Gemeinsame Feuerwehr im Kirbachtal Trotz Nein vom Land: Stadt bleibt bei Standort

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Wie geht es weiter im Streit um den Standort für Sachsenheims Kirbachtal-Wehr?⇥ Foto: Helmut Pangerl

Verwaltung und Fraktionen halten an den Planungen zur Kirbachtal-Feuerwehr fest. Das Land bekräftigt indes sein Nein.

Eine gute Nachricht gibt es im Streit um den Standort für die Kirbachtal-Feuerwehr: Trotz Beschluss des Gemeinderats hat die Stadt die Kosten für den Architektenwettbewerb von 100 000 Euro noch nicht in Gang gesetzt. Die Situation an sich ist aber festgefahren: Die Stadt will weiter um den Standort kämpfen. Das Problem: Der zuständige Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg lehnt den Verkauf des Landes-Grundstücks kategorisch ab (die BZ berichtete). Rund zwölf Monate bleiben der Stadt, daran etwas zu ändern.

Am Freitagmorgen tagte der Ältestenrat mit Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen im Zimmer von Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich. Gut eine Stunde dauerte die Sondersitzung. Am Ende stand eine gemeinsame Stellungnahme. In dieser heißt es in Auszügen: „Die Stadtverwaltung und Gemeinderat (...) halten an der Entscheidung zum gemeinsamen Feuerwehrstandort im Kirbachtal fest.“ Es sei: „aus feuerwehrtechnischer Sicht“ der „einzige Standort“ für die Zusammenlegungen der Wehren aus Spielberg, Ochsenbach und Hohenhaslach. Man wolle „die bestehenden Kontakte zu Vermögen und Bau fortsetzen und persönliche Gespräche mit den Beteiligten zu einer Lösungsfindung terminieren.“ Für Vermögen und Bau besteht keine Notwendigkeit zur weiteren Gesprächen. Für Leiterin Corinna Bosch ist klar: „Wir werden bei unserer Entscheidung bleiben. Die Kriterien ändern sich ja nicht.“ Weitere Gespräche erachtet sie nicht für notwendig. Man habe der Stadt mitgeteilt, dass man das Grundstück an der L1110 gegenüber des Bromberghofs nicht verkaufen werde. „Deshalb ist es doppelt befremdlich, darauf zu beharren“, stellt Bosch klar. Gleich in mehreren Schutzgebieten liegt die geplante Feuerwehrwache. Hinzu kommt, dass dort der Geflügelhof Kurz Bio-Tierzucht betreibt und Felder für Bio-Honig vorhält. Und die Landesregierung will Bio-Betriebe schützen.

Die Stadt sieht dennoch die Argumente auf ihrer Seite und bemüht sich um Annäherung: „Wir sind der Meinung, dass wir die Bedenken aus der Welt schaffen können“, sagt Verwaltungs-Teamleiter Stefan Trunzer am Freitag im Gespräch mit der BZ, bei dem auch Thomas Feiert, Fachbereichsleiter Technik, Bürgermeister Albrich, Feuerwehrkommandant Philipp Rousta und Sprecherin Nicole Raichle anwesend sind. Vermögen und Bau habe gesagt, baut Trunzer aber auch gleichzeitig Druck auf, dass sie Kommunen bei derartigen Vorhaben unterstütze und die Feuerwehr als wichtige Aufgabe sehen. „Wenn sie dazu stehen, denken wir, dass wir das hinkriegen.“ Sollten die bau- und umwelttechnischen Voraussetzungen mit dem Landratsamt geschaffen werden, wäre es „politisch sehr schwer zu argumentieren“ dennoch nicht zu verkaufen.

So sieht es auch Kommandant Rousta: „Wir haben diesen fortschrittlichen Wandel, wollen fusionieren. Für die Zukunft und eine fortschrittliche Feuerwehr wäre es eher kontraproduktiv zu erfahren, dass dem so entgegengewirkt wird.“ Und weiter: „Wirtschaftlich und vernünftig gibt es keine Alternative“. Andere Standorte kommen laut Stadt wegen der gesetzlichen Hilfsfristen nicht in Frage.

Dass die Stadt von größeren Hürden wusste, zeigt die Tatsache, dass der Architektenwettbewerb trotz Beschluss im Gemeinderat noch nicht ausgerufen wurde. So seien bisher nicht 100 000 Euro, sondern lediglich 13 500 für die Standortsuche, ausgegeben worden. Das VGV-Verfahren sei, „ganz bewusst zurückgestellt worden“, betont Fachbereichsleiter Technik, Feiert: Die Untere Naturschutzbehörde stehe dem Projekt zwar grundsätzlich positiv gegenüber: „Es gibt aber noch eine ganze Reihe von Abwägungen und Untersuchungen.“

Mit weiteren Untersuchungen will die Stadt das Ruder nun noch herumreißen. Dabei drängt allerdings die Zeit. „Wir haben schon jetzt einen gewissen Verzug. Bis Ende 2024 sollte die neue Wache stehen“, sagt Trunzer. Dafür müsse in den nächsten zwölf Monaten die Standortfrage geklärt sein. Und wenn nicht? Darauf hat die Stadt weiter keine Antwort parat. Denn auch die bestehenden Feuerwehrhäuser bedarfsgerecht zu erneuern und umzugestalten, ist – neben der hohen Kosten von mehreren Millionen Euro – auch auch Platzgründen nicht so einfach möglich.

 
 
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