Handball/Beachhandball Auf das Comeback in der Halle folgt die Sandplatz-Saison

Von Manuel Schust
Nach vier Jahren Pause lief Hendrik Prahst (am Ball) für die letzten sieben Oberliga-Partien der SG BBM Bietigheim 2 auf und wusste direkt zu überzeugen. Foto: /Oliver Bürkle

Erstmals seit vier Jahren lief Hendrik Prahst wieder bei einem Spiel in der Halle auf. Nun gilt sein Fokus im Sommer wieder dem Beachhandball.

Als Hendrik Prahst sich im Alter von 21 Jahren zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen hatte, schien sich das Kapitel Sport für den talentierten Handballer bereits beendet zu sein. Doch der heute 26-Jährige kämpfte sich über den Beachhandball zurück und feierte ein sensationelles Comeback (die BZ berichtete). Im vergangenen Sommer wurde Prahst mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister und World Games-Goldmedaillengewinner im Sand. Abgerundet wurde das Erfolgsjahr durch die Auszeichnung zu Bietigheim-Bissingens Sportler des Jahres 2025.

Rückkehr auf die Platte

Das Jahr 2026 begann für den 1,97 Meter großen Athleten mit einem weiteren, überraschenden Comeback. Denn als sich Nils Boschen, Kreisläufer bei der zweiten Mannschaft der SG BBM Bietigheim, Anfang März in einem Spiel einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, sprang Prahst für den verletzten Kreisläufer ein. Vier Jahre waren vergangen seit seinem letzten Ligaspiel in der Halle. Doch da Prahst ohnehin als Trainer des Oberliga-Teams der SG BBM 2 fungiert und somit in den laufenden Trainingsbetrieb involviert ist, fand er optimale Bedingungen für ein unverhofftes Comeback vor.

„Nach der Verletzung von Nils wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, wieder zu spielen“, schildert Bietigheim-Bissingen Sportler des Jahres 2025. „Da ich im Team ja eh aktiv bin und keine Eingewöhnungszeit brauchte, war ich relativ schnell integriert und für die restlichen Spiele am Start.“

Tatsächlich fügte sich Prahst nahtlos ein und trumpfte vor allem in den letzten beiden Saisonspielen gegen die TSG Söflingen und die HSG Langenau/Elchingen so auf, als sei er nie weg gewesen. Mit je zehn Treffern sorgte Prahst maßgeblich dafür, dass die Zweitvertretung der SG die letzten beiden Partien für sich entscheiden konnte. „Es ist alles super gelaufen“, schildert Prahst. „Körperlich bin ich in einer so guten Verfassung, dass das kein Problem gewesen ist. Aber man spürt es schon, wenn man wieder in der Halle spielt, weil Körperkontakt gibt es im Beachhandball ja nicht.“

Eine dauerhafte Rückkehr auf die Platte ist für Prahst nicht denkbar. Nicht weil es ihm keinen Spaß machen würde, sondern weil es sein enggetakteter Terminplan schlicht nicht zulässt. Denn der 26-Jährige ist ein viel beschäftigter junger Mann. Neben seiner Tätigkeit als Trainer bei der SG, die er selbst eher als „Betreuer“ bezeichnet, treibt er parallel zum Vollzeitberuf sein Masterstudium voran.

Außerdem ist er zusätzlich noch als Handball-Schiedsrichter aktiv. „Da sind mein Partner und ich aufgestiegen und werden in der nächsten Saison in der Regionalliga pfeifen – obwohl wir uns gar nicht für einen Aufstieg gemeldet hatten“, erzählt Prahst schmunzelnd.

WM im Juni, DM im Juli

Und dann gibt es da ja noch den Sommer, in dem für Hendrik Prahst der Beachhandball im Zentrum steht. Mit seinem Verein, den Otternasen Bartenbach hat Prahst am letzten Mai-Wochenende an einem Turnier im hessischen Kelkheim teilgenommen und wurde dort als wertvollster Spieler (MVP – Most Valuable Player) ausgezeichnet. Es gilt für die Otternasen, genügend Punkte zu sammeln, um sich für die deutschen Meisterschaften zu qualifizieren, die in diesem Jahr vom 24. bis 26. Juli in Cuxhaven ausgetragen werden.

Auch für die Nationalmannschaft ist der in Kirchheim unter Teck geborene Sportler wieder im Einsatz. Nach einem Lehrgang in Frankfurt auf dem DFB-Campus wurde am vergangenen Wochenende ein Drei-Nationen-Turnier in Mainz und Kelkheim ausgetragen. Dort konnte die DHB-Auswahl viel Selbstvertrauen tanken für die vom 23. bis 28. Juni stattfindende Weltmeisterschaft in Kroatien. Der amtierende Europameister Deutschland gewann drei der vier Spiele gegen Norwegen und Schweden. Nur gegen gegen Schweden musste sich das Team von Bundestrainer Marten Franke mit 1:2 geschlagen geben.

Bei der Weltmeisterschaft bekommt es das DHB-Team neben Italien in der Gruppe C mit den Schwergewichten Brasilien und Argentinien zu tun. Hendrik Prahst weiß, dass das keine leichte Aufgabe wird, sagt aber selbstbewusst: „Wir wollen Kroatien als Weltmeister beerben.“

 
 
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