Gemeinderat Löchgau Das neue Bürgerzentrum: „Ein sozialer Schatz für Löchgau“

Von Gabriele Szczegulski
Ziemlich konkret ist der erste Entwurf der Ausgestaltung der ehemaligen Geschäftsräume zu einem Bürgerzentrum mit Bücherei, den das Büro Includi und die Rathausverwaltung zusammen erarbeitete. Vorne recht ist der Eingang mit Außenbestuhlung, hinten links die Toiletten, die auch von außen zugänglich sein werden. Foto: /Gemeinde Löchgau

Dem Gemeinderat wurde ein visualisierter Entwurf für das neue Zentrum mit Bücherei vorgelegt, der für Begeisterung sorgte. 

Ganz schön überrascht waren die Löchgauer Gemeinderäte, was die Verwaltung unter Bürgermeister Robert Feil mit Hilfe des Teams der Agentur Includi und Architekt Aat Vos vollbracht hatte. Dem Gemeinderat wurde ein fast perfektes Konzept für ein Bürgerzentrum, das im ehemaligen Geschäftshaus von Sport Trinkner entstehen soll, präsentiert – mit definierten Bereichen, Möbelvorschlägen und Farbkonzept.

„Ich bin absolut überwältigt“, sagte Monika De Connick von der CDU. „Respekt für diese detailgenaue Arbeit“ kommentierte Robert Fiesel von der SPD. Aat Vos von Includi, der dem Gremium per Videoschaltung aus Groningen in den Niederlanden zugeschaltet war und die Konzeption erläuterte, antwortete: „Ja, wenn wir das richtig angehen, wird das Bürgerzentrum ein sozialer Schatz für Löchgau.“

Zwei Wochen lang vor Ort recherchiert

„Wir wurden durch die Bibliothek Hubland in Würzburg auf das Planungsbüro Includi aufmerksam“, sagte Bürgermeister Feil. Sein Rathausteam und er hatten mit dem Team von Aat Vos zwei Wochen lang in Löchgau vor Ort recherchiert, visioniert und konzipiert. „Entstanden ist ein sehr guter Vorschlag, mit dem nun weitergearbeitet wird“, wie Feil sagt und der Gemeinderat die Verwaltung auch mit voller Zustimmung beauftragte.

Vor Ort wird das Löchgauer Architekturbüro Ruff die Planung übernehmen. Selbst eine Kostenschätzung mit sogar den kleinsten Einzelteilen lag den Räten vor: 2,5 Millionen Euro soll die Umgestaltung der Räumlichkeit in ein Bürgerzentrum kosten.

Ausgangsvoraussetzung für die Konzeption waren, so erläuterte Vos, Ideen aus der Einwohnerversammlung und einer Onlineumfrage unter Bürgern. Diese wollten, kurz zusammengefasst, ein „öffentliches Wohnzimmer“ für alle Generationen an Löchgauern, das flexible Öffnungszeiten hat und die Bücherei inkludiert. Diese soll dann, wie Büchereileiterin Heike Feigl erläuterte, eine Open Library werden. Zudem sollten typische Löchgauer Gebäude thematisch aufgenommen werden, wie die Nagelfabrik oder die Berghütte. Gemütlich, heimisch und ruhig, ein Gemeinschaftsraum wünschten sich die Löchgauer. Die Ergebnisse lagen dem Gemeinderat auf 290 Seiten vor, mit Fotos, Plänen, Vorschlägen zur Möblierung und der Farbkonzeption.

Der vorhandene Raum ist wie ein L konzipiert

Der Raum mit seinen 700 Quadratmetern ist wie ein L konzipiert. Verschiedene Bereiche sollen für unterschiedliche Zielgruppen gestaltet werden. Im Eingangsbereich wird eine Theke als Cafeteria und Infopunkt mit Garderobe einladen. Sitzplätze in verschiedenem Design gibt es zuhauf, auch an den Wänden sind unterhalb der Regale für die Bücher Bänke angebracht. Alle fast 18.000 Medien sollen hier untergebracht werden.

Der Knick des Ls wird zur Bühne, die wie eine Landschaft gestaltet werden soll, auf der Veranstaltungen stattfinden, und die ansonsten als gemütlicher Sitzplatz dient. Dieser Bereich geht über in mehrere kleine kreative Kinderbereiche.

Das lange L-Teil wird durch zusätzliche Fenster erhellt. In der Mitte soll ein Element, das in seiner Gestaltung an die Löchgauer Nagelfabrik erinnern soll, stehen. Es ist offen, wird aber auch abgetrennt werden können. Es soll ein Multifunktionsbereich werden. In der Mitte dieses Raumes ist die Medienabgabe der Bücherei geplant. Am Kopf des L soll eine Berghütte gebaut werden, als Treffpunkt für Jugendliche. Auch an die Toiletten dachten die Planer schon. Sie sind vom Innenbereich erreichbar und barrierefrei, können aber auch bei Festen von außen begangen werden.

In einem Frühstadium der Planung

Alles ist bunt gestaltet, jeder Sitzbereich ist anders. Es soll, so Aat Vos, eine flexible Räumlichkeit entstehen. Nichts sei fix, alles könne mit ein paar Handgriffen je nach Bedarf umgewandelt werden. Ist das Bürgerzentrum einmal fertig, sollen Büchereileiterin Heike Feigl und die erst im August eingestellte Quartiersmanagerin Anne Heß das Management übernehmen. „Wir sind eigentlich noch in einem Frühstadium der Planung, noch wurden keine Fachingenieure eingeschalten“, sagte Bürgermeister Feil. Das soll nun in den nächsten Monaten passieren und dann soll die Bürgerschaft über die Pläne entscheiden. Eventuell, so Feil, gebe es auch eine Bürgerversammlung.

 
 
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