Hallenhockey-Bundesliga Erster Sieg in der Eliteklasse

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Der Bietigheimer Neuzugang Lilli Lang (rechts) attackiert eine Nürnberger Gegenspielerin. Beide Mannschaften trennten sich nach einem packenden Duell mit einem 5:5-Unentschieden. ⇥⇥ Foto: MARTIN KALB

Der Bietigheimer HTC spielt in der Frauen-Bundesliga gegen Nürnberg 5:5. Dafür überrascht der Aufsteiger mit einem 4:3 in Rüsselsheim.

Die Frauen des Bietigheimer HTC haben am Wochenende in der Hallenhockey-Bundesliga Süd insgesamt vier wichtige Punkte für den Klassenerhalt eingefahren. Im Heimspiel am Samstag holte das Team von Jürgen Fili ein 5:5-Unentschieden gegen den Tabellenletzten Nürnberger HTC und damit einen Zähler. Am Sonntag gelang ein 4:3-Überraschungserfolg beim Rüsselsheimer RK – der erste Sieg in der deutschen Eliteklasse. Der BHTC belegt nach der Vorrunde mit fünf Punkten den fünften Tabellenplatz – ein beachtliches Ergebnis für einen Aufsteiger. Am Samstag (16.30 Uhr) beginnt bereits die Rückserie mit dem Duell beim TSV Mannheim.

Wanner und Rönsch fallen aus

Die Stimmung in der ausverkauften Gymnasiumhalle war gegen Nürnberg wieder blendend. Die vielen Bietigheimer Fans bekamen ein Spiel präsentiert, das spannender nicht hätte sein können. Coach Jürgen Fili musste am Wochenende auf die erkrankten Ines Wanner und Lina Rönsch verzichten.

Beide Mannschaften haben den Klassenerhalt zum Ziel und brauchen im Abstiegskampf jeden Zähler. Nach zwei Minuten gelang Melanie Senghaas im Fliegen das 1:0. Doch Nürnberg schlug direkt zurück und stellte durch Clarissa Spönemann sofort den Ausgleich her. In der sechsten Minute traf Nora Just für die Gäste gar zum 2:1. Nun verloren die Bietigheimerinnen den Faden und ließen sich das Spiel aus der Hand nehmen. Die Fränkinnen schafften bis zur 20. Minute eine 4:1 Führung – Clarissa Spönemann und Kartharina Köhler waren die Torschützinnen. Das Spiel schien gelaufen. Doch die Bietigheimerinnen gaben nicht auf. Noch vor der Halbzeitpause verkürzte Nina Traxler auf 2:4.

Jürgen Filis Kabinenansprache zeigte Wirkung: Sein Team blies in der zweiten Hälfte zur Aufholjagd. Dina Fili setzte sich stark im gegnerischen Kreis durch und verkürzte mit ihrem ersten Bundesliga-Tor auf 3:4 (34.). Keine vier Minuten später fing Verteidigerin Lena Klösel den Ball kurz vor der Mittellinie ab und lief im Alleingang Richtung Kreis. Beherzt suchte sie den Abschluss und egalisierte ebenfalls mit ihrer Torpremiere zum 4:4. Die Fans in der Halle tobten. Alles war wieder offen. In der 46. Minute besorgte wieder Senghaas die 5:4-Führung für den BHTC. „Hätten wir danach etwas cleverer agiert, hätten wir auch höher führen können“, sagte Fili.

Die Gäste nahmen in der Schlussphase die Torhüterin heraus, um eine künstliche Überzahl herzustellen. In dieser Phase schaffte Nürnberg durch Dominique Machnik noch das 5:5 (57.). In der letzten Spielminute rettete Torhüterin Laura Hegen dem Aufsteiger mit einer Glanzparade das Unentschieden und den daraus resultierenden Punkt.

In Rüsselheim zeigte das Team von Jürgen Fili einen Tag später ein anderes Gesicht. Von Beginn an hatten die Schwäbinnen das Zepter in der Hand. Rannte die Mannschaft am Vortag noch einem deutlichen Rückstand hinterher, erkämpfte sie sich nun in der ersten Hälfte eine klare 3:0-Führung. Greta Meissner nutzte in der zwölften Minute einen Siebenmeter zum 1:0. Weiter ging es mit dem 2:0 durch Senghaas (19.). Dina Fili, die inzwischen am Toreschießen offenbar Gefallen gefunden hat, erhöhte im Alleingang zum 3:0-Pausenstand. Die Rüsselsheimer nahmen noch vor der Halbzeit die Torhüterin raus, was aber zunächst nichts am Spielstand änderte.

Nach der Pause erhöhten die Hessinnen den Druck. Durch zwei Ecken verkürzte Mara-Patricia Bentscheck auf 2:3. Als eine Viertelstunde vor Spielende durch Clara Anagnostou der Ausgleich fiel, roch es nach einer Wende. In einer Auszeit machte Trainer Fili nochmals eine klare Ansage an seine Spielerinnen: „Lasst euch hier doch nicht noch die Butter vom Brot nehmen. Besinnt euch auf das, was wir uns hier vorgenommen hatten.“ In der 53. Minute gelang Traxler schließlich der 4:3-Siegtreffer.

Senghaas-Tore zählen nicht

Zwei weitere Tore von Senghaas gaben die Schiedsrichter nicht – eines kurz vor dem Fallen, als sie den Ball unter der Torhüterin ablenkte, und eines, als der Ball durch ein Loch im Netz durch die Wucht des Schusses unter der hinteren Ecke wieder herauskam. Mit diesen beiden Treffern hätte Senghaas ihre Torkonto auf acht erhöht. Aktuell steht die 42-Jährige mit sechs Treffern auf dem zweiten Platz der Torjägerinnen-Liste.

Bietigheimer HTC: Hegen; Schönamsgruber, Klösel, Dina Fili, Lindenberger, Meissner, Bauer, Jana Fili, Traxler, Senghaas, Neele Fili, Lang.

 
 
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