Geschäfte in der Bietigheimer Altstadt Mehr als die Hälfte barrierefrei

Von Uwe Mollenkopf
Die Bietigheimer Altstadt, im Blick die Fußgängerzone in der Hauptstraße, wurde auf Barrierefreiheit der Geschäfte und anderer Einrichtungen hin untersucht. Foto: Oliver Bürkle

Der Verein „Barrierefreie Stadt“ hat die Geschäfte in der Bietigheimer Altstadt unter die Lupe genommen. Die Stadtteile sollen folgen.

Wer schlecht zu Fuß oder gar auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat es oft schwer, Besorgungen zu erledigen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Immer wieder stellen Treppenstufen ein oft unüberwindbares Hindernis dar. Wenn man dies vorher weiß, kann man aber zumindest planen, wo man ebenerdig oder mittels Aufzug hinkommen kann und wo nicht. Eine solche Übersicht über Geschäfte, aber auch Arztpraxen, Restaurants oder Verwaltungseinrichtungen, liefert jetzt der vom Verein „Barrierefreie Stadt Bietigheim-Bissingen“ erstellte Altstadtplan.

212 Geschäfte erfasst

„So was gab’s noch nie“, sagt der zweite Vorsitzende Hans-Joachim Sämann über das Projekt. Überlegungen, eine solche Übersicht zu erstellen, seien schon älter, aber realisiert wurden sie nicht. Unterteilt in die vier Bereiche Obere, Mittlere und Untere Hauptstraße-Kronenplatz sowie Nördlicher Bereich wurden insgesamt 212 Geschäfte und Einrichtungen unter die Lupe genommen. Notiert wurde, ob und wie viele Stufen es gibt, ob ein Aufzug und ein behindertengerechtes WC vorhanden sind.

Dort, wo mit Blick auf die Barrierefreiheit alles in Ordnung ist, wurde in der Übersicht die Farbe Grün vergeben, auf bedingt barrierefrei (eine Stufe) weist die Ampelfarbe Gelb hin, ansonsten blinkt ein Rot. Im Ergebnis wurde laut Sämann in 122 Fällen Barrierefreiheit attestiert, das ist mit 58 Prozent mehr als die Hälfte. 21 Geschäfte (10 Prozent) sind bedingt barrierefrei mit einer Stufe, 12 (6 Prozent) haben zwei Stufen. Die restlichen 57 (27 Prozent) wurden als nicht barrierefrei gekennzeichnet.

Auf Homepage zu finden

Die Ergebnisse der Dokumentation hatte Sämann bereits anlässlich des jüngsten Gesprächs über Barrierefreiheit mit Vertretern der Behinderten im Enzpavillon an Baubürgermeister Michael Wolf überreicht. Wobei er betont, dass der Altstadtplan keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben könne.

Der Plan ist nun auf der Homepage des Vereins (barrierefreie-Stadt.org) und der Homepage der Stadt (bietigheim-bissingen.de) zu finden, ergänzend zu anderen Dokumentationen des Vereins Barrierefreie Stadt.  Doch die Arbeit der Vereinsmitglieder geht bereits weiter. Derzeit sei man im Wohngebiet Buch unterwegs, um dort ebenfalls eine Dokumentation über die Umsetzung der Barrierefreiheit in Einrichtungen und Geschäften zu erstellen, berichtet Sämann. Danach sollen andere Stadtteile folgen. Dieses Jahr werde man damit aber wohl nicht mehr fertig werden. Mit dem Plan über die Altstadt sei aber immerhin der größte Brocken schon geschafft.

 
 
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