Gemeinderat Löchgau Wie viel Wasser wird Löchgau 2030 und 2050 verbrauchen?

Von Jonathan Lung
Die Wasserversorgung in Löchgau ist garantiert, der Bedarf steigt aber aufgrund der klimatischen Veränderungen. Foto: /Martin Kalb

Für ein Gutachten musste der Gemeinderat den zukünftigen Wasserverbrauch beziffern. Alternative Methoden der Wasserversorgung wurden gefordert.

Woher bezieht Löchgau sein Trinkwasser – und woher wird es dieses in Zukunft beziehen? Dieser Frage stellten sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag. Einem Tag, der, wie Bürgermeister Robert Feil fand, nicht besser geeignet hätte sein können für die Beratung des Themas Wasser – im Sitzungssaal unterm Dach des Rathauses herrschten Spitzentemperaturen.

Wenig überraschend erreicht der Wasserverbrauch in den Sommermonaten auch in Löchgau seine höchsten Werte, der maximale Tagesbedarf lag dann in den letzten Jahren bei durchschnittlich 14 Liter pro Sekunde. Im Jahresdurchschnitt wurden dagegen nur im Schnitt 8,8 Liter pro Sekunde verbraucht.

Der maximale Tagesbedarf steigt

Löchgau bekommt sein Wasser über die Besigheimer Wasserversorgungsgruppe (BWG), die Wasser vom Bodensee und insgesamt drei Tiefbrunnen bezieht. Die BWG will nun ein Strukturgutachten vom Ingenieurbüro RBS Wave GmbH erstellen lassen, das Aussagen und Informationen über die künftige Eigenwasserförderung, die Wasseraufbereitung, -speicherung, -verteilung und vor allem zum zukünftigen Wasserbedarf bereitstellt, um sich für die Zukunft auszurichten.

Deshalb wurden von der Gemeinde die künftigen Bedarfe angefragt: Wie viel Wasser wird Löchgau bis zu den Jahren 2030 und 2050 verbrauchen? Die Wasserversorgung, konnte Klaus Schmelzer von der BWG vorwegnehmen, ist dabei gesichert: „Löchgau kann sich auf den Zweckverband verlassen, dass das geliefert wird.“ Das Wasser aus dem Bodensee sei garantiert und mit den Tiefbrunnen, die zwar zum Teil altersbedingt renoviert werden müssten, habe man ausreichende Wasservorkommen.

Aktuell hat Löchgau ein Bezugsrecht von 15 Liter pro Sekunde. Laut Prognose der BWG steigt der maximale Tagesbedarf künftig aber auf rund 17,6 Liter pro Sekunde. Dabei wurde ein Bevölkerungswachstum von 5,5 Prozent sowie ein Wassermehrbedarf auf Grund der klimatischen Veränderungen von jeweils zehn Prozent beim mittleren Tagesbedarf und dann nochmals bei der Aufrechnung zum maximalen Tagesbedarf angenommen. Der Masterplan Wasserversorgung des Landes Baden-Württemberg geht sogar von einem künftigen Tagesspitzenbedarf von 21 Liter pro Sekunde aus, was am Bevölkerungswachstum von 15,8 liegt, der der Berechnung zugrunde liegt. Derzeit rechnet die Verwaltung Löchgaus aber nicht mit einem stark steigenden Bedarf in der Baugebietsentwicklung bis 2030. Eine Prognose bis 2050 dagegen sei letztlich kaum valide zu erstellen, denn wenn eine Baugebietsentwicklung Löchgau-Südwest erfolgen sollte, wären Mehrbedarfe beim Wasser vorzusehen.

Für die Verbandskostenumlage werden einerseits die variablen Kosten nach dem Verbrauch und daneben die festen Kosten nach den Bezugsrechten in Liter pro Sekunde herangezogen. Die Festkostenumlage beträgt derzeit rund 9800 Euro je Liter pro Sekunde. Mit einer Erhöhung der Bezugsrechte geht somit eine Erhöhung der Verbandsumlage einher. „Da muss man überlegen, ob Wasser für den Spitzenbedarf vorgehalten wird oder ob man die Wirtschaftlichkeit in Betracht zieht“, sagte Bürgermeister Feil. „Wie viel ist es uns wert? Weil den Spitzensatz zahlen wir.“ Für das Gutachten wurde der BWG nun ein prognostizierter Wasserbedarf von 20 Liter pro Sekunde bis zum Jahr 2050 mitgeteilt. Vor der Abstimmung bat Gemeinderat Thomas Makoviec (SPD), die Regenwassernutzung und andere Alternativen zu überdenken: Er selbst decke die Hälfte seines Wasserbedarfs aus der Zisterne.

 
 
- Anzeige -