Dass die Sachsenheimer stolz auf ihr Schlossfreibad sind, ist bekannt, und auch bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde dies über die Fraktionsgrenzen hinweg deutlich, als Isabell Henkel und Axel Griesbaum vom Trägerverein den Rechnungsabschluss 2025 präsentierten und einen Blick auf den Wirtschaftsplan für das laufende Jahr gestatteten. Grundsätzlich wurde deutlich, dass 23 Jahre nach Gründung des Vereins, der durch viel ehrenamtliche Arbeit, Mut und Vorausschau seinerzeit das von der endgültigen Schließung betroffene Freibad im Herzen der Stadt retten wollte, das über 70 Jahre alte „Bädle“ nach wie vor gut dasteht.
Gemeinderat Hoffen auf den Bundeszuschuss
Trägerverein Schlossfreibad präsentiert den Rechnungsabschluss 2025.
Freilich ist bezüglich der Bilanzen auch hier nicht alles eitel Sonnenschein und hie und da noch Luft nach oben, dennoch kann man auf eine finanziell solide Basis zurückgreifen, was bei tendenziell notorisch defizitären Einrichtungen wie Bädern eher ungewöhnlich ist. Und mit aktuell mehr als 2600 Mitgliedern habe man, die Abgänge bereits subtrahiert, mit einem Mehr im Vergleich mit dem Vorjahr von gut 200 Mitgliedern einen neuen Rekord erreicht.
Becken mit neuem Farbauftrag
Axel Griesbaum ging nochmals auf die notwendig gewordene Farbauftragung im Schwimmerbecken ein: „Man denkt zwar, das sei nur Farbe, aber tatsächlich brauchten wir inklusive der Sandstrahlung 14 Tage für die Arbeiten und 30.000 Euro, nur um einmal wieder von vorn zu starten.“ Zudem habe man – wie so vieles in Eigenregie – im Eingangsbereich eine Rampe gebaut für Rollatoren, Rollstühle und Kinder- wie auch Bollerwagen.
Aufgrund der eher wechselhaften Witterung seien die beiden Tage des Open-Air-Kinos lediglich als „mittelmäßiger Erfolg“ zu verbuchen, so Griesbaum, dennoch habe man rund 500 Gäste zählen können. Allerdings: „In der vergangenen Saison lagen wir bei rund 63.000 Badegästen, damit waren wir gut bedient wegen des nicht so guten Wetters und hatten nur wenig Rückgang zu 2024.“ Andere Bäder in der Region hätten hier stärkere Einbußen zu verkraften gehabt.
Isabell Henkel ging in groben Umrissen nochmals auf das Wirtschaftsjahr 2025 ein, welches Eintrittseinnahmen in Höhe von 255.000 Euro verbuchte – zuzüglich der Posten aus Vermietung der Liegen und Pacht des Kiosks.
Dem gegenüber standen Investitionen von rund 54.000 Euro, die die Gewerke Fliesenarbeiten, Dachrenovierung, die Beseitigung der Schäden durch den Eichenprozessionsspinner – Henkel: „ein ungebetener Gast“ – sowie die Anschaffung zweier neuer Pumpen, die in den kommenden Wochen ihren Probelauf absolvieren werden, betrafen. Die vor drei Jahren auf dem Dach installierte PV-Anlage leiste 2023 gute Dienste, minus 25.000 Euro, und für das laufende Jahr antizipiere man – „vorsichtig geschätzt“ – Einnahmen von rund 322.000 Euro.
Wenig Chancen auf Fördermittel
Griesbaum erinnerte nochmals an den in Einvernehmen mit dem Gemeinderat gestellten Förderantrag für die Auskleidung des Beckens mit Edelstahl. 330 Millionen Euro würden bundesweit im Fördertopf vergeben, es stünden aber Anträge in einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro auf der Gegenseite, „das ist eine 20-fache Überbuchung.“ Dennoch hoffe man auf einen positiven Bescheid.
Außerdem habe man für die Einrichtung eines Angebots in „Aquacycling“ bei der Ferry-Porsche-Stiftung einen Antrag auf acht Aquabikes im Gegenwert von 25.000 Euro gestellt. Hier habe man von vorneweg bessere Chancen, in den Genuss der Zuschüsse zu kommen, so Griesbaum, denn die Stiftung berücksichtige ausschließlich Bundesländer mit Porsche-Standorten, also Baden-Württemberg und Sachsen.
Bürgermeister Holger Albrich meinte, „es soll noch eine zweite bundesweite Förderung geben, die nur auf Schwimmbäder abzielt. Wir haben alles getan, was wir tun konnten. Hier ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht“.
