Derzeit befinden sich im Stadtgebiet 18 Kindertageseinrichtungen mit insgesamt rund 1053 Plätzen. Bei diesen Zahlen sind die Betreuungsmöglichkeiten in der Kindertagespflege nicht berücksichtigt.
Sachsenheim Ausreichend Betreuungsplätze
Die Investitionen der Stadt in die Kinderbetreuung zahlen sich aus: Es gibt keine Wartelisten mehr, dafür Sanierungsbedarf in einigen Einrichtungen.
Im laufenden Kindergartenjahr gibt es keine Wartelisten und allen Familien konnte ein Betreuungsplatz offeriert werden, welcher den Rechtsanspruch erfüllt. „Dies bietet aus unserer Sicht Anlass zur Freude,“ sagte der Leiter des Teams Bildung, Betreuung und Bürgerengagement bei der Stadtverwaltung, Sven Kaiser, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Denn erstmals seit vielen Jahren sind wir wieder in der Lage, allen Familien in Sachsenheim einen bedarfsgerechten Betreuungsplatz anzubieten.“
Noch freie Plätze vorhanden
Jeden Wunsch der Eltern könnte das Team allerdings nicht erfüllen. Er verwies darauf, dass es nicht möglich sei, in allen Stadtteilen alle Betreuungsformen anzubieten, und daher manche Eltern wie beispielsweise in Hohenhaslach auf einen Platz in ihrer Wunscheinrichtung warten würden.
Im Stadtteil Häfnerhaslach wiederum konnte die Nachfrage durch eine Erweiterung der Höchstgruppenstärke im Evangelischen Kindergarten „Schatzkiste“ bedient werden. Freie Platzkapazitäten sind derzeit in den Ganztageskrippen in der Stadt, im Kinderhaus „Mobile“ und im Kindergarten „Arche Noah“ vorhanden.
Christian Hamel, der mit dem Unternehmen der Projektgruppe Bildung und Region (biregio GbR) die Kindergartenbedarfsplanung der Stadt Sachsenheim für die Jahre 2025 bis 2028 fortgeschrieben hat, stellte klar, dass sich nach den sehr hohen Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren in Zukunft ein rückläufiger Trend bemerkbar machen werde, der in Sachsenheim aber im Vergleich zu anderen Kommunen noch mild ausfalle.
Junge Familien ziehen in die Stadt
Sachsenheim kann auf den Zuzug junger Familien setzen, die diese rückläufigen Geburtenzahlen teilweise ausgleichen können. So ist zwar die Zahl der Geburten in Sachsenheim von 2023 auf 2024 von 180 auf 165 zurückgegangen, dennoch rechnen die Experten von biregio damit, dass die durchschnittliche Jahrgangsbreite bei den null- bis dreijährigen Kindern in den kommenden zehn Jahren im Stadtgebiet Sachsenheim von 186 auf über 200 Kinder ansteigen wird.
Der Zuzug junger Familien macht sich dabei in Großsachsenheim stärker bemerkbar als in Kleinsachsenheim und im Kirbachtal. „Es kann zwar mittelfristig ein Überhang an Betreuungsplätzen entstehen, aber dies ermöglicht auch eine größere Flexibilität, um bei Sanierungen oder einer Änderung des Betreuungsbedarfs zeitnah reagieren zu können“, betonte Fachmann Christian Hamel.
Ganztagsbetreuung im Blick
So soll beispielsweise in Großsachsenheim das Kinderhaus „Mobile“ zum Kindergartenjahr 2026/2027 eine Ganztagskrippengruppe in eine Krippengruppe mit verlängerten Öffnungszeiten umgewandelt werden. Dies ist auch im Kinderhaus „Pfiffikus“ geplant. Im Evangelischen Kindergarten „Arche Noah“ wiederum könnten bei Bedarf zwei Kindergartengruppen mit verlängerten Öffnungszeiten zu einer Ganztagsgruppe für Kinder über drei Jahren werden.
Im Sachsenheimer Stadtteil Ochsenbach könnte bei einer Sanierung des Kindergartens „Sonnenblume“ eine weitere altersgemischte Gruppe mit insgesamt 15 Plätzen eingerichtet werden. Die Evangelische Kinderstube mit ihren 20 Krippenplätzen könnte vom Pfarrhaus in Großsachsenheim in das Neugebiet „Birkenfeld“ in Kleinsachsenheim verlegt werden, wo die Stadt einen Kindergarten vorgesehen hat.
Zukunft der Kindergärten
Als mögliche Maßnahme in ferner Zukunft ist auch bei einem anhaltenden Überschuss der Betreuungsplätze für Kinder über drei Jahren ab dem Jahr 2030 die Kündigung des Mietvertrags für den Kindergarten „Seepferdle“ in Großsachsenheim im Gespräch oder die Aufgabe des Evangelischen Schlosskindergartens, der ebenfalls Sanierungsbedarf hat. Die Vertreter des Gesamtelternbeirats in Sachsenheim äußerten ihr Bedauern über eine mögliche Schließung der Schlosskindergartens, während sie die Sanierung und Gruppenerweiterung des Kindergartens „Sonnenblume“ begrüßten.
„Es besteht aber keinerlei Anlass zur Sorge, dass morgen irgendwo ein Kindergarten in Sachsenheim geschlossen wird. Unser Ziel ist eine anpassungsfähige Betreuungslandschaft in der Stadt“, machte Fachbereichsleiter Sven Kaiser deutlich.
Die Sachsenheimer Gemeinderäte nahmen die Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung einhellig zur Kenntnis.
