Grundschulaktionstag Ein Tag, um neue Spieler zu begeistern

Von Niklas Braiger
Für die Kinder steht neben dem Handballerischen natürlich auch der Spaß im Vordergrund. An allen Stationen sollen sie die Grundübungen für das Handballspielen kennenlernen. Hier müssen die Schüler mit dem Ball in der Hand so schnell es geht um die Matte herum. Foto: /Oliver Bürkle

Beim Grundschulaktionstag haben Schulkinder die Möglichkeit, in den Handballsport hereinzuschnuppern. Seit vielen Jahren wird das Event vom Verband angeboten.

Bis auf die weibliche A-Jugend weist der HC Metter-Enz in jeder möglichen Jugend eine Handballmannschaft auf. Um den Spielbetrieb auch in den kommenden Jahren am Leben zu halten, gilt es für Vorstand und Jugendtrainer Bernd Geiger, neue Spielerinnen und Spieler in den Verein zu lotsen. Zu diesem Zweck wurde der Grundschulaktionstag des Handball Verbands Württemberg (HVW) eingeführt. Bei diesem haben Schulkinder der zweiten, dritten und vierten Klasse die Möglichkeit, die Sportart auszuprobieren. Inzwischen hat auch der Deutsche-Handball-Bund (DHB) diese Idee in das Jahresprogramm aufgenommen.

Dauergast des Aktionstags

Die Grundschule Kleinsachsenheim kam am Mittwoch bereits zum sechsten Mal in den Genuss des Handballs. Mit verschiedenen Grundübungen zum Passen, Fangen, Prellen und Werfen mussten die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse fünf Stationen bewältigen, um sich am Ende den „Hannibal-Pass“ in Bronze, Silber oder Gold zu sichern. Die Urkunde ist benannt nach dem Maskottchen des DHB.

Nach dem Event sind alle Kinder zufrieden mit ihrer Leistung. „Es war alles richtig cool“, erzählen die Schüler. Einer von ihnen ist Ari. Der Siebenjährige ist selbst Handballer und quasi Experte auf dem Gebiet. „Ich spiele schon bei der SG BBM Bietigheim“, sagt der E-Jugendliche. Das Teamgefühl des Sports bereitet ihm, so wie vielen anderen auch, am meisten Freude. Bei der Auswahl der besten Übung sind sich die Kinder einstimmig einig: Der Ball muss auf einen Kasten geworfen werden und beim Zurückspringen gefangen werden. „Es ist gut, wenn der Ball auch mal zurück kommt, wenn man ihn wirft“, sagt eine Schülerin.

Vereine profitieren von Aktion

Für Geiger ist der Grundschulaktionstag enorm wichtig. „Die direkte Möglichkeit, den Kleinen in der Schule den Handball zu zeigen, was da so alles abgeht, wie Handball in dem Alter tatsächlich aussieht, ist essenziell. Viele, und auch die Eltern, sind da sehr zurückhaltend, wenn sie Fernsehen schauen und den harten Sport sehen. Wenn man das denen hier zeigt, dann haben die Kinder selbst Interesse.“ Jedes Jahr nach der Kooperation kommen ihm zufolge Kinder in den Verein und sagen, dass sie gerne mit dem Handball anfangen möchten.

Schwierig findet Geiger es aber nicht nur, die Kinder in den Sport zu lotsen, sondern auch dort zu halten. „Es ist unheimlich schwierig, die Kinder über das C-Jugend-Alter herauszubekommen. Da sind es schon 60 Prozent, die nicht mehr da sind, aus unterschiedlichen Gründen“, erklärt der Vorstand. Deshalb müssen die Mannschaften bereits auf Bezirksebene mittlerweile weite Wege gehen, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. „Enz-Murr spielt jetzt mit Main-Tauber zusammen. Wir reisen nach Tauberbischofsheim und nach Schwäbisch Gmünd, die HSG Strohgäu genauso.“

Auf den Bezirk kommt einiges zu

Denn auf Bezirksebene in der männlichen und weiblichen A-Jugend wurden vor Saisonbeginn die beiden Bezirke zusammengelegt – ein Vorbote auf das, was 2025/26 kommen wird. Ab dann werden die Bezirke in ganz Baden-Württemberg auch auf Grund der Vereinsdichte angepasst. „Im März gibt es den außerordentlichen Verbandstag. Da müssen dann die drei großen Verbände entscheiden, wollen wir die Fusion oder wollen wir sie nicht. Wenn die Funktion beschlossen ist, dann teilt sich unser Bezirk. Einmal gehen wir mit Heilbronn-Franken zusammen, der andere Teil mit Rems-Stuttgart“, berichtet Heiko Schwarz, Vorsitzender der Bezirksjugend des Handballbezirks Enz-Murr.

Bei der Entwicklung des Jugendhandballs im Bezirk ist er zwiegespalten. „Die Entwicklung der Spiele selber sehe ich sehr positiv.“ Rückzüge aus dem Spielbetrieb hat er fast keine verzeichnet. „In den unteren Jugenden hast du nicht das Problem, in den A- und B-Jugenden hast du schon eher das Problem, dass die Mannschaften ausgedünnt sind.“

Einen Wermutstropfen bei all dem Spielbetrieb gibt es aber für ihn: „Was ich momentan ein bisschen schade finde, ist das Verhalten von Eltern bei Jugendspielen, wenn da nicht die Entwicklung des Kindes im Vordergrund steht, sondern nur noch das Ergebnis. Da fangen wir momentan leider schon in der E-Jugend an.“

 
 
- Anzeige -