Gemeinderat Bönnigheim Zeichen stehen auf Erhalt des Bestands

Von Birgit Riecker
Soll das Rathaus saniert werden? Foto: /Oliver Bürkle

Im Gemeinderat stand die Frage im Fokus, ob das Rathaus saniert werden soll oder ein Umzug ins Schloss eine Alternative ist.  

Soll das Rathaus für rund 7,1 Millionen Euro saniert werden? Oder ist ein Umzug der Verwaltung in den Kavaliersbau und das Schloss eine Alternative? Die breite Mehrheit des Gemeinderats stand in der letzten Sitzung hinter der Sanierung des bestehenden Gebäudes, will aber zunächst zusammen mit den Planern Einsparmöglichkeiten und belastbare Zahlen erheben. Danach könne entschieden werden, ob noch eine Machbarkeitsstudie für die Alternative „Schloss“ in Auftrag gegeben werden soll.

Sanierung: der falsche Weg

Das sei der falsche Weg, argumentierte Tilo Staudenrausch (ABö). Er zweifelte die von Fachbüros erhobenen Kosten für die Rathaussanierung an. Denn es fehlten beispielsweise die Umzugskosten für die Verwaltung während der Bauzeit. „Wir plädieren stattdessen für eine Lösung, die wirtschaftlich und logisch ist: Der Umzug in den Bestand, konkret in den Kavaliersbau und das Schloss“, so Staudenrausch. Dort müsse sowieso einiges saniert werden.

Er bezog sich auf eine Besichtigung des Gemeinderats vergangene Woche. Seine Rechnung: Von geschätzten zehn Millionen Euro Baukosten könne man 3,5 Millionen Euro Zuschüsse und zwei Millionen Euro aus dem Grundstücksverkauf des Rathausgebäudes abziehen. Es blieben also 4,5 Millionen Euro echte Kosten und man habe zwei Bestandsgebäude einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Daher sei es richtig, jetzt die Alternative in einer Machbarkeitsstudie zu überprüfen. Doch warum schloss sich kein Ratsmitglied und auch Bürgermeister Albrecht Dautel nicht dem Vorschlag der beiden ABö-Mitglieder an? „Die Sanierung des Rathauses ist teuer, aber notwendig“, sagte Stadtrat Michael Gerdes (UWG).

Schloss-Lösung: Fass ohne Boden

Er hält den Standort für geeignet, das Gebäude verfüge über eine gute Grundstruktur. Beim größten Kostentreiber, der Technik, sei „noch Luft drin“. Außerdem verwies er auf die hohen Zuschüsse, die bei rund 3,5 Millionen Euro liegen werden. Grünen-Rat Jochen Türk sah in der „Schloss-Lösung“ ein Fass ohne Boden. „Die Zahlen erschlagen einen schier“, sagte Stadträtin Christa Häußer (FWV/CDU), die sich tief in die Materie eingearbeitet hatte und Fragen nach Standards oder einer Schadstoffanalyse stellte.

Das Rathaus falle noch nicht zusammen, stimmte ihr Bürgermeister Albrecht Dautel zu. Der nahe liegende Ansatz sei, die Kosten zu reduzieren. Stadtrat Gerrit Schwenk (UWG) und Frank Sartorius (FWV/CDU) sprachen sich auch für die Sanierung und Modernisierung des bestehenden Rathauses aus und forderten, alle Einsparmöglichkeiten zu prüfen. Dem schlossen sich Frank Müller (FWV/CDU) und Hans-Martin Jäger (UWG) an: „Wir brauchen eine zweite Runde mit den Planern, um belastbare Zahlen zu bekommen.“ Und so lautete am Schluss der Auftrag an die Verwaltung: zunächst Einsparpotenziale prüfen, dann entscheiden.

 
 
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