Gemeinderat Freudental Das Bestatten muss teurer werden

Von Gabriele Szczegulski
Dar Urnenwiesengräberfeld hat die Gemeinde erst vor einiger Zeit neu angelegt. Foto: /Oliver Bürkle

Die Gebühren in Freudental für Bestattungen erreichten bisher nur eine Kostendeckung von 53 Prozent.

Die gesamten Gebühren, die durch Bestattungen in Freudental eingenommen werden, decken gerade einmal 53 Prozent der Kosten, die die Gemeinde für Friedhof, Aussegnungshalle und andere Dienstleistungen hat. Das bedeutet für die Gemeinde einen Verlust von 47.400 Euro pro Jahr. Zudem, so Bürgermeister Alexander Fleig in der vergangenen Gemeinderatssitzung, seien in letzter Zeit einige Neubau- und Ausbaumaßnahmen auf dem Friedhof erfolgt, was weitere Kosten verursachte.

47.400 Euro pro Jahr muss die Gemeinde draufzahlen

Eine zu geringe Kostendeckung, befand nicht nur der Freudentaler Gemeinderat in einer Klausurtagung, zu wenig Einnahmen fand auch der Kommunalberater Ralph Härtel von der Firma Allevo, und auch die Kommunalaufsicht empfiehlt eine Kostendeckung von plus/minus 80 Prozent. Jetzt war die Frage: Sollen die Friedhofs- und Bestattungsgebühren auf 75 oder 85 Prozent angehoben werden? Löchgau hatte erst vor Kurzem seine Friedhofsatzung und Bestattungsgebührenordnung angepasst, um eine Kostendeckung von 75 Prozent zu erreichen.

Löchgau war auch nach Härtels Ausführungen und dem Vorschlag für eine Deckung von 85 Prozent angesichts der angespannten Finanzsituation Freudentals das Vorbild für den Einwurf von Peter Wolss von der Freudentaler Mitte. Er fand, dass eine Bestattung nun „fast doppelt so hoch ist wie in Löchgau“. Bürgermeister Fleig reagierte: „Wir haben nur einen kleinen Friedhof mit ungefähr 22 Bestattungen im Jahr, Löchgau hat mehr Einwohner und mehr Bestattungen“. So komme die Nachbargemeinde mit einem Deckungsgrad von 75 Prozent gut hin, Freudental eben nicht. „Zudem, da bin ich mir sicher, werden die umliegenden Gemeinden nach einiger Zeit alle auf den Kostendeckungsgrad von 85 Prozent erhöhen, anders wird es nicht mehr gehen“, so der Freudentaler Schultes.

Ob sich dann nicht viele Freudentaler in Löchgau beerdigen lassen würden, fragte Wolss weiter. „Ich glaube aber nicht, dass es einen Bestattungstourismus geben wird“, so sagte Fleig. Es gebe eher den Fakt, dass Gemeinden Bestattungen abweisen müssten, weil der Platz zu knapp wird.

Da der Gemeinderat den Empfehlungen des Kommunalberaters folgte und für eine Kostendeckung von 85 Prozent votierte, ergeben sich neue Kosten. „Wir müssen die Kosten erhöhen, daran führt kein Weg vorbei“, sagte Fleig.

Er nannte Beispiele: Bisher bezahlte man für ein Wahlgrab zweistellig einfach tief insgesamt 5420 Euro, zukünftig 7810 Euro. Ein Urnenwiesengrab kostete bisher 1200 Euro Grabnutzungsgebühr, nun beträgt diese 2380 Euro. „An den Grabnutzungsgebühren können wir drehen, um den finanziellen Verlust der Gemeinde zu reduzieren. Wir haben keine Wahl, das Bestatten muss teurer werden“, sagte Andreas Büdenbender von der Freudentaler Bürgergruppe.

„Wir wissen, das ist eine Menge Geld, aber unsere Investitionen, wie vor Kurzem in das neue Urnenwiesenfeld, summieren sich“, sagte Fleig. Die Gemeinde böte alle Formen der Bestattung an, das habe seinen Preis, sagte Fleig. Zudem sei die Pflege des Friedhofe durch den Bauhof aufwendig. In Zeiten leerer Kassen könne man es sich nicht mehr leisten, fast 50.000 Euro jährlich draufzuzahlen, so der Bürgermeister. Der Gemeinderat stimmte der neuen Gebührenkalkulation für das Friedhofswesen nach dem Vorschlag der Allevo-Kommunalberatung zu und damit der Erhebung von höheren Gebühren sowie der neuen Friedhofssatzung. Neun Gemeinderäte stimmten zu, vier enthielten sich.

 
 
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