauftragt die Entwurfsplanung.

Kein Gemeinderat und keine Gemeinderätin hatte es sich leicht gemacht. Doch nun ist ein weiterer Schritt bei der geplanten Sanierung und Modernisierung des Rathauses geschafft. Bei einer Gegenstimme (Jannik Joos, FWV/CDU) und zwei Enthaltungen (ABö) stimmte der Rat für eine abgespeckte Variante des Umbaukonzepts mit Kosten von knapp 6,3 statt bislang fast 6,6 Millionen Euro und beauftragte die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

Das Büro KMB hat nach Absprache mit dem Fachplanern und nach der Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Technik seine geforderten Einsparvorschläge benannt. Dazu gehören nun eine Anpassung von Decke und Beleuchtung, die rund 103.000 Euro weniger kostet, sowie eine Umwandlung der Lüftung im Sitzungssaal, die eine Einsparung von gut 14.000 Euro bringt.

Verzicht auf Holzfassade spart 40.000 Euro ein

91.000 Euro weniger kosten die nun geplanten Alu-Kunststofffenster, die aber im weiteren Verfahren noch einmal auf den Prüfstand sollen. Vielleicht könne ja heimisches Holz dabei nachhaltiger und günstiger sein, fragte Stadtrat Hans-Martin Jäger (UWG) in der Diskussion. Der Verzicht auf eine Holzfassade spart fast 40.000 Euro. Die Außengestaltung mit einem Stahlsteg soll ebenfalls entfallen und so eine Einsparung von rund 42.000 Euro mit sich bringen. „Es zeigt sich, dass es sich lohnt, wenn das Gremium genau hinschaut“, stellte Stadtrat Tilo Staudenrausch fest.

Doch noch immer könnten die tatsächlichen Kosten später deutlich höher liegen, rechne man „Unvorhergesehenes“ und die Baupreisentwicklung dazu. Er zählte drei wichtige Punkte für seine Bedenken auf: Das reale Baurisiko im Bestand, das Maßhalten bei der Substanz und letztlich die Ehrlichkeit bei den Interims- und Umzugskosten. Diese sollen im nun anstehenden Bauabschnitt geklärt werden.

Die Planer hatten festgehalten, dass während der Sanierung des Rathauses keine Teilnutzung möglich sei. Das Rathaus müsse ausgelagert werden. Denkbar seien der Bau V auf dem Schulcampus oder eine temporäre Containeranlage nördlich der Schule. Aber auch eine Aufteilung der einzelnen Abteilungen auf verschiedene Gebäude seien denkbar, bestätigte Bürgermeister Albrecht Dautel.

Stadtrat Michael Gerdes (IUWG) sagte, die Sparrunde habe sich gelohnt und betonte, dass das geplante fest installierte Notstromaggregat unverzichtbar sei, zumal es eine zusätzliche Funktion im Katastrophenfall erfülle. Stadtrat Tilo Rommler sah noch mehr Einsparpotenzial bei der Kühlung und bekam dabei Unterstützung von Dorothea Bechtle-Rüster (SPD).

Haustechnik soll noch einmal geprüft werden

Es müsse eine zukunftsweisende Heizung, die auch zur Kühlung eingesetzt werden könne, geprüft werden. Die ganze Haustechnik müsse mit der technischen Entwicklung Schritt halten, so Hans-Martin Jäger (UWG). Bis zur Entwurfsplanung werde dies noch geprüft, sagte Dautel zu.

Die Anregung von Tilo Staudenrausch, die Entscheidung für die weitere Planung zu vertagen, bis die Kosten für die Interimslösung klar seien, verwarf das Gremium.

 
 
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