Zehn Schülerinnen und Schüler der Schule auf dem Laiern wuseln zwischen den Tischen herum. Im Schatten einer Linde im Innenhof der Alten Schule sind die Tische, Bänke und Stühle für ihre Gäste von den Mitarbeitern des Kirchheimer Bauhofs aufgebaut worden. Die Mitglieder des Koobo-Projekts (kooperative Berufsorientierung) haben zum Generationen-Picknick eingeladen.
Generationen-Picknick in Kirchheim Moderne Art des Seniorentreffs
Zehn Schüler und Schülerinnen vom Koobo-Projekt laden zum Generationen-Picknick ein.
Und sie haben Leckeres aufgefahren. „Es gibt süßes und salziges Fingerfood“, fasst ihre Lehrerin Gabi Kodweiß zusammen. „Seit elf Uhr standen sie hierfür in der Küche.“ Es entwickelt sich schnell eine entspannte Atmosphäre. Die Jugendlichen verlieren ihre Scheu vor den 30 älteren Menschen und kommen ins Gespräch. Die Jugendlichen starten ein Kirchheim-Quiz. Sie wollen von den einzelnen Tischen Antworten auf die Fragen, was sich in der Mühlbach-Gemeinde in den letzten Jahren verändert hat oder auch, wo die Jugendlichen sich früher getroffen und/oder gespielt haben.
Was hat sich verändert in Kirchheim?
Die Achtklässlerinnen Oleksandra, Kathi und Kseniia halten ihre Kulis bereit. „Am meisten verändert hat sich die Turnhalle am Neckar“ sagte eine Besucherin. „Noch mehr die Schule“, ergänzt eine Zweite: „Hier sind wir zur Schule gegangen“, sagt sie und zeigt auf das Kulturzentrum Alte Schule. „Getroffen und gespielt haben wir auf dem Goethe-Platz“, erinnert sich eine weitere Besucherin.
Der Schüler Selim betont, dass das Treffen auf jeden Fall Spaß mache. „Wir wollen mit unseren Fragen Erinnerungen wecken.“ Alin ist überrascht, dass bei den Veränderungen auch die verbesserten Einkaufsmöglichkeiten genannt werden. Und Valentin findet es klasse, dass Koobo sie zur Selbstständigkeit erzieht und sie dabei auch noch kochen lernen. Rojhar ist aufgefallen, dass auch die Veränderung in den Weinbergen genannt wird.
Alternative zum Seniorennachmittag
Wie war das früher? Einmal im Monat war Seniorennachmittag des DRK in der Alten Turnhalle am Neckar. Dort organisierte Margarete Franz immer ein unterhaltsames Programm, oft mit Unterstützung anderer Vereine. Es gab Kaffee und Kuchen und Saitenwürstle. Doch dann starben nach und nach die Teilnehmer, die „jungen Alten“ folgten nicht nach. Sie waren mobiler und anspruchsvoller. „Wir wollten dann etwas anderes bieten“, erklärt Diakonin Sibylle Zimmer. „Und das ist es, worum viele Gemeinden Kirchheim beneiden: Wir arbeiten sehr gut zusammen und es gibt immer wieder neue Ideen.“
Unter dem „wir“ haben sich Andrea Fritz von der Gemeindeverwaltung, Patrizia Mecheels vom DRK und Sibylle Zimmer von der evangelischen Kirchengemeinde zusammengefunden. Sie organisieren neben dem oben beschriebenen Koobo-Projekt auch das Friedhofs-Café, den Guten-Morgen-Treff oder das Plauder-stüble. „Und dabei haben wir keine Probleme, Freiwillige zu finden, die uns unterstützen“, so Zimmer. So hilft beispielsweise die türkische Gemeinde beim Aufbau der Tische und Bänke im Friedhof, andere packen mit an, wo gerade jemand gebraucht wird. Und das neue Angebot wird gut angenommen. Birgit Riecker
