Gemeinderat Gesamtkonzept weiter oberstes Ziel

Von Michaela Glemser
Die Windkraftanlage in Ingersheim ist bis dato die einzige im Landkreis. Das soll sich bald ändern. Foto: /Martin Kalb

Getrennte Verfahren für die Windkraft- und die Photovoltaikanlage im Alleenfeld.

Auch wenn sich die Bürger bei den Bürgerbegehren im Februar mehrheitlich für die Windkraftanlagen und die Freiflächen-Photovoltaikanlage im Energiepark „Alleenfeld“ zwischen Kleinsachsenheim und Hohenhaslach ausgesprochen haben, begleiten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegenwind Sachsenheim“ das Verfahren weiterhin kritisch.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung meldeten sich Dr. Julia Wengert, Katharina Manka und Simone Gaiser von besagter BI zu Wort und monierten, dass der Bau der Windkraftanlagen und die Errichtung der Freiflächen-Photovoltaikanlage wohl getrennt voneinander betrieben werden. „Es wurde immer als Gesamtprojekt hervorgehoben. Wenn jetzt nur die Freiflächen-Anlage gebaut werden soll, ist dies Lug und Trug am Bürger“, empörte sich Manka.

Mal mit, mal ohne Bebauungsplan

Bürgermeister Holger Albrich erläuterte, dass die Windkraftanlagen im Windvorranggebiet „LB-18“ ohne eigenen Bebauungsplan errichtet werden könnten. Für die Freiflächen-Photovoltaikanlage und den Speicher sei dagegen ein Bebauungsplanverfahren und eine parallele Änderung des gültigen Flächennutzungsplans notwendig.

Da dieses Vorhaben mit den öffentlichen Auslegungen mehr Zeit in Anspruch nehme, solle damit jetzt schon begonnen werden. „Wir halten aber nach wie vor an der Kombination von Windkraft und Photovoltaik fest, auch wenn beide Verfahren getrennt werden müssen“, betonte Albrich.

Der Flächennutzungsplan sieht für das rund 34,1 Hektar große Areal derzeit eine landwirtschaftliche sowie eine Fläche mit wasserrechtlichen Festsetzsetzungen vor. Das Plangebiet liegt in einem Landschaftsschutzgebiet mit angrenzendem Vogelschutzgebiet, Biotopen und einen FFH-Gebiet. Nach dem Urteil des zuständigen Planers Tristan Laubenstein eines Büros aus Balingen komme es aber durch den Bau der Photovoltaikanlage zu verhältnismäßig geringen Eingriffen. Die maximal 3,50 Meter hohen Module, die erst 80 Zentimeter über dem Boden beginnen, erlauben die Einsaat von extensivem Grünland, das von Schafen beweidet werden kann und vorteilhaft für die Insektenwelt ist. Durch die deutliche Überkompensation gegenüber dem heutigen Ackerland ist auch keine Eingriffs- und Ausgleichsbilanz nötig. Die Auswirkungen auf Reptilien, Amphibien und Vögel wurden bereits untersucht. Weiterhin sollen als neue Brutstätten für Feldlerchen mehrjährige, blütenreiche Saatgutmischungen ausgebracht werden.

„Nicht in Vorleistung gehen“

Gemeinderat Thomas Wörner gab zu bedenken, dass derzeit noch keine Ergebnisse der Windmessungen im Gebiet vorlägen, und die Gefahr bestünde, dass die Vertreter der Stadt ähnlich wie beim Pflegestandort Hohenhaslach in Vorleistungen gingen, die sich anschließend zerschlagen könnten. Die Windmessungen werden erst im Oktober abgeschlossen, Ergebnisse sollen Anfang 2027 vorliegen. Projektmanager Paul Schloz von der Betreiberfirma Vento Ludens GmbH erläuterte, dass er aktuell nicht sagen könne, ob die Photovoltaikanlage auch ohne die Windräder realisiert werde, wenn die Ergebnisse der Windmessungen zu schlecht seien. „Wir wollen für das Gesamtkonzept kämpfen“, bekräftigte er.

Flächennutzung wird geändert

Die Gemeinderäte beschlossen mehrheitlich die Entwürfe zur Änderung des Flächennutzungsplans und zum Bebauungsplan „Energiepark Alleenfeld“. Dagegen votierte Gemeinderat Wörner, der zunächst die Ergebnisse der Windmessungen abwarten wollte, sowie Gemeinderätin Monika Hörer, die den Bürgern, welche gegen den Energiepark gestimmt hatten, zu Gehör verhelfen wollte. Albrich und einige Gemeinderäte machten deutlich, dass die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dächern von städtischen Gebäuden weiter geprüft werde. „Das eine zu tun, heißt nicht das andere zu lassen“, so Albrich, der sich gegen Vorwürfe wehrte, wegen des Energieparks würde die Überprüfung alternativer Flächen für Photovoltaik unterbleiben.  Michaela Glemser

 
 
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