Gemmrigheim Angesteckt vom Schottland-Virus

Von Gabriele Szczegulski
Pia Guttenson hat ein neues Buch – eine Art Reiseführer für Schottland – veröffentlicht. Foto: /Martin Kalb

Die Gemmrigheimerin Pia Guttenson veröffentlicht eine andere Art von Reiseführer.

Circa 30 Reisegruppen im Jahr führt die Gemmrigheimerin Pia Guttenson durch Schottland. Das ist ihr aber nicht genug: Mit ihrem Mann wird sie am kommenden Donnerstag nach Glasgow, die schottische Hauptstadt, fliegen, um dort den Weihnachtsmarkt zu besuchen. „Ich bekomme nie genug von Schottland“, sagt die Autorin. Ihre Anekdoten und Erlebnisse als Reiseführerin in Schottland hat sie nun in dem Buch „Schottland ganz anders – On Tour mit der Queen of Chaos“ niedergeschrieben.

„Ich habe meinen Traumjob gefunden“

Vor zwei Jahren entschloss sich Guttenson, ihren Beruf als Kauffrau im Breuningerland an den Nagel zu hängen, um für eine Londoner Agentur Reisegruppen als deutsche Reiseführerin zu begleiten (die BZ berichtete). „Ich hab diese Entscheidung nie bereut, im Gegenteil, ich habe meinen Traumjob gefunden“, sagt sie. Zuvor war sie schon unzählige Male in Schottland, hatte Romane geschrieben, die von Schottland inspiriert waren oder Schotten als Hauptpersonen hatten, wie „Mann im Kilt“ oder „Ein Kilt macht noch keinen Schotten“. Auch ihr erster Krimi spielte in Schottland: „De Lambretto und Fraser Cairngorm Ripper“. Weihnachtsgeschichten aus Schottland veröffentlichte sie mit „Christmas Tales“ oder „Eine  Braut für Santa Clause“.

Nun also „eine Art Reiseführer“, wie Guttenson sagt. „Man kann schon Tipps für eine Schottland-Tour bekommen, aber eher geht es um das, was auf so einer Reise passiert und darum, Lust auf so eine Reise zu machen.“ In dem Buch beschreibt sie ihren Alltag mit netten und nicht so netten Reisegästen, mit sehr netten und hilfreichen Busfahrern, wie ihrem Favoriten, John. „Er hat mir gezeigt, wie es läuft“, schreibt sie als Widmung und im Gespräch mit ihr kann sie ihn gar nicht genug loben. „Mit dem Busfahrer ist man auf der Tour ein Team, und wenn dann auch noch die Chemie stimmt, wie mit John, ist das ein Glücksfall“, sagt Guttenson. Zwischen 25 und 30 Touren übernimmt sie im Jahr. Eine Reise dauert eine Woche, Guttenson macht meistens drei Wochen am Stück. „Letztes Jahr war ich einmal fünf Wochen am Stück gebucht“, sagt sie. Danach kann sie eine Woche nach Hause fahren. Ihre Männer, wie sie sagt, also ihr Mann und zwei Söhne im Alter von 20 und 23, unterstützen sie „voll und ganz“, „sonst hätte ich das Angebot, Tourleiterin in Schottland zu sein, auch nicht angenommen“. Wenn sie nach Hause komme, seien zwar alle Vorräte aufgebraucht, aber das Haus sei sauber.

Und so kann sie ihren „Schottlandvirus“ wie sie in ihrem Buch schreibt, ausleben. Haggis, Whisky, Tartan, Schafe, Loch-Ness-Ungeheuer Nessie und der Reisebus zieren denn auch ihr Buch, in dem sie von den Herausforderungen erzählt, immer eine Lösung für alles zu finden. „Diese Herausforderung reizt mich“, sagt sie. Perfekt wolle sie dabei nicht sein, das sei langweilig. „Mein Chaos gehört zu mir.“

Es menschelt auf Tour und im Buch

Und dabei kommen dann auch lustige Begebenheiten heraus, wenn sie beispielsweise ihr kleines rotes Taschenmesser dabei hat, und die Busfahrer das sehr ungewöhnlich finden, da man in Schottland nur mit Kilt ein Messer tragen darf und schon gar nicht eine Frau. Oder wenn sie den Zeigestab eines Lehrers mit Tartans und schottischer Flagge schmückt, um als kleine Frau im Meer der Touristen nicht unterzugehen und damit Aufsehen erregt. „Es menschelt in dem Buch, so wie es auf den Touren auch menschelt“, sagt Guttenson. Ihr ginge es im Endeffekt darum, dass am Ende der Reise alle glücklich seien, die Gäste, die Fahrer, die Bediensteten in den Hotels – und sie auch. „Und das war bisher immer der Fall.“

 
 
- Anzeige -