Gemeinschaftsschule Sachsenheim Schüler entwickeln Europa-Projekte für Nachhaltigkeit

Von Michaela Glemser
Griechische Schüler stellten in der Gemeinschaftsschule ihr Nachhaltigkeitsprojekt aus ihrer Heimatstadt Kalamata vor.⇥ Foto: Martin Kalb

An der Gemeinschaftsschule Sachsenheim treffen sich junge Menschen aus fünf Ländern zum gemeinsamen Austausch.

Sie kommen aus Sveti Petar Orehovec in der Nähe von Zagreb in Kroatien, aus dem italienischen Turin, aus Kalamata an der Küste der griechischen Halbinsel Peloponnes und aus Valdepenas im Süden Spaniens: 23 junge Leute sowie zehn Lehrkräfte sind derzeit zu Gast in der zehnten Jahrgangsstufe der Sachsenheimer Gemeinschaftsschule am Sonnenfeld. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sie per Videokonferenz gemeinsam an Projekten zum Thema „Nachhaltigkeit“ gearbeitet, die sie nun in Sachsenheim öffentlich präsentierten.

„Die sogenannten ‚global goals‘ sind politische Zielsetzungen, die für uns alle, für die jüngeren Menschen im Besonderen, eine gute Zukunft auf unserem Planeten sichern sollen. Dies geht nur gemeinsam, und ihr habt zusammen Projekte entwickelt und ein Bewusstsein geschaffen. Damit seid ihr Vorbilder“, lobte der Schulleiter der Gemeinschaftsschule, Bernhard Dietrich, die Schüler. Unter dem Motto „Regional verwurzelt und europäisch denken“ haben sie Projekte entwickelt, die sie auf ihre Heimatorte zugeschnitten haben, die aber auch überall sonst in Europa zur Umsetzung kommen könnten.

„Wir haben eine Online-Zeitung ins Leben gerufen, in deren Rahmen junge Menschen Artikel zum Thema der Nachhaltigkeit schreiben konnten“, erzählt die 14-jährige Ivona Siladi aus Kroatien. Agota Bodo-Toth von der Gemeinschaftsschule zeigt das Modell eines Mülleimers, der wie ein Basketballkorb aussieht, damit die Entsorgung des Mülls auch wirklich Spaß macht. „Wir könnten uns auch vorstellen, die Schulhöfe mit Hamsterrädern oder anderen Sportgeräten, mit denen sich Energie erzeugen lässt, auszustatten, um die  Schüler zu mehr Bewegung zu animieren und ihnen gleichzeitig zu verdeutlichen, wie Strom gewonnen wird“, erläutert Bodo-Toth.

Kompost und Podcast

Sehr interessant fand Lehrerin Persa Kotsonouri aus Griechenland die konsequente deutsche Mülltrennung, während in ihrem Heimatland nur Plastikmüll recycelt wird, aber kein Glas. „Unsere Schüler haben den Schulhof viel grüner und nachhaltiger mit Pflanzen, Blumen und Bäumen gestaltet sowie Lebensmittel für eine gemeinnützige Organisation gesammelt“, berichtet die griechische Pädagogin.

Die Mädchen und Jungen aus Turin haben Radio-Podcasts rund um die Nachhaltigkeit aufgenommen, einen Kompost auf ihrem Schulhof angelegt und einen „Keinen-Müll-Tag“ aus der Taufe gehoben.

Seit 2021 ist die Gemeinschaftsschule eine sogenannte „Erasmus+-Schule“ und erhält bis zum Jahr 2027 Fördergelder für Austauschprogramme. Die Schüler fahren gemeinsam mit ihren ausländischen Freunden anschließend nach Brüssel, wo sie das Europäische Parlament besuchen. 2023 werden sich die jungen Menschen in Italien und Griechenland treffen.

 
 
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